Entscheidung zu B-Plan

Meilenstein für Entwicklung am Bahnhof

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Am 23. Juli entscheiden die Stadtverordneten über den B-Planentwurf zu Kammermusiksaal, Studienzentrum und Businesshotel. Aus Lärmschutzgründen ist am Bahnhof möglicherweise eine zweite Zufahrt erforderlich.

Es ist vollbracht. Nach monatelangen zum Teil sehr zähen Verhandlungen bringt der Magistrat nun für die kommende Sitzungsrunde den Entwurf für den Bebauungsplan eines der Kernprojekte für die Entwicklung des Bahnhofsareals ein: den für das Businesshotel, den Kammermusiksaal sowie das Studien- und Verwaltungszentrum der Kronberg Academy. Die Stadtverordneten stimmen am Donnerstag, 23. Juli, über den Entwurf des Bebauungsplans „Bahnhofsquartier Baufeld II“ ab, sollen den Magistrat ermächtigen, einen städtebaulichen Vertrag mit den beiden Vorhabenträgern Contraco GmbH und Kronberg Academy Stiftung zu schließen und sollen den Verkauf der städtischen Grundstücke (5200 Quadratmeter) genehmigen.

Vieles wäre einfacher gewesen und schneller gegangen, wenn – wie ursprünglich geplant – ein vorhabenbezogener Bebauungsplan Anwendung gefunden hätte. Doch das ging nicht. In der Vorlage heißt es dazu: „Als Vorhabenträger vorgesehen waren die Contraco GmbH für die geplante Hotelbebauung und die Kronberg Academy Stiftung für den geplanten Kammermusiksaal sowie das Studien- und Verwaltungszentrum. Mit der Konstellation zweier Vorhabenträger, die für die Durchführung eines Gesamtvorhabens verantwortlich sind, geht eine gesamtschuldnerische Haftung beider einher. Im Laufe der Prüfung der Verfahrenswahl wurde aber festgestellt, dass die Kronberg Academy aufgrund ihres Stiftungszwecks diese gesamtschuldnerische Haftung zum Beispiel für ein Hotel nicht rechtswirksam übernehmen kann.“

Um die Planung nun aber doch möglichst vorhabenorientiert betreiben zu können, wurden zwei Sondergebiete eingerichtet: ein Sondergebiet „Businesshotel“ und ein Sondergebiet „Anlagen für musikalische Zwecke“. Für das Hotel wurde eine Beschränkung für die Anzahl der Zimmer festgesetzt, für den Kammermusiksaal für die der Besucher, „um insbesondere den Auswirkungen auf den Stellplatzbedarf, aber auch sonstigen Auswirkungen Rechnung zu tragen“.

Das Maß der baulichen Nutzung wird wegen der Topographie des Geländes (Hanglage) für die verschiedenen Ebenen festgelegt. Städtebaulich bedeutsame Raumkanten sollen über Baulinien fixiert werden. Die entstehenden Freiflächen stehen der Allgemeinheit als Gehwege zur Verfügung. Der Winkelbach soll offengelegt und an der Oberfläche geführt werden.

Der B-Planentwurf macht sich die im Wettbewerbsergebnis definierten Materialien für die Fassaden und die Dachgestaltung zueigen und trifft „dezidierte Vorschriften“ zu technischen Anlagen, Abfallsammelplätzen, Werbeanlagen und Einfriedungen, „da diese auf das städtebauliche und architektonische Erscheinungsbild einen wesentlichen Einfluss ausüben“. Diese Vorschriften werden Bestandteil der zu schließenden Verträge.

In dem Entwurf wird auch auf die Verkehrsuntersuchung Bezug genommen, die zu dem Ergebnis gekommen war, dass die relevanten Knotenpunkte den durch die Vorhaben entstehenden zusätzlichen Verkehr problemlos aufnehmen können.

Der ermittelte Stellplatzbedarf von insgesamt 182 Stellplätzen (58 für das Hotel, 110 für den Kammermusiksaal mit 550 Besuchern und 17 Stellplätze für das Studien- und Verwaltungszentrum) können um 25 Prozent reduziert werden. Diesen Wert hatte der Gutachter wegen der guten Anbindung durch S-Bahn und Stadtbus als angemessen erachtet.

Neu in der Diskussion: Gegebenenfalls wird neben der gemeinsamen Zufahrt für alle drei Projekte über die Bahnhofstraße eine unabhängige Zufahrt für das Sondergebiet „Anlagen für musikalische Zwecke“ erforderlich (im Norden des Bahnhofsplatzes). Der Grund sind mögliche Lärmimmissionen. Denn: „Für die gegenüber der Tiefgaragenzufahrt liegenden noch unbebauten Grundstücke werden die Nachtwerte allerdings aufgrund der Ausfahrten von Konzertbesuchern nach 22 Uhr überschritten“, heißt es. Der Untersuchung lag ein Nutzungskonzept zugrunde, das von 30 Konzerten im Jahr ausgeht, die nach 22 Uhr enden.

Wenn die Stadtverordneten zustimmen, wird der B-Planentwurf mindestens vier Wochen lang ausgelegt. Eine Woche davon sollte außerhalb der Schulferien liegen.

Erster Stadtrat Jürgen Odszuck (parteilos) nennt die Vorlage einen „wesentlichen Meilenstein für die Baurechtsschaffung“ sowie für die Festschreibung aller einzugehender Rechte und Pflichten. Auch wenn sich die drei Vertragspartner mitunter bei der Diskussion um einzelne Puzzleteile verhakten, sei es ihnen doch immer wieder gelungen, das Gesamtpuzzle zu betrachten.

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