Hockey

Olympiasieger spielten beim MTV Kronberg

Einmal gegen Olympiasieger spielen. Aktuelle und ehemalige Hockeyspieler des MTV Kronberg genießen am Wochenende dieses Erlebnis – vor allem die ganz jungen.

Für Volker Fried ging vor 26 Jahren ein Lebenstraum in Erfüllung. Er gewann eine olympische Goldmedaille. Gemeinsam mit seinen Mitspielern der deutschen Hockey-Nationalmannschaft sorgte er bei den Sommerspielen in Barcelona nicht nur für persönliche Hochgefühle, sondern auch dafür, dass Millionen von deutschen Sportfans vor den TV-Geräten sich über diesen denkwürdigen Erfolg mitfreuten.

Ein gutes Vierteljahrhundert später stand Fried mit seinen Nationalteamkollegen von einst wieder auf dem Spielfeld. Eigentlich macht er das nicht mehr, der Einladung des MTV Kronberg für ein solches „Revival“ konnte er aber nicht widerstehen. „Wenn man Hockey von klein auf angefangen hat, damit in der Halle groß geworden ist, dann ist das einfach ein Lebenstraum, bei Olympia zu gewinnen, das bleibt ewig im Gedächtnis“, erinnert sich Fried, in Barcelona der älteste Spieler des Gold-Teams.

Die Olympioniken spielten am Samstag in zwei gemischten Teams mit einer Regionalauswahl, in der auch einige Aktive und Jugendspieler des MTV standen. Der Spielausgang war sekundärer Natur.

Roger Müller, in den Achtzigern Bundesligaspieler für den SC 80 Frankfurt, mittlerweile Trainer beim MTV, freute sich auf das Zusammenkommen der „Legenden“. Es gehe um den Spaß und vor allem für die Kinder und Jugendlichen darum, gegen Olympiasieger anzutreten.

„Es ist klasse, noch mal die ,Allstars‘ zu sehen, wir sind aber auch wie eine kleine Hockeyfamilie“, freute sich Goldmedaillengewinner Timo Wess, der als einer der besten deutschen Abwehrspieler galt. Unter den Spielern von 1992 besteht immer noch ein reger Austausch. In einer Chat-Gruppe war die Idee für das Spiel entstanden. Andreas Manakos, Pressesprecher der Hockeyabteilung, fühlt sich geehrt, dass der MTV der Gastgeber sein durfte: „Es ist auf jeden Fall die größte Prominenz, die wir bisher auf dem Platz begrüßen konnten“, sagte er. Von seinem Sohn hat er das Amt übertragen bekommen. Organisiert hat die Veranstaltung Andreas Flohr, der sich selbst ein weißes Trikot überstreifte. Er spielte zunächst für die Regionalauswahl gegen die Olympiasieger in Rot, nach und nach wurde dann durchgemischt.

Viele der früheren Topspieler sind mittlerweile bei Vereinen als Trainer respektive in der Jugendarbeit tätig. Ekkhard Schmidt-Opper ist zum Beispiel Trainer beim MTV und zuständig für die A-Knaben (bis 14 Jahre). Seine drei Söhne spielen beim SC 80 in Frankfurt. „Die Kinder müssen schon von klein an richtig gefördert werden“, sagt Schmidt-Opper. Er absolvierte selbst 246 Länderspiele.

Die Bilanz von Uli Becher toppte niemand. Von 1976 war der Physiotherapeut für Deutschland im Einsatz. „Ich war bei 408 Länderspielen der Männer- und bei 70 der Frauenmannschaft mit dabei. Die Teilnahme an drei Olympischen Spielen war einfach das Größte, so was bleibt unvergesslich“, sagte Becher. Es war in Kronberg ein Zusammentreffen von Weltklasse mit viel Liebe zum Hockeysport.

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