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Baumfällarbeiten zwischen Kronberg und Oberhöchstadt. Pappeln werden gefällt.

Standsicherheit

Kronberger sauer: Pappeln gefällt ? Nachpflanzungen in Sulzbach geplant

Größer könnte der Kontrast kaum sein: Zwischen dem Bild, das unser Fotograf Jens Priedemuth am Freitag gemacht hat und dem Bild, das zeigt, wie Fritz Wucherer die Allee 1928 gesehen hat, liegen Welten.

Größer könnte der Kontrast kaum sein: Zwischen dem Bild, das unser Fotograf Jens Priedemuth am Freitag gemacht hat und dem Bild, das zeigt, wie Fritz Wucherer die Allee 1928 gesehen hat, liegen Welten. Traurige Stümpfe neben dem Ortsschild Oberhöchstadts, mehr ist nicht geblieben. Die Standsicherheit der Pappeln sei nicht mehr gewährleistet, hatte Hessen Mobil die Maßnahme begründet. Die hessische Straßenbaubehörde hatte angekündigt, Ersatzpflanzungen außerhalb des Stadtgebietes vorzunehmen.

In einer Pressemitteilung heißt es, um das Fällen der Pappeln zu kompensieren, werde es noch in diesem Jahr an der L 3367 bei Sulzbach zu Neupflanzungen von 14 Säuleneichen kommen. Damit wollen sich die Kronberger aber nicht zufriedengeben. Das wurde unter anderem bei der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend deutlich. Dort forderte Grünen-Vize Udo Keil Ersten Stadtrat Robert Siedler (parteilos) auf, sich bei Hessen Mobil dafür einzusetzen, dass es zu Nachpflanzungen in Kronberg kommt.

In einer Pressemitteilung hatten die Grünen sogar gefordert, diese im Notfall sogar aus städtischen Mitteln zu bezahlen. Siedler kündigte an, das Gespräch mit der Landesbehörde zu suchen. Schließlich gehe es auch ums Landschaftsbild.

Jetzt haben die Sozialdemokraten nachgelegt und liefern weitere Argumente, warum die Allee zu Kronberg gehört. Eine Nachpflanzung in Sulzbach möge für die Ökobilanz ausreichen, schaffe aber natürlich keinen ordentlichen Ersatz für den Verlust der landschaftsprägenden Bäume.

„Nicht zu verstehen ist auch, dass entlang der alten Chaussee seit weit über 120 Jahren Pappeln stehen, wie Bilddokumente belegen, und nun plötzlich der Pflanzstreifen zu klein sein soll“, heißt es.

Die Kompensation müsse nicht zwingend durch Ersatzpflanzung an Ort und Stelle erfolgen, da es sich bei den zu fällenden Pappeln nicht um eine Allee und deshalb auch nicht um ein funktional – also an Ort und Stelle – auszugleichendes gesetzlich geschütztes Biotop im Sinne des Gesetzes handelt, argumentiert Hessen Mobil auf Anfrage. Diese Einschätzung beruhe auf einer Auswertung der zur Verfügung stehenden Naturschutzdaten, welche die fraglichen Bäume und Gehölze nicht als gesetzlich geschütztes Biotop ausweisen.

Aufgrund der vorhandenen großen Lücken sei kein für eine Allee erforderlicher Bestand zu verzeichnen, und der Alleecharakter werde überwiegend durch die straßenbegleitenden Gehölze zerstört.

Hessen Mobil hatte dennoch zunächst beabsichtigt, die Fällungen an gleicher Stelle zu kompensieren. Dieses Vorhaben musste jedoch aus Verkehrssicherheitsgründen verworfen werden, da die nach den geltenden Richtlinien erforderlichen Sicherheitsabstände zur Landesstraße nicht eingehalten werden können. Auch eine passive Schutzeinrichtung (Leitplanke) zwischen Straße und Bäumen benötigt für ihre Wirksamkeit einen Mindestabstand zum Hindernis, der im vorliegenden Fall nicht eingehalten werden kann. öp

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