+
Die Burgmauer ist brüchig geworden. Gut zu erkennen ist die Felslage der Burg

Kronberger Burg

60 Meter Mauer müssen saniert werden

  • schließen

Mehrere 100 000 Euro und zwei bis vier Jahre Zeit wird die Sanierung der Burg- und Stadtmauer auf der Kronberger Burg kosten. Anders ist das jahrhundertealte Bauwerk aber kaum noch zu erhalten. Die Pläne stehen weitgehend, im Frühjahr 2019 soll es losgehen.

Die Winterzeit ist eine gute, um sich den bezaubernden Film „Die unendliche Geschichte“ wieder einmal anzuschauen. Darin begegnet man unter anderem auch dem Steinbeißer, der sich – Nomen est omen – von großen Felsbrocken ernährt.

Ob der gutmütige Große seinen Hunger auf der Kronberger Burg schon gestillt hat, oder zumindest einmal mit seinem steinernen Fahrrad durch das Gelände gerast ist? So jedenfalls sehen Teile der Burgmauer aus, die dringend sanierungsbedürftig ist. In den vergangenen 120 Jahren ist dort nicht viel passiert, außer, dass einige Bereiche nicht fachgerecht mit Zementmörtel verfugt wurden, wie Herbert Bäcker vom Arbeitskreis Bauerhaltung berichtet. Von 2019 an soll sich das ändern: Die Mauer wird das nächste Großprojekt nach der Sanierung der Säle in der Mittelburg.

Mit Behörden abgestimmt

„Die fachgerechte Sanierung der gesamten Burg- und Stadtmauer wird zwei bis vier Jahre dauern“, antwortet Uwe Wittstock, Schatzmeister der Stiftung Burg Kronberg, auf Anfrage dieser Zeitung. Die dafür erforderlichen Maßnahmen wurden bereits mit dem Landesamt für Denkmalpflege, der Unteren Natur- und der Denkmalschutzbehörde des Hochtaunuskreises sowie mit Fachplanern abgestimmt.

Das Bauwerk ist Teil des ersten Mauerrings um die Burg und die Altstadt Kronbergs und wurde nach dem Erhalt der Stadtrechte 1330 errichtet, erklärt Bäcker. Nicht nur der Zahn der Zeit hat an ihr genagt: „Auf Geheiß der Nassauer Verwaltung in Wiesbaden in 1813 wurden weite Teile der Befestigungen um die Stadt abgetragen.“ Manches aber hat sich seit der Bauzeit weitgehend unverändert erhalten, wie etwa Reste von Schießscharten vermuten lassen.

Die Länge der sanierungsbedürftigen Mauer beträgt etwa 60 Meter und ist im südlichen Bereich zirka 6 Meter hoch, so Wittstock weiter: „Die Sanierung erfolgt in Teilabschnitten. Im Frühjahr 2019 soll mit der Ausschreibung begonnen werden und anschließend mit dem ersten Abschnitt.“ Dabei stünden die Festigung der Mauerkronen und die statische Sicherung im Vordergrund. Das bedeutet viel Arbeit: Da die Baustelle schwer zugänglich sei, müssen die losen Stellen der Mauerkronen abgetragen, an Ort und Stelle gelagert und anschließend behutsam wieder aufgerichtet werden. „Bevor die Arbeiten losgehen, erfolgt noch eine fachkundige Bestandsaufnahme sowie eine historische Untersuchung und Dokumentation“, betont Wittstock.

Dass das alles Investitionen erfordert, ist keine Überraschung. Wie große, steht noch nicht genau fest. Die voraussichtlichen Kosten für die Sanierungsmaßnahme liegen nach Auskunft des Schatzmeisters jedoch bei mehreren 100 000 Euro. Die gute Nachricht: „Die Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung hat bereits eine Spende zugesagt, die einen Großteil der erwarteten Kosten decken wird.“

Hoffen auf mehr Besucher

Die Stiftung hatte bereits einen erheblichen Anteil an der Sanierung der Mittelburg getragen und möchte ihr Engagement für die Burg Kronberg fortsetzen, berichtet Wittstock: „Dies ist auch im Sinne des verstorbenen Stifters und Gründers Klaus Rheinberger, den das großartige ehrenamtliche Engagement der Kronberger Bürger und der Freunde der Burg Kronberg für den Erhalt der Burg beeindruckt hat und dies durch seine Stiftung unterstützen möchte.“ Die Stiftung Burg Kronberg werde sich darüber hinaus mit eigenen Mitteln beteiligen. Zudem habe sie die Stadt um Unterstützung gebeten.

Nach Abschluss der Arbeiten gewinnt die Burg ein weiteres Schmuckstück dazu: Das Gelände hinter dem neuen Treppenturm und der Aussichtspunkt „Königsteiner Straße“ wird dann wieder für Besucher zugänglich sein. Der Ausblick ist Bürgern und Touristen seit 2009 aus Sicherheitsgründen verwehrt. Wittstock: „Die Attraktivität des Außenbereichs der Burg wird gesteigert und wir erhoffen uns dadurch zusätzliche Besucher.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare