Wirt Gregor Baumann wartet auf junge Gäste. Anfang Dezember möchte er im Café Freizeit heiße Beats am Mischpult und Freigetränke für die Kronberger Jugend anbieten.
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Wirt Gregor Baumann wartet auf junge Gäste. Anfang Dezember möchte er im Café Freizeit heiße Beats am Mischpult und Freigetränke für die Kronberger Jugend anbieten.

Geselligkeit mit Spaß

Kronberger Jugend mit Disco und DJ ins "Café Freizeit" locken

  • VonEsther Fuchs
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Der Wirt Gregor Baumann und die Jugendarbeit der Stadt wollen den Treffpunkt mit Live Acts und Partys beleben.

Kronberg -"Ich weiß auch nicht genau, woran es liegt", sagt Gregor Baumann und hält die Arme verschränkt vor die Brust. Der Gastwirt des Café Freizeit kann sich irgendwie keinen richtigen Reim auf das Phänomen seiner Kneipe machen. Eigentlich wurde das Freizeit als Treffpunkt für Jung und Alt geöffnet. Die Stadt förderte das Vorhaben.

Die Geschäfte laufen auch ganz gut. Trotz Corona. Doch bisher kommen fast nur die Älteren zum Treff am Ernst-Schneider-Platz.

Das sind vornehmlich alteingesessene Schönberger, die das Freizeit noch von Baumanns Vorgänger kennen.

Was dem Ort jedoch fehlt, ist die Jugend. Sie macht sich rar und dem Wirt Kopfzerbrechen. Eine Party unter 2 G mit Discjockey und Freigetränken soll die Jugend nun anlocken. Am Freitag, 3. Dezember, wird Baumann die Discokugel anwerfen und passende Beats auflegen lassen.

Die Idee ist aus einem kürzlich stattgefundenen Treffen mit dem Stadtjugendring entstanden und soll nun umgesetzt werden.

Freizeit-Gäste loben den Plan: "Das ist doch toll, wenn die Jugend hierherkommt", findet Wolfgang Grabowski. Das Freizeit sei doch ein optimaler Anlaufort, so die Meinung am Tisch rund um Grabowski.

Alle zwei Wochen Live-Acts

Und in der Tat. Schaut man sich um, gibt es nichts zu meckern. Der Wirt bietet eine große Auswahl an Getränken zu mehr als zivilen Preisen. Baumann selbst ist ein Buddy. Ein Sympathieträger, der mit jedem kann. Im schwarzen T-Shirt und Jeans gekleidet, verrät er, dass er gerade wieder ein paar neue Gimmicks in Sound- und Lichtanlage hat einbauen lassen.

Zu Baumanns festem Programmangebot gehört es, alle zwei Wochen Bands live im Freizeit spielen zu lassen. Mit dem Stadtjugendring und Johannes Schöller, der städtischerseits mit der Jugend betraut ist, hatte sich Gregor Baumann "konspirativ" getroffen.

Das Ergebnis des Treffens: Die seit fast zwei Jahren dauernde pandemische Lage könnte wesentlicher Grund für das Ausbleiben der Jugend sein. Die Jugendlichen, die vor der Pandemie solche örtlichen Angebote aufsuchten, sind mittlerweile erwachsen, haben einen Führerschein und fahren nach Frankfurt, sagt Baumann. In der Vergangenheit wuchs eine Generation Jugendlicher heran, die Pandemie-bedingt wenig Sozialkontakte pflegen durfte. Ausgehen, Spaß haben und sich in einer Kneipe treffen? Fehlanzeige! Mund-Nasen-Schutz, Selbsttests und trister Corona-Alltag drücken auf die Seele und haben geselliges Miteinander abgetötet. "Viele kennen das Freizeit vielleicht noch gar nicht", so der Wirt. Das soll sich nun ändern. Auch wenn die Pandemie noch nicht zu Ende ist und nur unter 2 G, also geimpft oder genesen, gefeiert werden darf, soll das Freizeit mehr Publicity bekommen. Die Stadt sponsert das Vorhaben und die erste Party am 3. Dezember im Café Freizeit. Johannes Schöller und Gregor Baumann haben einen Flyer erstellt. "500 Exemplare hat die Stadt drucken lassen. Sie sollen am Montag in der Altkönigschule unter den Jugendlichen verteilt werden", verrät Schöller. Ein DJ soll dann Anfang Dezember am Mischpult coole Beats und Bässe mixen. Jeder, der den Flyer mitbringt, bekommt ein Freigetränk. Los geht es um 19 Uhr.

Für die weitere Zukunft erhofft sich das Freizeit dann regelmäßig mehr Jugendliche. Partys könnten, wenn es nach Georg Baumann geht, dann künftig einmal monatlich stattfinden. Die zweiwöchigen Live-Acts würde er auch mit Jugendbands bestücken. "Wer eine junge Band kennt oder in einer Band spielt, soll sich doch einfach mal bei mir melden. Ich bin für alles zu haben."

Der Testballon mit DJ steigt am Freitag, 3. Dezember. Hoffentlich hoch und weit in den Himmel ohne zu platzen. Das wäre für Jung und Alt einfach zu schade.

Esther Fuchs

Dieser Flyer soll am Montag verteilt werden.

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