Bürgermeister König (links) und sein Vorgänger Temmen (rechts) rahmen die Vorstände der geehrten Stiftungen ein. Stadtverordnetenvorsteher Knoche (Dritter von links) dankte den Stiftern und Stiftungen bei der Verleihung des Bürgerpreises 2020.
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Bürgermeister König (links) und sein Vorgänger Temmen (rechts) rahmen die Vorstände der geehrten Stiftungen ein. Stadtverordnetenvorsteher Knoche (Dritter von links) dankte den Stiftern und Stiftungen bei der Verleihung des Bürgerpreises 2020.

Kronberg würdigt bürgerschaftliches Engagement

Ohne sie wäre das Leben in Kronberg ärmer

  • VonBoris Schöppner
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Bürgerpreis der Stadt Kronberg für fünf Stiftungen, die eine Vielzahl von Projekten unterstützen

Kronberg -Welche Bedeutung die Stiftungen für die Stadt Kronbergs haben, wurde am Freitagabend bei der Verleihung des Bürgerpreises im Rathaussaal deutlich, als Klaus Temmen, Bürgermeister a. D., die Geschichte erzählte, wie er im Jahre 2010 Egbert Fröhlich kennenlernte. Der war ins Rathaus gekommen und sprach den Rathauschef an, da er vermutete, dass Kronberg aufgrund der Wirtschaftskrise von 2008 klamm sei, es aber dennoch Menschen in der Stadt gebe, die auf Hilfe angewiesen seien. Beides musste Temmen seinerzeit einräumen. "Dann habe ich eine gute Nachricht für Sie", stellte sich Egbert Fröhlich und die Dr.-Ludwig-Pfannemüller-Stiftung vor.

Die 2008 ins Leben gerufene Stiftung erinnert an den Mediziner Dr. Ludwig Pfannemüller, der zunächst als Militärarzt und später als Tropenmediziner durch viele Länder reiste. Er war sogar Leibarzt des letzten Kaisers von Äthiopien. 1972 kam er nach Eschborn und arbeitete dort bei einem Vorläufer der heutigen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Die letzten Lebensjahre verbrachte Pfannemüller in Kronberg und brachte auf Anregung von Egbert Fröhlich einen Teil seines Nachlasses in die Stiftung ein. Die Verbrauchsstiftung verzehrte zwischen 2020 und 2021 ihr Kapital, sie besteht nicht mehr. Mit dem Geld konnten unter anderem der Umbau des Fritz-Emmel-Hauses, die Anschaffung eines Bauwagens für den Waldkindergarten und Seniorenfahrten gefördert werden. Die Stiftung leistete Unterstützungen für Bedürftige sowie Zuwendungen an Angehörige, die an Demenz und Alzheimer erkrankte Personen pflegten.

Ohne Stiftungen wäre in Kronberg so vieles nicht möglich, erinnerte Temmen in seiner Ansprache. Er hatte die Idee, fünf der am meisten mit der Stadt Kronberg verzahnten Stiftungen mit dem Bürgerpreis 2020 zu bedenken. Wegen Corona musste der Termin verlegt werden, der sonst mit dem Neubürgerempfang zusammenfällt. Mittlerweile ist Christoph König (SPD) Bürgermeister. "Insgesamt ist in den zurückliegenden Jahren durch das Wirken der hier ausgezeichneten Stiftungen ein stattlicher siebenstelliger Betrag an Zuwendungen geflossen", bedankte sich König. Ob kleinere oder große Beiträge - die Stiftungen hätten es immer geschafft, ihre Hilfe "sehr individuell und treffsicher dorthin zu bringen, wo sie gerade gebraucht wird".

Die Dingeldein-Stiftung die an die Kronberger Unternehmerin Elisabeth Dingeldein erinnert, wurde 2003 gegründet. "Unsere Einnahmen sind ausschließlich die Mieteinnahmen aus dem Dingeldein-Haus in der Friedrich-Ebert-Straße", erklärte Vorstandsmitglied Albert Sanftenberg. Die Dingeldein-Stiftung unterstützte in den vergangenen Jahren unter anderem die ökumenische Diakonie-Station, das Museum Kronberger Malerkolonie, die Kronberger Kirchengemeinden und die Burg.

Auch die Liselott-und-Klaus-Rheinberger-Stiftung , die an den 2011 verstorbenen Unternehmer und Mäzen Klaus Rheinberger und seine 1999 verstorbene Frau Liselott Schindling-Rheinberger erinnert, hat sich für die Sanierung der Burg eingesetzt. "Der Umzug des Museums Kronberger Malerkolonie in die Villa Winter oder die Umsetzung des ,Kindertagespflege-Vertretungsmodells' wären ohne die Unterstützung der Rheinberger Stiftung kaum möglich gewesen", sagte Bürgermeister König.

Bei der Kronberg-Stiftung handelt es sich um die einzige Stiftung nach Kirchenrecht unter den Preisträgern. Sie wurde 2007 von der evangelischen Markus-Gemeinde in Schönberg gegründet. Sie unterstützt die Jugendsozialarbeit in der Altkönigschule, das integrative "Lädchen für alles" in Schönberg sowie Projekte der Kita Rappelkiste und Viktoriaschule.

Die Carl-und-Erika-Neubronner-Stiftung Kronberg hat sich die Unterstützung behinderter und bedürftiger Kronberger Bürger und die Förderung kultureller Veranstaltungen zur Aufgabe gemacht. Sie hat zur Ausstattung beim Alzheimer- und Demenz-Tagespflegeprojekt im Kaiserin-Friedrich-Haus beigetragen und unterstützt das therapeutische Reiten im Reitclub Kronberg.

Für die Vertreter der Stiftungsvorstände gab es vor dem gemeinsamem Umtrunk von König und von Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche eine Urkunde, Blumen und eine Flasche Roten Regenten vom Weinberg am Rathaus. von Boris Schöppner

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