+
Seine Lebensräume werden immer kleiner, deshalb gibt es bald eine Zuchstation für den Feldhamster im Opel-Zoo.

Opel-Zoo

Neues Projekt: Feldhamster als Zootier

  • schließen

Die Bilanz des Opel-Zoos für das vergangene Jahr fällt gemischt aus: Positiv war der Einzug der Brillenpinguine im sechzigsten Jahr des Zoo-Bestehens. Für Negativschlagzeilen sorgte indes die Vogelgrippe.

Die einen denken bei „Born to be wild“ an Steppenwolf, Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels jedoch hat nicht den Rockklassiker im Ohr, sondern den Feldhamster im Sinn. Denn in diesem Jahr will der Opel-Zoo in einem gemeinsamen Projekt mit der Unteren Naturschutzbehörde des Hochtaunuskreises eine Zucht- und Auffangstation für Feldhamster errichten. Das gab Kauffels gestern bei der Jahrespressekonferenz des Zoos bekannt. Bis Spätherbst soll die Anlage in der Nähe des Elefantenhauses entstehen.

Dass die putzigen Wildtierchen den Dickhäutern die Show stehlen, steht nicht zu befürchten. Die Anlage soll so konzipiert werden, dass die Besucher den Hamstern auch in den Bau schauen können, doch tagsüber schlafen die Feldbewohner in der Regel. Für die Besucher werde die Anlage „kein Brüller“, erläuterte Kauffels, aber sie sei ein Beitrag dazu, dass der Zoo einer seiner zentralen Aufgaben nachkommen kann: dem Artenschutz. Das gilt auch für den Europäischen Nerz, die Moorente, den Waldrapp und die Europäische Wildkatze. Sie werden nicht nur gezüchtet und gehalten, sie werden auch ausgesiedelt. „Nächste Woche werden zwei Mesopotamische Dammhirsche nach Israel gebracht“, kündigte Kauffels an. Als im Opel-Zoo mit der Zucht dieser Tiere begonnen wurde, galten sie als vom Aussterben bedroht.

Freuen können sich die Besucher auf ein Freigehege für Nasenbären. Das will der Zoo in diesem Frühjahr in Eigenleistung errichten. Die Feldhamster-Anlage wird indes mit mindestens 25 000 Euro vom Förderverein bezuschusst.

Der Förderverein wurde 2007 gegründet, er feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Vorsitzende ist von Beginn an Brigitte Kölsch. Unter ihrer Führung hat der Verein den Zoo beim Einrichten der Freilandterrarien für einheimische Amphibien und Reptilien, der Apfel- und Geolehrpfade sowie verschiedener Volieren geholfen. Besonders hob Kauffels die Unterstützung für den Jugendclub hervor.

Zwanzig Jahre besteht bereits die Zoopädagogik, an deren Spitze der stellvertretende Zoodirektor Martin Becker steht. Dieses Jubiläum soll in der ersten Woche der Herbstferien mit einem umfangreichen Programm gefeiert werden.

Die Bilanz des vergangenen Jahres fiel gemischt aus. Auf der positiven Seite verbuchte Kauffels die Jubiläumsaktivitäten zum 60-jährigen Bestehen des Freigeheges und den Einzug der Brillenpinguine. Die kommentierten Tierfütterungen, die bei den Besuchern 2016 besonders gut angekommen waren, sollen im Frühjahr wieder aufgegriffen werden. Bitter in der Bilanz: Zum ersten Mal in seiner Geschichte musste der Zoo geschlossen werden. Der Grund: die Vogelgrippe.

Bei dem verendeten Rosapelikan sei zwar der Vogelgrippevirus nachgewiesen worden, verendet sei er jedoch infolge der Aufstallung. Welche Auswirkungen die Stallpflicht, die bis Ende Mai in Hessen gelte, auf das Brutverhalten der Vögel im Zoo habe, ließe sich jetzt noch nicht absehen.

Traurig: Im Alter von 29 Jahren ist im September die Giraffenkuh Jacqueline gestorben. Sie hat mit ihren zwölf Kälbern einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der vom Aussterben bedrohten Rothschildgiraffen geleistet.

Das vergangene Jahr war, was den Verkauf von Einzelkarten anbelangte, das viertbeste in der Geschichte des Zoos (404 433) – und das, obwohl das Wetter im Frühjahr ausgesprochen schlecht war. Hinzu kommen die Besitzer mit Jahreskarten. 2015 waren es 16 000, 2016 13 500, also 2500 weniger

Bislang wurde angenommen, sie kämen im Schnitt 20 Mal pro Jahr in den Zoo. Nach dieser Zählweise hätte der Zoo 2016 669 000 Besucher gehabt. Doch dank neuer Jahreskarten wurde mit Hilfe der Scannerkassen ermittelt, dass Jahreskartenbesitzer im Schnitt nur sechs bis sieben Mal im Jahr den Zoo aufsuchen. Die Gesamtbesucherzahl lag somit im zurückliegenden Jahr bei 563 562. Die neue Zählweise folgt der Vorgabe des Verbandes der Zoologischen Gärten und gilt seit dem vergangenen Jahr.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare