So groß ist das Ei einer bis zu 2 Gramm schweren Schmuckelfe.
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So groß ist das Ei einer bis zu 2 Gramm schweren Schmuckelfe.

Fliegendes Getier

Kronberg: Guck mal, wer da flattert

  • VonBoris Schöppner
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In der neuen "Flughalle" informiert der Opel-Zoo über Insekten, Vögel und Fledermäuse.

An dem diesig-nieseligen Morgen sind wir mit Dr. Tanja Spengler, Biologin und stellvertretende Leiterin der Zoopädagogik, verabredet. Wir wollen uns die neue "Flughalle" zeigen lassen, in der der Opel-Zoo über die drei flugfähigen Tiergruppen, also Vögel, Fledermäuse und Insekten informiert. Wir passieren das untere Kassenhäuschen, gehen vorbei am Elefantenhaus und biegen bei den Störchen nach links. Rechter Hand ist die Feldhamsteranlage. In einem Teil der Anlage toben die Gleithörnchen am Drahtgeflecht und über die Äste entlang. Das sind putzige, aber etwas aufgedrehte Zeitgenossen. Und sie könne zwar weit springen und gleiten, fliegen aber, das können sie nicht.

Flügel aus "Armen" und Hautfalten

Wir schwenken nach rechts auf den Waldlehrpfad und steuern die Flughalle an, die ehemalige Fledermaushütte. Von den 1,3 Millionen bekannten Tierarten kann etwa die Hälfte fliegen, verrät Spengler. Für diese hohe Zahl sind natürlich zu einem großen Teil die Insekten verantwortlich Sie gelten mitunter als "heimliche Herrscher",

An Tafeln wird dargestellt, dass bei Vögeln die "Arme" zu Flügeln umfunktioniert wurden, bei Insekten aber die Flügel aus Hautausstülpungen bestehen. Die Bedeutung der Insekten als Bestäuber, Gesundheitspolizei und Futtertiere und damit ihr wirtschaftlicher Nutzen wird auf einer Schautafel dargestellt, aber auch ihre Bedrohung und die Gründe dafür werden aufgezeigt.

Die Fledermäuse, die "Kobolde der Nacht", sind faszinierende Wesen. Wie sie sich in völliger Dunkelheit nicht nur orientieren können, sondern wie sie im Fluge auch noch ihre Beute orten und fangen, darüber erfahren die Besucher viel Wissenswertes. Auf der Jahresuhr lässt sich ablesen, mit was die Fledermäuse in welchem Monat beschäftigt sind.

Der Strauß legt die größten Eier. Das Ei einer Schmuckelfe, einer Kolibriart, ist gerade einmal so groß wie ein Tic-Tac. Das wundert nicht, wenn man weiß, dass das Vögelchen nur etwa 6,8 bis 7 Zentimeter lang ist und zwischen 1,6 bis 2,8 Gramm wiegt.

Im Verhältnis zur Körpergröße fällt ein Hühnerei übrigens recht klein aus, während das Ei eines Zwergkiwis aus Neuseeland geradezu riesig erscheint. Unterschiede gibt es nicht nur bei der Größe, sondern auch bei der Form der Eier. Bei Vögeln, die in Felsspalten brüten, sind sie weniger rund, schließlich wäre es eine Katastrophe, wenn sie ins Rollen kämen.

Nur Kolibris

können schwirren

Kolibris sind bekannt für ihren Schwirrflug, der ihnen erlaubt, in der Luft zu stehen, um etwa an den Nektar aus Blütenkelchen zu gelangen. Wie das gelingt: indem man seine Flügelchen bis zu 80 Mal pro Sekunde in Form einer Acht kreisen lässt und so einen stetigen Luftstrom erzeugt.

Anstrengend ist auch der Ruderflug, bei dem die Flügel ständig auf und abgeschlagen werden. Wer kann, wechselt auf eine andere Flugart, wenn es die Winde zulassen: Kraftschonend ist etwa der Gleitflug., bei dem die Flügel wie Tragflächen ausgebreitet werden. Beim Segelflug werden die thermischen Aufwinde genutzt, also warme Luft, die nach oben steigt. Ein Geschwindigkeit von 350 Kilometer pro Stunde erreicht der Wanderfalke, wenn er sich im Sturzflug auf seine Beute stürzt.

Ein Element fehlt noch: eine beleuchtete Litfaßsäule mit Informationen für die Besucher, was sie ganz persönlich machen können, um Insekten zu schützen und so einen Beitrag gegen das Insektensterben zu leisten. Der Erhalt der biologischen Vielfalt liegt nicht nur im Interesse der Insekten selbst, auch viele Vogelarten benötigen die Insekten als Nahrungsquelle. Und ohne Insekten hätte es auch der Mensch schwer. So sind es doch Bienen, Wildbienen und andere Insekten, die die Mehrzahl der Pflanzen, die Früchte tragen, bestäuben. Der Opel-Zoo selbst hat Blühstreifen angelegt. Die Flughalle auf dem Waldlehrpfad ist ein weiterer Beitrag, das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge zu schärfen.

Boris Schöppner

Den Fledermäusen gehört die Nacht.
Welcher Vogel hat welches Gefieder? Die Antworten finden sich an dieser Station, wie Dr. Tanja Spengler demonstriert.
Besucher sehen per Mikroskop, wie eine Feder beschaffen ist.

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