Workshop-Ergebnisse vorgestellt

Sachverstand und Bürgerwille

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Nach einer Einführungsveranstaltung und einem Workshop mit Bürgerbeteiligung wurden jetzt die Ergebnisse vorgestellt. Und das, was mit ihnen geschehen soll.

Es ist eine Binsenweisheit, das irgendwie alles mit allem zusammenhängt. Für das Kronberger Bahnhofsareal gilt das natürlich auch. Deshalb war es kein Wunder, dass die Bürger, die zur zweiten Informationsveranstaltung zur Bürgerbeteiligung zum Quartier am Bahnhof auch zu jenen Aspekten Fragen stellten, die nicht unmittelbar mit den Baufeldern V und VI, also Gleis 3 und Schillergärten, zu tun hatten. Etwa nach den Bäumen, die für Studien- und Verwaltungszentrum sowie Kammermusiksaal gefällt werden sollen – oder unter Umständen erhalten werden können.

Erster Stadtrat Jürgen Odszuck (parteilos) wiederholte zwar seine Auffassung, dass man Stadtplanung nur schlecht an einem sich im Sterben befindlichen Baum ausrichten könne, betonte aber, dass man versuche, möglichst viele der alten Bäume zu erhalten. Versprechen, dass dies gelingt, wollte er jedoch nicht. Auffällig war am Mittwochabend im Raum Feldberg der Stadthalle die sachliche Atmosphäre, in der die Ergebnisse des Workshops von Hans Rausch, dem Geschäftsführer des Planungsbüros Stadt.Bau.Plan. vorgestellt wurden, der am 16. Januar stattgefunden hatte. In drei Arbeitsgruppen hatten sich 24 Bürger (Anwohner, politische Vertreter, sonstige Interessierte) mit der Gesamtwirkung der Projekte, dem Wohnumfeld und den Nachbarschaften befasst.

Die Freiheit der Workshop-Teilnehmer hatte klare Grenzen: Die Stadtverordnetenversammlung hatte bereits 2012 den Rahmenplan für das Quartier verabschiedet, der einen Mix aus Wohnen und Gewerbe für das Areal vorsieht. Und: Für die Schillergärten gibt es einen Investor, der dort sechs Wohnhäuser und eine Gewerbegebäude errichten will.

Unstrittig war für beide Gebiete, dass sie mit Grün durchzogen sein und offen wirken sollen. Die Baukörper sollen gegliedert sein und nicht als Block wirken. Das Gewerbegebäude am Rande der Schillergärten soll nicht zu hoch werden. Bei der Bebauung des Areals Gleis 3 soll darauf geachtet werden, dass die Nachbarn, also die Bestandshäuser, nicht verschattet werden. Erwünscht ist auch, den verrohrten Bach zu befreien und ihn als attraktives Element für alle erlebbar zu machen.

Die Ergebnisse der Beteiligung sollen in das weitere Planungsverfahren einfließen. In der erarbeiteten und in Druckform vorliegenden Dokumentation heißt es dazu, dass fast alle erarbeiteten Aspekte und Themen im Investoren-Auswahlverfahren für das Baufeld Gleis 3, das künftig vermutlich unter dem Begriff „Baufeld Ludwig-Sauer-Straße“ laufen wird, einfließen können. Zwei Kronberger Bürger, Dr. Christian Glossner und Berthold Hackel, werden das Investorenauswahlverfahren (Architektenwettbewerb) als Sachverständige begleiten. Für den Investor an den Schillergärten, die Wilma Wohnen GmbH, werden die erarbeiteten Punkte weitergegeben. Dort, wo Fachthemen tangiert sind (Nahversorgung, ruhender Verkehr), werden sie im Bebauungsplanverfahren berücksichtigt.

Einzelne Themen fallen in die Zuständigkeit der Stadtverordnetenversammlung. Dazu zählen Fragen der Scharnierfunktion des Quartiers zwischen Kronberg und Schönberg, nach Nahversorgung und Begegnungsorten (etwa Cafés).

Naheliegend war am Mittwochabend, dass auch die Frage nach der künftigen Nutzung des von der Stadt erworbenen Bahnhofsgebäudes gestellt wurde. Die Stadt habe ein Konzept, das unter anderem eine kulturelle Nutzung, eine Gastronomie und einen beschränkten Einzelhandel vorsieht. Bevor dies jedoch en detail öffentlich kommuniziert werde könne, müsse erst die Partnersuche abgeschlossen sein, sagte Odszuck. Nach wie vor gebe es Interessenten, sagte der Erste Stadtrat weiter.

Das Thema Edel-Restaurant sei aber vom Tisch. Der Interessent habe sein Angebot zurückgezogen. Wie die Taunus Zeitung berichtete, hatte Dietmar Spielmann Interesse an solch einer Gastronomie bekundet. Odszuck machte deutlich, dass der Stadt ein bürgerlich oder gutbürgerliches Angebot mit erschwinglichen Preisen lieber wäre – zumal es auch bei der Versorgung der künftigen Gäste im Businesshotel eine Rolle spielen könnte.

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