Mesopotamischer Damhirsch im Opel-Zoo
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Ein Mesopotamischer Damhirsch geht im Opel-Zoo in Kronberg über eine Wiese (Archivbild).

Mesopotamische Damhirsche

Opel-Zoo in Kronberg: Wie zwei Hirsche aus dem Taunus in Israel ihre Art retten

  • Julian Dorn
    VonJulian Dorn
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Vor vier Jahren schickte der Opel-Zoo in Kronberg zwei Mesopotamische Damhirsche nach Israel. Dort sollen sie für Nachwuchs sorgen. Die Art ist etwas ganz Besonderes.

Kronberg/Jerusalem – Von den grünen Hügeln des Taunus zogen vor drei Jahren zwei junge Mesopotamische Damhirsche ins gelobte Land. Sie hatten einen großen Auftrag: Die beiden Jungtiere aus dem Opel-Zoo in Kronberg sollten ihre Art retten. In einem Artenschutzprojekt des Zoos von Jerusalem und der israelischen Naturschutzbehörde waren sie als Zuchttiere vorgesehen. Der als ausgestorben geltenden und bereits in der Bibel erwähnten Hirschart soll so wieder Leben eingehaucht werden. Mit dem Projekt wollen die israelischen Naturschützer die Damhirsche wieder in dem Land heimisch werden lassen.

Eigentlich sehen Mesopotamischen Damhirsche wie heimisches Damwild aus und dennoch: Sie sind etwas ganz Besonderes – und zudem eng mit der Geschichte des Kronberger Opel-Zoos verbunden, der vor kurzem sein 65-jähriges Bestehen feierte. Denn Zoo-Gründer Georg von Opel finanzierte in den 1950er Jahren mehrere Expeditionen in den heutigen Iran. Dort machten die Teilnehmer seinerzeit eine verblüffende Entdeckung: Sie fanden Exemplare der eigentlich als ausgestorben geltenden Mesopotamischen Damhirsche.

Hirsche aus dem Opel-Zoo in Kronberg: Zuchttiere für die ganze Welt

Von Opel (1912-1971) ließ drei von ihnen in den Taunus bringen, 1960 wurde im Opel-Zoo erstmals Nachwuchs der bedrohten Tierart geboren. Inzwischen lebt in Kronberg die größte Herde von Mesopotamischen Damhirschen in Europa, auch kurz „Mesos“ genannt. Ihre Züchtung ist so erfolgreich, dass Zuchttiere aus dem Opel-Zoo mittlerweile zu einem Exportschlager geworden sind, und das weltweit.

Auch in Jerusalem freut sich das Team um Tierärztin Nili Avni-Magen über das frische Blut aus dem Taunus. „Wir sind sehr froh über diese Zusammenarbeit“, sagt Avni Magen, die für das Auswilderungsprojekt verantwortlich ist, das seit mehr als 20 Jahren existiert. Die Bilanz aus dieser Zeit ist beachtlich: Mittlerweile seien mehr als 100 Hirsche, die im Zoo gezüchtet worden sind, in den Bergen rund um Jerusalem in einem Naturschutzgebiet in die Freiheit entlassen worden, berichtet die Veterinärin. Die Überlebensrate der Tiere habe ebenfalls zugenommen.

Kronberger Hirsche im Jerusalemer Zoo: Die Tiere aus dem Opel-Zoo sollen lange für Nachwuchs sorgen

„Die Tiere, die jetzt freigesetzt werden, sind ein bis zwei Jahre alt – zuvor waren sie vier bis fünf Jahre alt“, sagt Avni-Magen. „Die jüngeren Hirsche scheinen sich besser und schneller an die neuen Bedingungen anpassen zu können.“ Mit den zwei Kronberger Tieren haben die Israelis allerdings andere Pläne, wie Avni-Magen berichtet: „Sie sind noch jung – wir versprechen uns, dass sie uns über Jahre Nachwuchs für das Projekt bescheren.“

Mespotamisches Damwild aus Opel-Zoo in Kronberg für Israel: Alle „Mesos“ in Europa stammen von Kronbergern ab

Die Chancen dafür stehen gut. Seit Jahren schon sorgen die „Mesos“ des Opel-Zoos in Kronberg dafür, dass die Art fortbesteht: Schließlich stammen alle europäischen Hirsche dieser Art von den drei Tieren ab, die damals Georg von Opel importiert hat, sagt eine Sprecherin des Opel-Zoos in Kronberg.

Das kann allerdings irgendwann auch problematisch werden. Die Jerusalemer Tierärztin Avni-Magen etwa sieht den begrenzten Genpool der Tier als Risiko. Die in Israel lebenden und ausgewilderten Tiere wiesen zu 98 Prozent genetische Ähnlichkeiten auf. „Bis jetzt gibt es allerdings keine Probleme.“

Nicht nur in Jerusalem, auch in Kronberg gab es Nachwuchs: Neben neun Eisfuchswelpen warten viele weitere Jungtiere und Jungvögel im Opel-Zoo. (judo/dpa)

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