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Auf dem Drohnenbild ist im Vordergrund der Campus Kronberg zu erkennten. Das neue Bachbett schlängelt sich über die Wiese, die Böschung muss noch grünen. Den Verlauf des alten Bachbetts erkennt man aufgrund der Bäume und Büsche gut.

Westerbach fließt in neuem Bett

Wasser reicht nicht für zwei Bäche: Ausgleichsmaßnahme „Bendersee“ abgeschlossen

Was lange währt wird endlich Bach. Als Ausgleichsmaßnahme für den Flächenverbrauch bei der Errichtung des Campus Kronbergs hat der Westerbach ein neues Bett bekommen. Das alte wird trockenfallen.

Kronberg - Mit großem Interesse hat Udo Keil, Fraktionsvize der Grünen, jüngst im Umweltausschuss die Ausführungen von Yvonne Richter vom Fachreferat Umwelt zur Ausgleichsmaßnahme „Bendersee“ verfolgt. Das ist kein Wunder, war es doch Keil, der in der Vergangenheit immer wieder nachgefragt hatte, wann endlich mit der Maßnahme begonnen werde, die einen Ausgleich für den Flächenverbrauch durch den Bau des Campus Kronberg schaffen soll. Auf dem Drohnenbild, das Richter an die Wand projizierte, lässt sich Lage und Verlauf des neuen Bachbettes gut erkennen. Und die des alten Baches. Der neue Bach führt unterhalb des alten Bachbettes über die Wiese und unterquert die Landesstraße 3015.

29 Hochstämme werden gepflanzt

Ergänzt wird die Schaffung des neuen Bachbettes von der Neuanlage einer Streuobstwiese mit regionalen Obstbaumsorten. Gepflanzt werden 29 Hochstämme von alten Sorten. Neben Apfelbäumen sollen dort künftig auch Quitten und Birnen wachsen.

98 Ufergehölze sind angepflanzt worden, hinzu kommen 420 Sträucher. An der Bachböschung wird Regio-Saatgut angesät (Feuchtwiese mit hohem Wiesenknopfanteil). Das gilt auch für die Wiesenfläche. Auf dieser Wiese soll zweimal im Jahr gemäht werden, wobei die erste Mahd vor dem 31. Mai und die zweite Mahd nach dem 15. September erfolgen soll. Das Heu soll abgefahren werden. Die Wiese soll weder gedüngt werden, noch sollen Pestizide zum Einsatz kommen. Die Streuobstwiese soll von einem Landwirt gepflegt werden. Zu den angekündigten Pflegemaßnahmen zählt das regelmäßige Entfernen des Japanischen Knöterichs.

Der Bachlauf wurde am Computer entwickelt

Der neue Bachlauf wurde am Computer entwickelt. Die ausführende Firma hat die 3D-Visualisierung genutzt, um das Profil mit dem Bagger auszuheben. Das Bachbett verläuft nicht gerade, es führt in leichten Bögen durch das Gelände. 220 Meter ist der neue Bachlauf lang. Er biegt an einer Stelle über die Wiese ab, bevor der bestehende Bachlauf seine Richtung ändert. Der alte Bachlauf soll künftig als Altarm bestehen bleiben und dem Hochwasserschutz dienen. Führt der Bach zu viel Wasser, läuft ein Teil über eine Schwelle in das alte Bett. Den Lauf des bestehenden Baches erkennt man gut an den hochgewachsenen Bäumen und Büschen, die ihn säumen. Sie sollen stehen bleiben. Ob sie dauerhaft überleben können, das wird die Zukunft zeigen.

Die lange Verzögerung bei der Umsetzung hängt mit den Besitzverhältnissen der umgebenden Grundstücke zusammen. Es gab ursprünglich Überlegungen, eine Landschaft mit Teichen, Feuchtbiotopen und Wegen zu schaffen, die der Naherholung dienen sollte. Doch die Maßnahme beschränkt sich nun auf einen zwölf Meter breiten Korridor – die Grundstücke, die für die große Lösung erforderlich gewesen wäre, konnten nicht erworben werden.

Erich Geisel, Fraktionschef der UBG, bedauerte, dass das alte Bachbett dauerhaft trocken fallen wird. Doch Yvonne Richter ist sich sicher: „Für zwei Bäche gibt es dort einfach nicht ausreichend Wasser.“ Auch über einen Weg hätte sich Geisel gefreut. Er erinnert sich noch an weit zurück liegende Überlegungen, einen Spazierweg entlang des Westerbachs anzulegen, der bis nach Frankfurt führt.

Udo Keil sieht das anderes, er ist mit der gefundenen Lösung zufrieden: Aus einem renaturierten Areal müsse nicht sofort wieder ein Freizeit- oder Naherholungsprojekt werden. Er appellierte dafür, dem neuen Bach Zeit zu geben, sich möglichst natürlich zu entwickeln.

von Boris Schöppner

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