Kronberg braucht einen neuen Kindergarten

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Marion Bohn-Eltzholtz, Leiterin des Fachbereichs Soziales, Kultur und Bildung, redete am Mittwoch in der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Soziales Tacheles: Ohne den Bau eines weiteren Kindergartens wird das Betreuungssystem der Stadt mittelfristig Schiffbruch erleiden.

Schon jetzt gibt es sich rasant verlängernde Wartelisten, und die Kapazitäten in den Betreuungseinrichtungen sind auch ohne Flüchtlingskinder praktisch ausgereizt. Das machte Marion Bohn-Eltzholtz, Leiterin des Fachbereichs Soziales, Kultur und Bildung im Rathaus, am Dienstag in der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Soziales deutlich.

Die Befriedigung des Rechtsanspruches von Eltern auf einen Betreuungsplatz sei schon heute mehr als schwierig. Häufig gehe es nur, indem man mit den Eltern rede und sie um Geduld bitte. Hinzu kommt ein nicht nur auf Kronberg zutreffendes Problem, dass alle Eltern ihre Kinder natürlich in einer wohnortnahen Einrichtung untergebracht wissen wollen.

Bohn-Eltzholtz sprach unumwunden von einem zusätzlichen Kindergarten, der viergruppig sein müsse. Vielleicht könne er aber auch abschnittsweise gebaut und so dem steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen in Etappen angepasst werden. Nur schnell müsse es gehen. Parallel zu dem Entscheidungsprozess müsse nach Übergangsregelungen zur Entspannung der Situation gesucht werden.

Die Sozialamtschefin sieht solche unter anderem in der teilweisen Umnutzung von Horteinrichtungen. Bei der Gruppengröße sei man bereits beim Maximum von 25 Kindern. Ein weiterer Engpass ergebe sich aus dem Fachkräftemangel. Zwei Betreuerinnen hätten die Chance, sich zur Fachkraft fortbilden zu lassen, nicht genutzt und deshalb nun ein Problem. Der gesetzlich vorgegebene Stellenschlüssel könne nicht mehr überall eingehalten werden.

Man versuche das in den betroffenen Einrichtungen mit eingeschränkten Öffnungszeiten abzufedern, schränke damit aber das Angebot ein.

Bohn-Eltzholtz sieht mittelfristig keine signifikante Verbesserung der Situation, zumal auch noch Flüchtlingskinder aufgenommen werden müssten. Das sei auch sinnvoll, denn für sie sei der Kindergarten eine ideale Integrationschance. Dadurch, dass sie betreut würden, ergäben sich auch für die Mütter Möglichkeiten, Integrationsangebote zu nutzen. Der Spracherwerb, da war man sich im Ausschuss einig, sei das wichtigste Integrationsmittel, erst dann komme die Arbeit.

Stefan Möller (CDU) versuchte, die Situation zu verstehen: Einerseits stagniere die Kronberger Bevölkerung und werde immer älter, andererseits gebe es immer mehr Kinder. Vielleicht liege es daran, dass bei veränderten steuerlichen Bedingungen vermehrt beide Elternteile arbeiten und der Bedarf an Kinderbetreuung dadurch steige.

Eine weitere Verschärfung dürfte eintreten, wenn der erst halb bebaute „Henker“ voll belegt sein wird. Bohn-Eltzholtz rechnet dann mit weiteren 20 Kindern. Die Bebauung am Bahnhof und im Grünen Weg ziehe wohl weitere Familien mit Kindern an. Und dann sei Kronberg im Hochtaunuskreis die Stadt, in der der Anteil von Frauen im gebärfähigen Alter am höchsten ist.

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