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Opel-Zoo: "Mein Lieblingstier ist der Mensch"

  • VonBoris Schöppner
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KRONBERG Opel-Zoo: Margarete Herrmann tritt nach 25 Jahren jetzt etwas kürzer

Auf dem Weg vom Verwaltungsgebäude am Haupteingang des Opel-Zoos bis zum Sambesi-Restaurant am Elefantenhaus freut sich Margarete Herrmann über die Neugierde der Kinder, die die Kamele entdeckt haben, sie grüßt freundlich alle Mitarbeiter, die ihr begegnen, sie bückt sich nach einem Papierchen und wirft es in den Abfalleimer, sie findet einen Kettenanhänger und bringt ihn zum unteren Kassenhäuschen, "falls jemand danach fragt". Seit mehr als 25 Jahren arbeitet Herrmann im Opel-Zoo. Die Diplom-Kauffrau begann dort 1996 in der Verwaltung, übernahm Aufgaben im Marketing und baute nach und nach die Öffentlichkeitsarbeit aus.

"Eigentlich ist Margarete Herrmann aus dem Opel-Zoo gar nicht wegzudenken. Mit ihrem außergewöhnlichen Engagement ist sie eine großartige Mitarbeiterin, die unglaublich viel für das Freigehege erreicht hat. Für diese Begleitung über so viele Jahre hinweg danken wir ihr von Herzen", formuliert es Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels, der nach ihr zum Opel-Zoo kam. Herrmann bekam die gesamte Entwicklung des Zoos mit, seitdem er nach wissenschaftlichen Grundsätzen geführt wird - inklusive Einführung der Zoopädagogik und Errichtung der Elefantenanlage. Die Ankunft des jungen Elefantenbullen Tamo aus Wuppertal zählt sie zu den Höhepunkten in ihrer Zoo-Zeit.

Ein Beruf ohne Stellenbeschreibung

"Es ist immer schön, etwas voranzubringen", sagt die 66-Jährige auf der Terrasse des Sambesi. Auf ihre Initiative hin entstand das Magazin "Meso" mit Berichten und Hintergrundinformationen aus dem Opel-Zoo, das seit mehr als 20 Jahren zweimal jährlich erscheint. Das Vorbereiten und Ausrichten von Veranstaltungen und Pressekonferenzen gehört genauso zu ihren Tätigkeiten, wie das entgegennehmen von Beschwerdeanrufen (von denen es nur wenige gibt) und das Schreiben von Dankesbriefen an Spendern. Es rührt sie, wenn Kinder im Garten der Großeltern einen Weihnachtsmarkt abhalten und den Erlös dem Zoo spenden.

"Das Faszinierende an meinem Beruf ist, dass es keine Stellenbeschreibung gibt", sagt sie. Presseanfragen beantworten, Artikel verfassen, PR-Aktionen und Gewinnspiele betreuen, Flyer, Banner und Infotafeln (in Absprache mit den Zoopädagogen) texten, die Webseite aktualisieren, den Newsletter veröffentlichen - und während der Corona-Zeit alle Änderungen bezüglich der Öffnungszeiten und Besuchsmodalitäten kommunizieren.

Da bleibt selten Zeit, einfach mal über das Zoogelände zu spazieren. Einen großen Stab, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, kann sich der Zoo, der ohne Steuermittel auskommen muss und nur von den Eintrittsgeldern lebt, nicht leisten.

Opel-Zoo: Von der Vielfalt begeistert

Natürlich gibt es auch Tage, an denen schlechte Nachrichten aus dem Zoo zu vermelden sind. "Das schlimmste Erlebnis war, als Flusspferd Max das Jungtier von ihm und Tana totgebissen hat", erzählt Herrmann. Zu allem Übel war Zoodirektor Kauffels gerade zu einer längeren Reise aufgebrochen.

Ein Lieblingstier im Zoo hat sie nicht: "Was mich bei den Tieren begeistert, das ist die Vielfalt." Und dann setzt sie etwas hinzu, was man vielleicht nicht bei jemandem erwartet hat, der in einem Zoo arbeitet: "Mein Lieblingstier ist der Mensch." Sie finde es toll, dass der Querschnitt der Gesellschaft in den Zoo kommt. "Ich weiß immer ganz schnell, welche Vornamen bei den Kindern en vogue sind." Schließlich werden sie von Eltern und Lehrern jeden Tag hunderte Male auf dem Zoo gerufen.

Margarete Herrmann tritt nun die Federführung in der Öffentlichkeitsarbeit an Jenny Krutschinna ab. Die Diplom-Biologin und PR-Managerin hat bereits seit August 2013 den Förderverein des Opel-Zoo betreut und ist kurz darauf auch in der Zooverwaltung eingestiegen. Herrmann bleibt dem Zoo aber erhalten. An drei Tagen in der Woche wird sie dort weiterarbeiten: mit viel Umsicht und sehr viel Empathie.

Boris Schöppner

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