Känguru-Baby schaut aus einem Handtuch hervor
+
Nicht alle Känguru-Babys haben das Glück, bei der Mutter aufzuwachsen. (Symbolbild)

Tierpfleger müssen handeln

Opel-Zoo Kronberg: Drama bei den Kängurus – Mutter verstößt ihr Baby

Zwei Tierpfleger im Kronberger Opel-Zoo ziehen ein Känguru-Jungtier mit der Hand groß, nachdem der Nachwuchs von der Mutter vorstoßen wurde. Und die Aufzucht ist aufwendig.

Kronberg – Der Opel-Zoo Kronberg muss bis zum 30. November geschlossen bleiben, so sehen es die aktuellen Corona-Richtlinien vor. Wie beim ersten Lockdown ist es dem Team um Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels wichtig, dass der Kontakt zu den Besuchern nicht abreißt. Also gibt es wieder einen Newsletter, der Interessierte über das Geschehen in Kronbergs Tierpark auf dem Laufenden hält. Und da tut sich derzeit einiges.

Opel-Zoo Kronberg: Mutter verstößt ihr Baby, Pfleger müssen ran

Wenn Rote Riesenkängurus heranwachsen, braucht es seine Zeit: Wird nach einer Tragzeit von 33 bis 34 Tagen der Nachwuchs geboren, ist dieser nur 2,5 Zentimeter groß, haarlos und blind. Direkt nach der Geburt klettert es in den Beutel der Mutter, in dem es heranwächst, diesen nach etwa sechs Monaten zum ersten Mal verlässt und erst mit 18 Monaten erwachsen ist. Bei den Tieren im Opel-Zoo kam es leider anders.

Ein Känguru-Jungtier im Kronberger Opel-Zoo, das aus dem Beutel des Muttertiers gefallen war, wurde von ihr anschließend nicht mehr angenommen. Nun wird "Elli" von zwei Tierpflegern aufgezogen. Achtmal pro Tag wird der Nachwuchs zurzeit mit einer spezielle Aufzuchtmilch gefüttert, siebenmal tagsüber und einmal nachts. Bei der Versorgung des Tieres wechseln sich die beiden Tierpfleger Elena Bald und Raphael Kremper ab, denn die Aufzucht ist nicht nur aufwendig, sie dauert auch. Jungtier Elli ist circa 220 Tage, also rund sieben Monate alt; das Alter wird anhand der Fuß- und Schwanzlänge des Jungtiers geschätzt. Es wird also noch eine lange Zeit vergehen, bis diese Pflege abgeschlossen ist.

Opel-Zoo Kronberg: Nachwuchs bei den Hirschebern

Die Hirscheber im Opel-Zoo in Kronberg haben derweil zum ersten Mal Nachwuchs. Am 21. Oktober kam ein Ferkel zur Welt, das vorerst noch im warmen Stall bleibt, wo es vom Muttertier gesäugt wird.

Die Hirscheber im Opel-Zoo stammen aus Indonesien, wo sie nur auf Sulawesi und einigen vorgelagerten Inseln natürlich vorkommen und tropische Regenwälder in Nähe von Flüssen und stehenden Gewässern bewohnen. Dort waren diese Schweine früher häufig zu finden, heute gelten sie als gefährdete Art. Ihren Namen hat ihnen eine anatomische Besonderheit beschert: die oberen Hauer der männlichen Hirscheber wachsen nicht seitlich aus dem Maul heraus, sondern bogenartig nach oben, wobei sie den Nasenrücken durchbrechen und von der Seite entfernt an ein Geweih erinnern könnten. Mitte Oktober erhielt die Kronberger Hirscheber-Gruppe bereits weitere Verstärkung: Aus dem englischen Zoo Chester kam eine zweite ausgewachsene Sau in den Opel-Zoo. (red)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare