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Ortstermin im Altstadthof des Dingeldein-Hauses mit Architekt Klaus Grabowski, Albert Sanftenberg und Bürgermeister Klaus Temmen

Umbau

Neuer Ort für Kulturveranstaltungen: In Kronberg soll der "Altstadthof Dingeldein" entstehen

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Mitten in der Altstadt soll in den nächsten Jahren ein Kleinod entstehen. Die Dingeldein Stiftung will Hof und Scheune des Dingeldein-Hauses für kleine Kulturveranstaltungen nutzbar machen. Baubeginn soll 2020 sein.

Kronberg - Nur wenige Kronberger kennen den Innenhof hinter dem Dingeldein-Haus in der Friedrich-Ebert-Straße. Bislang wurde er nur sehr sporadisch für Lesungen der Kronberger Bücherstube genutzt. Künftig dürften dort häufiger Lesungen, Vorträge und Ausstellungen stattfinden. „Aber alles sehr behutsam“, sagt Albert Sanftenberg vom Vorstand der Dingeldein Stiftung. Denn im Vorderhaus wohnen Mieter, denen möchte man nicht wöchentlich eine Veranstaltung zumuten. Die seien über die Pläne informiert und guten Willens.

„Das wird eine fast intime Veranstaltungsstätte“, sagt Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos). Er ist von Amts wegen im Vorstand der Stiftung. Das geplante Vorhaben sei im Sinne der Stiftung, trage sie doch zum Werterhalt und der Wertsteigerung bei. „Und der Name bleibt präsent.“ Seine Überlegungen, wie sich Hof und Scheune künftig nutzen lassen, hat der Kronberger Architekt Klaus Grabowski schon zu Papier gebracht. Zentral in seinen Überlegungen ist die Tenne in der Scheune. Dort sollen ebenerdig bis zu 25 Personen Platz nehmen können. Zudem soll eine Stahltreppe in den ersten Stock führen, von dort können die Besucher ebenfalls dem Programm folgen. Grabowski hätte gern, dass schon in einer frühen Phase Toiletten eingebaut werden. Er will einen autarken Raum schaffen, damit man nicht davon abhängig ist, dass die Toiletten in der gegenüberliegenden Receptur geöffnet sind.

In der Scheune finden sich allerlei historische Gegenstände wie diese Kutsche. Ein Teil von ihnen soll als Dekoration erhalten bleiben.

Über dem Raum der ehemaligen Backstube am Vorderhaus, in der jetzt Buchhändler Dirk Sackis Wein verkauft, soll ein nutzbares Podest entstehen. Wie dies später genau aussehen soll, steht noch nicht fest. Das hängt nicht zuletzt davon ab, wie die Fluchttreppe vom Obergeschoss der Scheune auf den Hof geführt wird.

Behutsam ist die Zauberformel, die Sanftenberg immer wieder beschwört, auch wenn es um die baulichen Veränderungen geht. Für den Hof gilt der Ensembleschutz der Altstadt. Für die Nutzungsänderung ist ein Bauantrag erforderlich – und die Denkmalpflege muss an Bord genommen werden, „Wir denken in mehreren Jahren – auch finanziell“, sagt Sanftenberg. 2020 soll der Um- und Ausbau beginnen und dann Schritt für Schritt fortgesetzt werden. Der große Zeitrahmen: fünf Jahre.

Architekt Grabowski hat die künftige Aufteilung skizziert.

Bei ersten Kalkulationen war man im Stiftungsvorstand von 200 000 Euro ausgegangen. Doch mittlerweile ist klar, dass diese Summe nicht ausreichen würde, um den „Altstadthof Dingeldein“ zu gestalten. Der Name war eine Idee des Altstadtkreises. Der hat bereits 10 000 Euro gespendet und angekündigt, beim Umbau kräftig mit anzupacken.

Die erste Gelegenheit dazu bietet sich bald. Als erstes muss die Scheune ausgeräumt werden. Dort finden sich noch landwirtschaftliche Geräte, ein schwerer Küchenherd und eine Kutsche. Im Herbst sollen dann in der leeren Scheune die Pläne der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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