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Thorsten Buss aus Kronberg hat seine Corona-Erkrankung überstanden und in der Zeit der Quarantäne sehr viel Hilfsbereitschaft erfahren. Jetzt will der Vorsitzende des Alstadtkreises anderen helfen. 

Coronavirus-Pandemie

Mann aus Kronberg übersteht Corona – und erzählt von seinen Erfahrungen

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Thorsten Buss aus Kronberg hat die Corona-Erkrankung überstanden und erzählt von seinen Erfahrungen mit dem Virus. Jetzt will er helfen.

  • Thorsten Buss aus Kronberg war mit dem Coronavirus infiziert
  • Buss war Corona-Patient Nummer 64 im Hochtaunuskreis
  • Nach überstandener Krankheit will Buss helfen

Kronberg - Wer Thorsten Buss kennt, der weiß, er ist ein freundlicher, zupackender und optimistischer Mensch. Am Montagvormittag stößt der Autor dieser Zeilen am Schirnbrunnen in Kronberg auf den Vorsitzenden des Altstadtkreises. Am Brunnen werden gerade ein paar Risse zugekittet, schließlich soll er osterfein sein. „Der wird wieder geschmückt und wir stellen auch die Holzhasen auf“, kündigt Buss an. „Dir geht es gut“, stellt der Redakteur mehr fest, als dass er fragt. „Wieder“, gibt Buss zurück, „ich hatte Corona und war bis Samstag in Quarantäne.“ Jetzt ist er mit einem Einkaufskorb am Arm unterwegs, um für die Teile der Familie einzukaufen, die noch unter Quarantäne stehen. Und er strahlt mit der Frühlingssonne um die Wette.

„Ich fühle mich wie ein kleiner Vogel, der im Frühjahr das erste Mal das Nest verlässt“, schildert der 56-Jährige seinen Gemütszustand. Das Ganze wird interessant. Mittlerweile sind wir die Friedrich-Ebert-Straße in Kronberg hinuntergelaufen und kommen kurz vor dem Traditionsgasthaus „Adler“ zum Stehen, peinlich genau auf den Sicherheitsabstand bedacht, versteht sich.

Kronberg: Corona-Patient Nummer 64 im Hochtaunuskreis

Ob er denn etwas über seine Erfahrungen während der Erkrankung erzählen wolle? „Sehr gerne, aber dann lass uns bitte wieder auf den Schirnplatz gehen, da scheint die Sonne“, antwortet Buss. Wir nehmen gegenüber Platz auf zwei der Holzmöbel, die dort in Kronberg seit der Umwidmung der Friedrich-Ebert-Straße in eine Fußgängerzone stehen.

Thorsten Buss war Corona-Patient Nummer 64 im Hochtaunuskreis. Die Betreuung durch das hiesige Gesundheitsamt kann er nur loben. Angefangen habe alles wie eine normale Grippe. „Ich habe gefühlt, da kommt etwas auf mich zu.“ Das war am Samstag, 21. März. Buss steht das Wochenende durch, kündigt seiner Hausärztin einen Besuch an. Die empfängt ihn am Hintereingang der Praxis und macht den Corona-Test

Das Ergebnis liegt am nächsten Tag vor: positiv! Die Hausärztin informiert das Gesundheitsamt des Kreises - und das meldet sich schon eine halbe Stunde später beim Patienten in Kronberg. Gemeinsam versucht man, alle Kontakte durchzugehen. Ein schwieriges Unterfangen, hat Buss beruflich doch mit etwa hundert Mitarbeitern zu tun. Man konzentriert sich auf engere Kontakte, schließlich bleibt das familiäre Umfeld übrig. Es werden weitere Tests durchgeführt und Quarantäne angeordnet.

Corona-Infektion in Kronberg: Kopfschmerzen und Hustenreiz

Woher er das Virus hat? Das weiß Buss bis heute nicht. Vielleicht aus dem beruflichen Umfeld, genau sagen lasse sich das nicht. Und die Symptome? „Ich hatte Kopfschmerzen, einen trockenen Hustenreiz und war schlapp“, erzählt der Genesene bereitwillig. Das Fieberthermometer zeigte 38,6 Grad Celsius an. Ein minderschwerer Verlauf. Natürlich erreichten auch den Kronberger die Nachrichten aus Italien und von Beatmungspatienten in Hamburg. Angst habe er nicht gehabt. „Ich bin schon immer ein positiver Mensch“, sagt Buss.

Überwältigt hat ihn die Hilfsbereitschaft in Kronberg. „Wir vom Altstadtkreis hatten ja die Unterstützung von Älteren und Menschen in Quarantäne organisiert - jetzt konnte ich sie selbst erfahren.“ Jetzt will er sich in die Hilfe stürzen. Als jemand, der die Krankheit überstanden hat, sei er wegen seiner Immunität ja geradezu dafür prädestiniert. Und er hat seine Bereitschaft signalisiert, der Universität Blut zur Verfügung zu stellen. Bis es so weit ist, muss er noch vierzehn Tage warten. Denn in dieser Zeit produziert der Körper noch weiter Antikörper. 

Von Boris Schöppner

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