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Neuer Magistrat vereidigt

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Von: Boris Schöppner

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In der Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung sind die neuen ehrenamtlichen Stadträte vereidigt worden. CDU-Urgestein Adam Bettenbühl nimmt seinen Hut.

Der Blick von Adam Bettenbühl geht vom Rednerpult im Sitzungssaal des Rathauses hoch auf die Empore. Dort oben sitzt seine Frau Renate. Dass sie an diesem Tag mit ins Rathaus gekommen ist, ist für ihn etwas ganz Besonderes, sagt er in seinem kurzen Redebeitrag. Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) vermutet, dass die Gattin nur mitgekommen sei, um sich zu versichern, dass ihr Mann nun wirklich sein Mandat als ehrenamtlicher Stadtrat abgegeben hat. „Gefühlt sitzt Bettenbühl seit 100 Jahren im Magistrat“, witzelt der Bürgermeister. De facto war er 55 Jahre Mandatsträger, mal als Stadtverordneter, mal als ehrenamtlicher Stadtrat. Bereits 1981 wurde Bettenbühl „Stadtältester“ – ein Titel, den man für 25 Jahre kommunalpolitisches Engagement verliehen bekommt.

Etwas in Kronberg über Bettenbühl zu erzählen, hieße Eulen nach Athen tragen, sagte Temmen. Denn der Schreinermeister ist in der Burgstadt bekannt wie ein bunter Hund. Geschätzt wird der 82-Jährige, der für die CDU-Fraktion im Magistrat sitzt, über die Parteigrenzen hinweg – wegen seines profunden Wissens über die Stadt, seiner Verlässlichkeit und seiner Hilfsbereitschaft. Temmen nennt als Kennzeichen des scheidenden Stadtrats den gespitzten Bleistift hinter dem Ohr, die trockenen Sprüche und seine „scharfen Augen“, denen nichts entgehe. Was er am Wochenende gesehen habe, sei nicht selten bei der montäglichen Magistratssitzung zum Thema gemacht worden.

Warmer Applaus

Die Stadtverordneten standen auf, um Bettenbühl mit anhaltendem Applaus zu verabschieden. Eine Entlassungsurkunde gibt es nicht – denn mit der Vereidigung des neuen ehrenamtlichen Magistrats verlieren die scheidenden Stadträte automatisch ihr Mandat.

Neben Bettenbühl schieden so am Donnerstagabend bei der Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung Brandschutzdezernent Franz-Bernd Tillmann (der wegen Krankheit fehlte), Alice Wengorz (ebenfalls verhindert), Sportdezernent Klaus Georg Pfeifer und Dr. Bernhard von Braunschweig, mehrere Jahre Rechtsdezernent.

Am Donnerstag verlas Bürgermeister Temmen die Ernennungsurkunde für die neuen Stadträte, die in einer turbulenten Sitzung vor 14 Tagen vom Parlament gewählt worden waren. Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche vereidigte sie.

Nach der Kommunalwahl am 6. März ist die KfB mit zwei Personen im Magistrat vertreten: Baronin Susanne von Engelhardt und Detlef Tinzmann. Für die CDU ist Hans-Jörg Niermann, für die SPD Hans-Willi Schmidt und für die UBG Oliver Schneider neu im Magistrat.

Dort treffen sie auf jene ehrenamtlichen Stadträte, die ihr Mandat bereits seit der vergangenen Wahlperiode innehaben: Brigitte Möller, (CDU), Hans Robert Philipp (SPD), Prof. Jörg Mehlhorn (parteilos für die Grünen) und Gilbert Sonntag (FDP).

Die erste Magistratssitzung, an der auch die Hauptamtlichen (Temmen und Erster Stadtrat Jürgen Odszuck) teilnehmen, findet am 9. Mai statt. Da werde nach einer Einführung in die rechtlichen Grundlagen der Magistratsarbeit direkt mit der Arbeit angefangen, kündigte Temmen an. Er war für eine „kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit“ und versprach: „Langweilig wird es in diesem Gremium nie.“

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