Casals-Forum

Konzertsaal wird deutlich teurer

  • vonBoris Schöppner
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Der Bau des Konzertsaals sowie des Studien- und Verwaltungszentrums der Kronberg Academy wird teurer. Die Kosten liegen 14 Millionen Euro über dem ursprünglichen Plan.

So viel Konsens ist derzeit in Berlin eher selten: Politiker von CDU, SPD und FDP begrüßen die Entscheidung das Haushaltsausschusses des Bundestages, zusätzliche 9 Millionen Euro für das Casals Forum der Kronberg Academy bereitzustellen.

„Eine schwierige Geländesituation, unvorhergesehene erforderliche Planungsänderungen – bedingt durch hohe Anforderungen an die Akustik und gleichzeitig an die Ästhetik der Saalform – sowie eine insgesamt hohe Projektkomplexität mit überproportionalem Steuerungsaufwand machten eine weitere Förderung der Kronberg-Academy notwendig, um ihre bauliche Erweiterung überhaupt abschließen zu können“, heißt es in der Pressemitteilung des SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Rabanus.

Und Weiter: „Aufgrund der Schwierigkeiten, die sich bei der Projektumsetzung zwischenzeitlich ergeben haben, freue ich mich umso mehr, dass es uns gelungen ist, im Rahmen der Haushaltsverhandlungen dem Projekt die notwendige Priorität einräumen und die notwendigen Gelder dafür beschließen zu können.“

Auch der Haushälter und Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion Dr. Stefan Ruppert ist „sehr erfreut“ über den Haushaltsansatz. „Der Haushaltsausschuss hat für den Bau des Konzertsaals und Studienzentrums in Kronberg den Ansatz im Bundeshaushalt 2018 um eine halbe Million auf 1,5 Millionen Euro erhöht. Darüber hinaus wurde eine Verpflichtungsermächtigung bis zu 8,5 Millionen Euro, fällig im Haushaltsjahr 2020, beschlossen.“ Das werde den Bau entscheidend voranbringen.

Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Altenkamp freut sich ebenfalls, dass sein Einsatz für die zusätzlichen Bundesmittel für den Bau des neuen Casals-Forums erfolgreich war: „Damit wird eine herausragende Institution mit weltweiter Ausstrahlung zurecht herausragend vom Bund unterstützt.“ Insgesamt kommen nach Auskunft von Raimund Trenkler, Vorsitzender des Vorstands der Kronberg Academy Stiftung und Künstlerischer Leiter, vom Bund 21,5 Millionen Euro, 4,5 Millionen Euro vom Land, 13 Millionen von privaten Spenden und Zuwendungen sowie jeweils 500 000 Euro von der Taunus Sparkasse, dem Kulturfonds Rhein-Main und der Stadt Kronberg, wobei es sich um eine zweckgebundene Spende handelt. Die Gesamtsumme von 45 Millionen Euro beinhaltet laut Trenkler knapp 5 Millionen Euro an Eigenmitteln und Krediten, „die die Academy durch private Spendenmittel ablösen möchte“. Denn Anspruch der Academy sei es, das Bauprojekt zu stemmen, ohne einen Kredit aufzunehmen.

2015, als das Projekt – damals noch unter dem Namen Kronberg Academy Forum – zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hatte Trenkler angesichts der Ängste vor einer Kostenexplosion à la Elbphilharmonie gesagt, der Projektausschuss werde darüber wachen, dass der Kostenrahmen von 31 Millionen Euro eingehalten werde. Beim Spatenstich 2017 war von 36 Millionen Euro die Rede. 2018 belaufen sich die Gesamtkosten auf 45 Millionen Euro.

„Das Budget musste aus inhaltlichen Gründen und aufgrund allgemeiner Preissteigerung erweitert werden. Zusätzlich haben sich aus technischen Gründen die Fundamentskosten deutlich erhöht“, erklärt Raimund Trenkler gegenüber der Taunus Zeitung.

Erhöht haben sich unter anderem die Bau- und Stahlpreise, die Anforderung an die Akustik treibt die Kosten ebenfalls in die Höhe. Trotz zweier Baugutachten seien unvorhersehbare Maßnahmen erforderlich geworden – etwa das Einbringen zusätzlicher Anker gegen den Auftrieb. Es musste eine dickerer Bodenplatte gegossen werden. Und schließlich gelte es, nachhaltige Materialien zu verwenden, wie die Geldgeber verlangten. Dazu gekommen ist außerdem ein Eisspeicher, der für die Energiegewinnung benötigt wird.

Die wirklichen Kosten stehen erst bei der Endabrechnung fest. Das weiß auch Trenkler. Der betont: „Wir sind im Zeitplan und auch unser Finanzierungsplan steht unverändert.“ Am morgigen Donnerstag soll der Bundestag über den Haushalt entscheiden – wenn die Koalition so lange hält.

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