Jeder kämpft für sich allein

  • VonBoris Schöppner
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Vereint regieren, getrennt marschieren! So harmonisch es in der schwarz-roten Koalition auch ist, im Wahlkampf setzt die SPD auf ihre eigenes Profil.

Was machen 14 Kronberger Genossen, wenn sie ein Wochenende lang nach Nierstein an den Rhein fahren? Wandern? Radeln? Einen Winzer besuchen? Von wegen! Die Fraktionsmitglieder und der Parteivorstand haben diskutiert. „Wir haben das Haus nicht verlassen“, sagt SPD-Fraktionschef Christoph König, der das Arbeitstreffen als „produktiv und intensiv“ bezeichnet. Anstatt sich an drei Abenden unter der Woche zu treffen (und dann die Diskussion immer wieder unterbrechen zu müssen), wollten sich die Sozialdemokraten zwei Tage am Stück Zeit nehmen, ausgiebig über Themen diskutieren, erste Pflöcke für den anstehenden Kommunalwahlkampf einschlagen. Eine zweiseitige Liste mit Themen wurde dank eines „strukturierten Ablaufplans“ und mit Hilfe eines professionellen Moderators abgearbeitet.

Welche Themen auf dieser Liste standen und wie mit dem Thema soziale Gerechtigkeit umgegangen werden soll, dessen Bedeutung Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung betont hatten, über all das will König noch nichts sagen. Denn jetzt sollen die Ergebnisse der Klausur als Hausaufgaben noch einmal überarbeitet und dann, voraussichtlich Mitte Mai, der Öffentlichkeit präsentiert werden. Auch Personalentscheidungen sind nicht gefallen. Das ist Angelegenheit der Siebener-Kommission, die sich unter der Leitung von Altbürgermeister Wilhelm Kreß ebenfalls im Mai treffen wird.

Die Taunus Zeitung wollte aber wenigstens wissen, ob sich die SPD vom aktuellen Koalitionspartner CDU im Wahlkampf abgrenzen wird? „Eine gute Frage“, findet König, der auch gleich eine Antwort parat hat: „Wir werden bemüht sein, uns eigenständig darzustellen.“ Das heißt, man werde die eigenen Ziele betonen, ohne sich an einem Vergleichsbild abzuarbeiten. So harmonisch die vergangenen vier Jahre waren, steht für SPD-Fraktionschef König fest: „Man geht nicht als Koalition in den Wahlkampf.“ Es werde auch keine gemeinsame Wahlkampfklausur geben.

Ob aber im Umkehrschluss die Arbeit der Koalition unter dem Wahlkampf leiden könnte? SPD-Mann König ist da vorsichtig. „Ich will keine Vorhersage wagen, aber ich glaube es eher nicht.“

(öp)

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