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Gemütliche Enge vor der Bühne.

Thäler Kerbeverein

Romantik pur und peppige Musik bei der 50. Thäler Kerb

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Die 50. Kerb im 51. Jahr des Bestehens des Thäler Kerbevereins ist eine ganz besondere. Am ersten Abend wird sie sogar von einem Naturschauspiel gekrönt.

Das Donnern in der Ferne kündigte kein Gewitter an, obwohl es den ganzen Mittwoch über drückend schwül gewesen war. Es waren die Böllerschüsse der Cronberger Schützen, mit denen angekündigt wurde, dass sich der festliche Umzug in Bewegung setzt. In der Staagass warten all jene, die mitfeiern, aber nicht den Festumzug begleiten möchten. Noch ist viel Platz, man kann das Pflaster sehen, wenn man nach unten guckt. Eine halbe Stunde später wird das kaum mehr möglich sein – zu dicht gedrängt stehen dann die Gäste. Und das, obwohl in den Sommerferien einige Kronberger im Urlaub sind.

Doch noch ist der Umzug mit Rittern, Musikanten, mit dem scheidenden sowie dem neuen Thäler Pärchen und mit dem Kerbebaum unterwegs. Zeit also, die Umstehenden zu fragen, was ihre schönste Kerb war, die sie bislang erlebt haben.

Für Monika Menges war es eine vor 22 Jahren, als Elvira Sittinger und Klaus Temmen Thäler Pärchen waren: „Wir hatten tolles Wetter, es war prima Stimmung – und es waren ganz viele Einheimische da.“ Ihrem Mann Frank Menges ist eine andere Kerb in Erinnerung geblieben – die „Regenkerb“, wie er sie nennt: „Es war eiskalt, wir haben uns Regenjacken und dicke Schuhe angezogen.“

Rolf Joachimi erinnert sich an einen Frühschoppen, der etwa 30 Jahre zurückliegt. Damals gab es ein Schubkarrenrennen. Talabwärts habe er die Schubkarre geschoben, sein kräftigerer Mitstreiter musste ihn dann bergauf schieben.

Mittlerweile ist der Umzug eingetroffen. Es dauert einen Moment, bis die Kerbeburschen mit dem riesigen, frisch geschlagenen und geschmückten Kerbebaum an die Ecke gelangt sind, wo er aufgerichtet und verankert wird. Zu dem Ritual gehört auch, die lebensgroße Drollo-Puppe daran anzubringen.

Von der Bühne vis-à-vis des Drollos klingt ein Seufzer durch das ganze Tal, als der neue Thäler Bürgermeister mit dem Begrüßungsgedicht fertig ist, das er gemeinsam mit seiner Miss Bembel vorgetragen hat. Alex Ritschel und Nadine Löhr kommen später mit ihrem Bembel, aus dem sie den Feiernden, die ihnen ihre Becher entgegenstreckten, Ebbelwei ausschenken, nur im Schneckentempo voran.

Der Bürgermeister – also der Rathauschef – Klaus Temmen (parteilos) stimmte gemeinsam mit Bernd Girold das Thäler Kerbelied an – Jung und Alt hakte sich ein, schunkelte und sang. „Sunny Vibes“ begleitete das Kerbelied auf ihren Instrumenten.

Die Formation um Harry Kaey war zum ersten Mal dabei. Das erste Set bestand aus legeren Mainstream-Hits der 80er- bis 2000er Jahre, inklusive Reggae und Soul. Im zweiten Set gab es Hits wie „Despacito“ und „Shape of You“. Später gab es Programm zum Mitsingen („Atemlos“, „Ich war noch niemals in New York“).

Das Quintett kam bei den Besuchern gut an. Der 22-jährige Lukas Rothenberger lobt es als „frisch, peppig und modern“. Und Peter Sollitzer (75) war begeistert vom lockeren Stil: „Der geht ins Blut.“

Zwischen halb zehn und zehn breitete sich am Mittwoch über den Feiernden dann ein sagenhaft roter Himmel aus, durchzogen von dunklen, aber freundlichen Wolkenbändern.

Ein schönes und friedliches Fest hatte sich Georg Hense, Vorsitzender des Thäler Kerbevereins, bei den Gästen der Eröffnung gewünscht – und es der kürzlich verstorbenen Conny Temmen gewidmet. Es wurde eine sehr schöne Kerb, an der die eifrige Helferin ihre Freude gehabt hätte.

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