Die Stadthalle soll 2022/23 innen wie außen auf aktuellen Stand gebracht werden.
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Die Stadthalle soll 2022/23 innen wie außen auf aktuellen Stand gebracht werden.

Stadtfinanzen

Kronberger Sparstrumpf soll Millionen-Lücke stopfen

  • Stefan Jung
    VonStefan Jung
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Bürgermeister König bringt Doppelhaushalt für 2022/23 ein - Corona-Einbruch vergleichsweise glimpflich - Umlagen gehen ins Geld

Kronberg -"Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not" - wer wissen möchte, was es mit diesem alten Sinnspruch auf sich hat, dem empfiehlt sich ein Blick in den Entwurf des Doppelhaushalts für die Jahre 2022/23, den Bürgermeister Christoph König (SPD) gestern Abend im Kronberger Stadtparlament eingebracht hat.

Denn obwohl der Kämmerer der Burgstadt zum gegenwärtigen Zeitpunkt damit rechnen muss, dass seine Stadtkasse in den kommen beiden Jahren eine Deckungslücke von insgesamt fast 10 Millionen Euro aufweisen wird, werden die Kronberger wohl weder den Gürtel schmerzlich enger schnallen noch höhere Grund- oder Gewerbesteuern berappen müssen.

Der Grund: Die Stadt hat in den guten Zeiten einiges auf die hohe Kante legen können. Aktuell, so König gestern bei der Vorstellung des Haushalts in einer Pressekonferenz, sei der städtische Sparstrumpf mit rund 35 Millionen Euro gefüllt.

Auch wenn man dem in den kommenden beiden Jahren zehn Millionen Euro entnehmen müsste, um die prognostizierten Haushaltslücken zu schließen, bleibe immer noch genug auf der Habenseite, um auch über das Jahr 2023 hinaus die städtischen Finanzen stabil halten zu können. König: "Natürlich werden wir genau beobachten, wie sich die Lage weiter entwickelt, und bei einer Verschlechterung gegensteuern müssen." Gegenwärtig habe er diese Sorge allerdings nicht. Man könne "vorsichtig optimistisch in die kommende Haushaltsperiode gehen".

Nach Aussage des Kronberger Rathauschefs machten die ersten Kennziffern und Steuerschätzungen, die man erhalten habe, doch Hoffnung, dass die Steuereinnahmen nach dem Corona-Einbruch in den Jahren 2020 wie auch 2021 schon bald wieder anziehen könnten.

Apropos "Corona-Einbruch" - von dem wurde die Burgstadt laut König bislang vergleichsweise überschaubar gebeutelt. Bei der Gewerbesteuer rechne man für das laufende Jahr mit Einnahmen von insgesamt 19,7 Millionen Euro. Das wären 1,8 Millionen Euro weniger als ursprünglich angesetzt. Bei der Einkommenssteuer geht man davon aus, das bis zum Jahresende rund 16,6 Millionen Euro nach Kronberg fließen. Das wären 1,5 Millionen Euro weniger als geplant.

Erfreulich ist das nicht, aber im Vergleich zu den Einnahmeverlusten anderer Kommunen erscheint es erträglich.

Zumal die Kronberger noch Ende 2020 einen - so nicht geplanten - Rekordgewinn in Höhe von 10 Millionen Euro hinlegen konnten.

Maßgeblich dafür verantwortlich waren damals einerseits millionenschwere "Sondereffekte" aus der Gewerbesteuer (König: "Ein Sechser im Lotto") und andererseits die Kompensationszahlungen, die das Land Hessen allen Städten und Gemeinden zukommen ließ, um den Corona bedingten Wegfall von Steuereinnahmen auszugleichen. Im Fall von Kronberg waren das 2020 immerhin sechs Millionen Euro.

In diesem und in den kommenden Jahren werde es diese direkte Zuwendung aus Wiesbaden wohl nicht mehr geben. Die entsprechenden Signale, so Rathauschef König, habe man bereits erhalten. Und auch das Füllhorn "Gewerbesteuer" wird 2022/23 wohl kein zweites Mal so üppig über den Köpfen der Burgstädter ausgeschüttet wie im vergangenen Jahr. Im Gegenteil.

Gewissermaßen als Fluch des "guten Jahres" 2020 wird Kronberg sehr viel höhere Umlagen zu zahlen haben. Mit ein Grund dafür, dass der Haushalt vor allem 2022 voraussichtlich deutlich stärker ins Millionen schwere Minus drehen wird als 2023.

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