Bauabschnitt in der Frankfurter Straße

Es muss sich einspielen

  • vonBoris Schöppner
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Wenn eine wichtige Verkehrsader wie die Frankfurter Straße saniert und dafür ein Abschnitt voll gesperrt wird, ruckelt es am Anfang immer ein wenig. Das ist beim aktuellen Bauabschnitt nicht anders.

Versuchen kann man es ja mal. Immer wieder ignorieren einzelne Autofahrer die Vollsperrung an der Frankfurter Straße, lenken ihren Wagen in die Baustelle, obwohl die Fahrbahndecke schon entfernt wurde, bahnen sich einen Weg zwischen den Baufahrzeugen und hoffen, sich mit einem Schwenk über das Firmengelände von B&K die Umleitung sparen zu können. Sie versuchen von der Regelung zu profitieren, dass Kunden zu den beiden Autohäusern fahren dürfen. Das hat Vorarbeiter Bernd Kniester von der ausführenden Baufirma Jost in den vergangenen Tagen beobachtet.

Dabei ist die lokale Umleitung wirklich keine Zumutung für die Autofahrer: Sie führt über die Westerbachstraße, auf der die Parkplätze am Fahrbahnrand gesperrt wurden und in deren Verlauf die Einbahnregelung aufgehoben wurde, und ist für den Kronberger Ziel- und Quellverkehr gedacht. Zudem gibt es noch die größere Schleife für den überörtlichen Verkehr.

„Es muss sich einspielen“, sagt Andreas Bloching, Pressesprecher der Stadt. Und so sieht es auch Ordnungsamtsleiter Volker Humburg, der im Grunde mit der Disziplin der Verkehrsteilnehmer recht zufrieden ist. Und da, wo es mit der Disziplin hapert, schaue die Ordnungspolizei vorbei, die rund um die Baustelle verstärkt Streife fahre. Und damit es sich auch für die Betriebe in den umliegenden Straßen einspielt, etwa wie und wo die wegfallenden Parkplätze kompensiert werden können, hat es gestern Nachmittag ein Gesprächstermin gegeben, an dem Gewerbetreibende und Vertreter der Stadtverwaltung teilgenommen haben. „Man habe eine pragmatische Lösung gefunden“, sagte Pressesprecher Bloching auf Anfrage.

Seit Montag ist nun dieser Bauabschnitt zwischen Jacques-Reiss-Straße und Neubronner Straße an der Reihe, nachdem im Vorjahr bereits der obere Teil der Frankfurter Straße von Hessen mobil grunderneuert wurde. Schon am Dienstag habe jemand nachgefragt, wann die neue Asphaltschicht aufgebracht werde, sagt Vorarbeiter Kniester. Gestern Vormittag galt es erst mal die alte Teerdecke abzufräsen und zu entfernen. Eigentlich habe der Abschnitt als altlastenfrei gegolten, erzählt Kniester. Das Ende der Bauarbeiten in diesem Abschnitt ist erst für Ostern avisiert. Bis Ende März soll im aktuellen Bauabschnitt nicht nur die Straße grundhaft saniert werden, sondern auch der Kanal verlegt und vier Schieberkreuze umgebaut werden. Dafür muss dann das Wasser abgestellt werden.

„Kunden kommen später“

„Dann gibt es wohl nur Trockenschnitte?“, will die TZ von Friseur Volker Schneider wissen, der seinen Salon in dem Haus Frankfurter Straße 44 hat, das direkt an der südlichen Grenze des Bauabschnitts liegt. Schneider bestätigt das, rechnet für diese Tage dann auch mit Umsatzeinbußen, weil die Kunden, die etwa Tönungen wollen, wegbleiben. Für die Ärzte im selben Haus dürfte das Abstellen des Wassers noch gravierendere Folgen haben. In den ersten Tagen hat Friseur Volker Schneider beobachtet: „Meine Kunden kommen – wenn auch manchmal mit etwas Verspätung.“

Es folgen, wie bereits angekündigt, zwei weitere Bauabschnitte bis hinunter zum Sodener Stock. Die Sanierung der Frankfurter Straße soll bis Anfang Juni abgeschlossen sein.

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