Marion Bohn-Eltzholtz verlässt nach 20 Jahren die Stadtverwaltung.
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Marion Bohn-Eltzholtz verlässt nach 20 Jahren die Stadtverwaltung.

Abschied

Kronberg: Das Ziel ist wichtig, nicht der Weg

  • VonBoris Schöppner
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Marion Bohn-Eltzholtz, Leiterin des Fachbereichs Soziales, Kultur und Bildung, geht nach 20 Jahren in der Verwaltung in den Ruhestand. Sie hat sich besonders um die Integration Geflüchteter und die Betreuung ihrer Kinder verdient gemacht.

Kronberg -Der Präsentkorb steht schon auf dem Tisch. Ein untrügliches Indiz: Marion Bohn-Eltzholtz wird die Rathaus-Dependance in der Hainstraße 5 verlassen: Ruhestand. Ihre Amtszeit endet Ende Januar - nach fast 20 Jahren im Dienste der Burgstadt. Doch aufgrund von Resturlaub und Überstunden wird am Freitag ihr letzter regulärer Arbeitstag unter dem Dach des Hauses, in dem sich auch die Stadtbücherei befindet, sein.

"Ich werde noch mal reinkommen, wenn es die Übergabe erfordert", sagt sie. Jetzt, wo das Ende als Leiterin des Fachbereichs Soziales, Kultur und Bildung so kurz bevorsteht, schwankt ihre Stimmung. So etwas wird gerne mit "einem lachenden und einem weinenden Auge" umschrieben. Doch wir wollen uns hier nicht mit Gefühlsduselei aufhalten. 20 Jahre im Rathaus (die Hälfte ihres Berufslebens) - da gibt es viel Interessantes zu erzählen. Etwa, dass sie unter Bürgermeister Wilhelm Kress (SPD) begonnen hat, dann zwölf Jahre mit Klaus Temmen (parteilos) zusammenarbeitete, bevor ihn Christoph König (SPD) vor einem Jahr ablöste.

Marion Bohn-Eltzholtz hat für ihre Vorhaben im Magistrat sowie im Kultur- und Sozialausschuss geworben. "Ich versuche, meine Sachen durchzubringen. Ich werde gehört und mir wird zugehört", resümiert sie. Sie weiß, dass ihre Arbeit von den Ressourcen abhängt, und dass die Stadtverordneten über die Mittel entscheiden. "Das Ziel ist das Wichtigste, egal ob man linksrum oder rechtsrum dahin gelangt."

Und das gelegentliche Diskussionen dem Klima nicht abträglich sein müssen, beweist auch, dass Bürgermeister a. D. Temmen über Marion Bohn-Eltzholtz sagt: "Sie war eine außergewöhnlich gute Mitarbeiterin." Er charakterisiert sie als "verlässlich, innovativ und kreativ". All das galt es unter anderem 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise an den Tag zu legen.

Bohn-Eltzholtz: "Wir konnten viele Flüchtlinge in Sprachkursen, Jobs oder Ausbildungsplätze vermitteln und auch die Kinder haben wir in die Betreuung bekommen." Die Erfolge bei der Integration machen stolz.

"Es sind immer wieder die gleichen Themen, mit denen wir uns beschäftigen müssen", sagt die scheidende Fachbereichsleiterin. Da ist etwa die Knappheit bei geförderten Wohnungen oder der Fachkräftemangel bei den Erziehern und Erzieherinnen gibt. Dennoch: "Ich weiß ganz genau, was wir bei der Kinderbetreuung erreicht haben." Dazu zählen der Ausbau der U-3-Betreuung, der Hortplätze und die Etablierung des Kindertagesmüttervertretungsmodells, das nach dreijähriger Förderung durch die Rheinberger Stiftung nun aus städtischen Mitteln bezahlt wird.

Gerne würde Bohn-Eltzholtz sehen, wenn die Gruppengröße in den städtischen Kitas auf 20 sinken würde. Das käme nicht nur den Kindern zugute, es erleichtere auch die Arbeit der Erzieherinnen, die Arbeitsplätze würden attraktiver.

"Wir haben die Stadtbücherei relativ gut durch die schlechte Zeit gebracht", sagt Bohn-Eltzholtz im Gespräch mit unserer Zeitung. Wenn die Anträge der Haushaltsberatung heute in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden, wird die Bücherei eine halbe Stelle mehr erhalten und kann künftig auch wieder donnerstags öffnen.

Konkrete Pläne für den Ruhestand hat die 65-Jährige nicht. Sorgen um ihre Nachfolge aber auch nicht: Ihre bisherige Stellvertreterin Angelika Hartmann wird den Fachbereich künftig leiten. Boris Schöppner

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