Seit gestern kann gewählt werden: Michael Kauth wirft seinen Umschlag mit den Briefwahlunterlagen in die Urne.
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Seit gestern kann gewählt werden: Michael Kauth wirft seinen Umschlag mit den Briefwahlunterlagen in die Urne.

Bürgermeister wird neu gewählt

Kronberg kann schon abstimmen

  • vonBoris Schöppner
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Die Briefwahl ist gestartet. Seit Montag ist die Stimmabgabe für die Bürgermeisterwahl in Kronberg möglich. Drei Kandidaten wollen das Erbe von Amtsinhaber Kalus Temmen antreten.

Kronberg -Bis um 14 Uhr hatten gestern bereits 20 Personen ihre Briefwahlunterlagen online angefordert. Der Erste, der bei der Bürgermeister-Direktwahl seine Stimme abgegeben und den Briefwahlumschlag in die Wahlurne in den Räumen Herzog und Fuchstanz im ersten Stock der Stadthalle geworfen hat, war Michael Kauth.

Der stellvertretende Wahlleiter nutzte die Gelegenheit, die jedem Bürger zur Verfügung steht: die Abgabe der Briefwahlunterlagen im Briefwahlbüro, wo auch die Wahlleitung sitzt. Das Wählen dort funktioniert auch mit Personalausweis. Wer bereits einmal gewählt hat, dessen Eintrag wird mit einem "W" gekennzeichnet. Somit ist eine erneute Stimmabgabe am Wahlsonntag nicht mehr möglich.

Anlass für die Stimmabgabe von Kauth und den Einwurf in die große Wahlurne (eine umfunktionierte Mülltonne mit weißen "Wahlurnen-Aufklebern auf den Seiten" und dem unmissverständlichen Hinweis auf der Deckeloberseite "Bitte keine heiße Asche einfüllen!") war ein Pressetermin. "Die Stadt möchte die Gelegenheit nutzen, die Wähler zur Briefwahl zu animieren", machte Jochen Schmitt-Laux, Leiter des Fachbereichs Verwaltungssteuerung, deutlich. Das Ziel: die Entzerrung des Wahlgeschehens. Wer per Brief wählt, steht am 1. November nicht vor einem Wahllokal in der Schlange. Und das ist in Corona-Zeiten wichtig.

Bei der Bürgermeister-Direktwahl gibt es laut Stadtpressesprecher Andreas Bloching 14 223 Wahlberechtigte. "Aufgrund der Corona-Pandemie ist davon auszugehen, dass Wählerinnen und Wähler verstärkt die Möglichkeit der Briefwahl nutzen werden", erklärt er.

Wahlberechtigte können die Briefwahl im Briefwahlbüro oder auch im Internet unter www.kronberg.de beantragen. Dazu ist auf der Startseite der Stadt unter www.kronberg.de ein Direkt-Link eingerichtet.

Die Versendung der Wahlbenachrichtigungen an alle Wahlberechtigten erfolgt zentral über die ekom21. Wer keine Wahlbenachrichtigung erhalten sollte und glaubt, wahlberechtigt zu sein, sollte sich bitte mit dem Wahlbüro in Verbindung setzen. Dieses ist immer zu den Öffnungszeiten montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr telefonisch unter (06173) 7 03-43 00 erreichbar, ebenso per E-Mail an: wahlen@kronberg.de.

Für den Besuch des Briefwahlbüros in der Stadthalle gelten die bestehenden Hygiene- und Abstandsregelungen. Beim Betreten ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht. Um Wartezeiten zu vermeiden, wird empfohlen, einen Termin zu vereinbaren. Zudem sind Auf- und Abgänge sowie Ein- und Ausgänge definiert worden. Da gilt es, auf die Beschilderung zu achten.

Die normalerweise in den beiden Seniorenwohnanlagen Altkönig-Stift (Oberhöchstadt) und Rosenhof (Schönberg) sowie im Ernst-Winterberg-Haus (Kronberg) bei Wahlen eingerichteten Wahllokale können vor dem Hintergrund der Corona-Schutzmaßnahmen und zur Vermeidung von Infektionsrisiken für die dortigen Bewohner anlässlich der Bürgermeisterwahl am 1. November und gegebenenfalls der Stichwahl am 15. November nicht eingerichtet werden.

"Diese Entscheidung erfolgte in enger Abstimmung mit den Leitungen der Einrichtungen", teilt die Stadtverwaltung mit. Die betroffenen Wahllokale werden verlegt: vom Altkönig-Stift ins Haus Altkönig (Altkönigstraße 30), vom Rosenhof in die Taunushalle (Friedrichstraße 57) und vom Ernst-Winterberg-Haus in den Baubetriebshof (Westerbachstraße 13). Das Wahllokal im Seniorenstift Hohenwald könne beibehalten werden, da dort eine separate Zugangsregelung für Wähler und Bewohner möglich sei und eingerichtet werde.

Aufgrund des in der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Donnerstag gefassten Beschlusses zum CDU-Prüfantrag auf Einrichtung beweglicher Wahlvorstände wird die Wahlleitung kurzfristig das Gespräch mit den Seniorenwohnanlagen und Seniorenstiften suchen, um zu klären, ob in der jeweiligen Einrichtung eine Umsetzung des Antrags möglich ist.

Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) hatte in der Sitzung des Stadtparlaments darauf hingewiesen, dass für die Stimmabgabe bei den mobilen Wahlvorständen ein Wahlschein Voraussetzung sei, der zuvor beantragt werden muss. Ferner versprach er, dass die Stadt einen Fahrdienst einrichtet, der die drei betroffenen Senioreneinrichtungen mit den Wahllokalen verbinden werde.

Die Stadt trifft für den Wahltag in den Wahllokalen Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz vor Corona. Im Eingangsbereich werden Desinfektionsspender bereitgestellt. Beim Betreten des Wahllokals ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht. Zum Schutz der Mitglieder des Wahlvorstandes werden Plexiglastrennwände installiert. Die Wahlkabinen und Schreibstifte werden entsprechend desinfiziert. Pro Wahllokal werde es eine Reinigungskraft geben, kündigte Schmitt-Laux gestern an.

Beteiligung bei den vergangenen Wahlen

Bei der Landtagswahl in Hessen 2018 waren im zugehörigen Wahlkreis 12 961 Bürger aus Kronberg wahlberechtigt. Von ihrem Wahlrecht machten 9983 Wahlberechtigte Gebrauch, was einer Wahlbeteiligung von 76,25 Prozent entspricht. Die Briefwahl nutzten 2827.

Bei der Landratswahl im Hochtaunuskreis 2018 machten von 14 267 Wahlberechtigten in Kronberg insgesamt 4201 Personen von ihrem Wahlrecht Gebrauch, was einer Wahlbeteiligung von 29,45 Prozent entspricht. Die Briefwahl nutzten 1132.

Bei der Bürgermeister-Direktwahl 2014 waren 14 273 Kronberger wahlberechtigt. Von ihrem Wahlrecht machten 7910 Gebrauch, was einer Wahlbeteiligung von 55,42 Prozent entspricht. Die Briefwahl nutzten 2004 Wähler. 2014 gab es nur einen Bewerber - den Amtsinhaber Klaus Temmen (parteilos). In diesem Jahr treten drei Kandidaten an: Andreas Becker (CDU), Kristina Fröhlich (FDP) und Christoph König (unabhängig).

von Boris schöppner

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