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Die Hütte ist weg

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Von: Boris Schöppner

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Gut gemeint ist das Gegenteil von gut. Nicht gut war auf jeden Fall, eine Hütte auf dem Bodendenkmal Altkönig zu errichten. Der „Naturpark Taunus“ hat seinen Fehler jetzt korrigiert.

Der Naturpark Taunus hat auf die Kritik des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) reagiert und die Besucherhütte auf dem Altkönig abgebaut. „Wir haben unseren Fehler korrigiert“, sagt Uwe Hartmann, Geschäftsstellenleiter von Naturpark Taunus, gegenüber unserer Zeitung. Die Hütte sei bereits im März oder April abgebaut worden, kurz nachdem der Schnee geschmolzen war.

Der BUND hatte darauf hingewiesen, dass die Hütte als „Schwarzbau“ errichtet worden sei. Eine Genehmigung der Oberen Naturschutzbehörde hatte gefehlt und wurde erst nach dem Errichten der Hütte eingereicht. Peter Gwiasda, stellvertretender Kreisvorsitzender des BUND, begrüßt das Handeln des Naturparks: „Hier haben sich Vernunft und Recht durchgesetzt. Wir registrieren dies nicht mit Häme, sondern mit Genugtuung und Freude.“

Dabei hatte sich das Regierungspräsidium Darmstadt kompromissbereit gezeigt und der Hütte eine zweijährige Schonfrist eingeräumt. Aus „Gründen der Verhältnismäßigkeit“, wie es hieß. „Dies allerdings nur, weil der Zweckverband sich von der Hütte eine sinnvolle Besucherlenkung (insbesondere im Hinblick auf die bekannte Problematik Mountainbiker in diesem Gebiet) verspricht und bereit ist, die Hütte und die Umgebung von eventuell anfallendem Müll regelmäßig frei zu räumen.“ In zwei Jahren soll geprüft werden, ob das Konzept aufgehe. Dieser Zeitraum, so heißt es beim RP, sei mit dem Forstamt abgesprochen. Diese Frist wollte der Naturpark Taunus jedoch nicht ausschöpfen.

„Geschmeidig halten“

„Warum sollen wir bewusst einen Streit in Kauf nehmen? Wir wollen das Ganze geschmeidig halten“, sagt Hartmann. Schließlich gebe es viele andere Projekte, bei denen man mit den Naturschützbehörden und -verbänden zusammenarbeite, um der „Sache“ zu dienen. Aufgabe des Naturparks Taunus sei es, zum einen die schützenswerten Objekte im Taunus zu bewahren und gleichzeitig die Besucherströme zu lenken. Gwiasda sieht „vielfach gleiche Interessen“, auch wenn es mitunter Konflikte gebe. Für Gwiasda steht fest: „Auf dem Höhenrücken gibt es einige Bereiche, die sind tabu für alles, was Räder hat. Der Altkönig gehört dazu.“ Dass mit dem Abbau der Hütte auf dem Bodendenkmal jetzt einer der Wünsche des BUND in Erfüllung ging, sei auch deshalb wichtig, weil es „ums Prinzip“ gehe: „Wir Menschen müssen nicht alles in Besitz nehmen.“ Die Ortsgruppe Kronberg werde künftig jedenfalls den Altkönig unter besondere Beobachtung nehmen.

Fest steht auch, dass sich Gwiasdas Prophezeiung nicht erfüllt hat, wonach der Schwarzbau überdauert. Im Januar hatte er gegenüber der Taunus Zeitung gesagt: „Mit Sicherheit berufen sich dann alle Entscheider auf die normative Kraft des Faktischen und die Hütte bleibt als Mahnmal inkonsequenten amtlichen Handelns inmitten eines bedeutenden hessischen Bodendenkmals stehen.“

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