Stadtmarketing-Leiter Matthias Greilach im Gespräch mit Vertretern der Kronberger Wirtschaft in der Fußgängerzone
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Stadtmarketing-Leiter Matthias Greilach im Gespräch mit Vertretern der Kronberger Wirtschaft in der Fußgängerzone

Stadtmarketing

Kronberg: Ideen sammeln und Kräfte bündeln

  • VonBoris Schöppner
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Der neue Stadtmarketing-Chef Matthias Greilach sucht das Gespräch mit den Gewerbetreibenden.

Kronberg -Die Erwartungen der Selbstständigen in Kronberg an den Leiter des Stadtmarketings sind hoch und das Interesse an seiner Person ist groß. Das ließ sich gut am Dienstag in der Fußgängerzone in der Friedrich-Ebert-Straße beobachten. Für die Zeit von 12 bis 17 Uhr hatte die Stadt zu einem kleinen Umtrunk geladen, zu dem sie 120 Einladungen verschickt hatte. Nicht alle werden gekommen sein, doch zwischen 13 und 15 Uhr war ein stetes Kommen und Gehen zu beobachten.

Für Matthias Greilach, den Neuen auf der neugeschaffenen Stelle, war das eine Gelegenheit, erste Gespräche zu führen und Visitenkarten auszutauschen. Genau so hatte man sich das im Rathaus erwünscht, wie Pressesprecher und Wirtschaftsförderer Andreas Bloching verriet: Begegnungen in lockerem Rahmen, ein unbefangenes Kennenlernen (bei Orangensaft, Wasser, Riesling oder Prosecco) und die Gelegenheit für Greilach, "die Atmosphäre der Stadt aufzusaugen" (Bloching).

Am Tag zuvor hatte der Stadtmarketing-Leiter seine Arbeit in Kronberg angetreten, von der er sagt: "Mein Job besteht aus Kommunikation." Christian Hellriegel, Vorsitzender des Bundes der Selbstständigen (BDS), hat einen grundsätzlichen Wunsch. Er möchte dass das integrierte Stadtmarketing-Konzept, das von Professor Dr. Karl Eggers unter Mitwirkung des BDS erarbeitet wurde, auch umgesetzt und von Greilach vorangetrieben wird. Auch Kai Habig, von Raumausstattungen Habig, hat Angst, "dass das Konzept in der Schublade verschwindet". Es wäre nicht das erste, dem dieses Schicksal in Kronberg widerfahre. Der Raumausstatter hat aber auch ein konkretes Anliegen: Er möchte, dass es einen ansprechenden Internetauftritt gibt, auf dem für Besucher und Einheimische relevanten Informationen zusammenlaufen.

BDS-Vorsitzender Hellriegel erwartet sich von Greilach Impulse, damit die Altstadt wieder attraktiver wird. Er bedauert, dass es dort kaum noch Geschäfte gibt. Makler und Architekten können seiner Ansicht nach ihre Büros gerne in oberen Stockwerken unterbringen, für die Ladenflächen wünscht er sich eine Nutzung, die mehr Publikum in die Stadt zieht. Was dem Einzelhandel und der Gastronomie fehle, sei das Vertrauen, dass man mehr Umsatz machen könnte, wenn man länger öffnet. Eine Frage, die vermutlich noch an Gewicht gewinnen wird, wenn der Kammermusiksaal am Bahnhof in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres seinen Betrieb aufnimmt.

Anja Mangold aus der Teestube hat beobachtet, dass Kunden, die zuvor den Opel-Zoo besucht haben, "kauffreudig" seien. Sie ist nicht die einzige, die hofft, dass mittels des Stadtmarketings mehr Zoobesucher einen Abstecher nach Kronberg wagen. Claudius Jeß vom Posthof erwartet von Greilach, dass er zur Schnittstelle zwischen den Protagonisten wird, also zwischen Stadt, Gastro, Hotellerie, Vereinen und Kultureinrichtungen inklusive Opel-Zoo. Es gehe darum Touristen attraktive Angebote zu machen. Auch die Taunus-Touristik erwarte solche "Packages".

Der Leiter des Stadtmarketings ist mit dem Verlauf des Nachmittages sehr zufrieden. "Das war ein perfekter Start. Ich habe einige der Protagonisten kennengelernt, die für meine Arbeit wichtig sind." Er ist davon überzeugt, dass in Kronberg ganz viele "Ideen und Vorschläge schlummern". Greilach: "Jetzt gilt es, aus all den Puzzlestücken, etwas Großes, Wichtiges zu machen."

Von Boris Schöppner

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