Nicht mehr nur sparen

  • vonBoris Schöppner
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Die Zeit der reinen Haushaltskonsolidierung ist für die SPD-Fraktion vorbei. Sie will, dass für das Stadtmarketing eine Stelle geschaffen wird. Und sie legt sich fest: Kronberg braucht auch weiterhin einen Ersten Stadtrat.

Fünf Jahre lang war Schmalhans Küchenmeister in Kronberg. Haushaltskonsolidierung galt als oberstes Gebot. Ideen, die Geld gekostet hätten, erteilte in der Wahlzeit 2011 bis 2016 die schwarz-rote Koalition ein Absage. Das war bereits im Koalitionsvertrag so verankert. Doch das reine Haushaltskonsolidieren ist für die Genossen eine Phase, die sie hinter sich lasen wollen, sagt Fraktionschef Christoph König.

Bei einer zweitägigen Klausurtagung in Heigenbrücken im Spessart hat die SPD Schwerpunkte für die nächsten fünf Jahre festgelegt. Und dazu gehört, das Stadtmarketing sowie Wirtschafts- und Tourismusförderung zu bündeln und auf professionelle Füße zu stellen. Und dafür müsse Geld in die Hand genommen werden, wenn man etwas bewirken wolle, argumentiert König.

Auch beim hauptamtlichen Magistrat will die SPD nicht sparen: „Kronberg braucht auch weiterhin einen Profi als Ersten Stadtrat“, sagt König. Falls Kronbergs Erster Stadtrat Jürgen Odszuck (parteilos) nach Heidelberg gehen sollte – wonach es im Moment aussieht–, werde es einen Nachfolger geben: einen Stadtentwicklungs-Profi mit hoher fachlicher und persönlicher Qualifikation. Die Ansicht von FDP und KfB, den „Job‘ eines Baudezernenten könne auch ein Laie nebenbei machen, kann die SPD nicht nachvollziehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion.

Die Kapazitäten des Ersten Stadtrats würden insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Projekte rund um den Bahnhof und bei der Sportstättenverlagerung gebraucht, ist König überzeugt.

In den nächsten fünf Jahren muss sich die SPD aber auch noch mit einem anderen Thema befassen: dem des Bürgermeisterkandidaten. „Wir warten ab, wie sich Bürgermeister Klaus Temmen äußert“, sagt König gegenüber unserer Zeitung. Zumindest öffentlich will sich Temmen aber erst ein Jahr vor dem Wahltermin dazu äußern, wie er auf Anfrage mitteilte.

König indes geht davon aus, dass es seine Partei schon vorher erfährt. Klar ist für den SPD-Fraktionschef aber jetzt schon: Einen Passus, dass sich die SPD auf einen Kandidaten der CDU verpflichten muss, dürfe es im Koalitionsvertrag nicht geben.

Die SPD will mit ihren Schwerpunktthemen nicht nur verstärkt in die Öffentlichkeit gehen („

Offensiv

e“), sondern auch in die Koalitionsverhandlungen. Dazu hatte die CDU als stärkste Fraktion Sozialdemokraten und UBG eingeladen.

Neben dem Dauerbrenner „bezahlbarer Wohnraum“ tragen die Genossen auch noch die Themen Bürgerbeteiligung und Integration mit in die Vertragsverhandlungen.

Die Bürgerbeteiligung bei Planungsvorhaben, die öffentlichkeitsrelevant sind, solle verstetigt werden, wirbt König. „Das muss zur Gewohnheit werden, dann besteht die Chance, dass ein größerer Teil der Kronberger erreicht wird.“

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