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Um dieses Wildkätzchen im Opel-Zoo zu sehen, müssen Kronberger mehr als Frankfurter zahlen, wenn sie eine kombinierte Jahreskarte kaufen. Es gibt einige Besucher, die sich darüber ärgern.

Verärgerte Zoobesucher

Warum die Kombi-Jahreskarten für die Tiergärten in Frankfurt günstiger sind als im Taunus

Zwei unterschiedliche Preise für dieselbe Leistung: Seit drei Jahren zahlen Käufer der Jahreskarte, mit der sie den Frankfurter und den Opel-Zoo besuchen können, in Frankfurt weniger als in Kronberg. Besserung ist nicht in Sicht.

Der Gedanke ist eigentlich gut: Seit 2009 gibt es eine kombinierte Jahreskarte, mit der Besucher sowohl in den Frankfurter Zoo als auch in den Kronberger Opel-Zoo gehen können. Doch seit mittlerweile drei Jahren hat diese Doppel-Jahreskarte einen bitteren Beigeschmack: Wer das Ticket nämlich in Frankfurt kauft, zahlt 84 Euro – und wer die Jahreskarte in Kronberg kauft, zahlt 92 Euro. Der Grund für diese unterschiedliche Preisgestaltung ist eine Erhöhung der Ticketpreise im Opel-Zoo Mitte 2015, der der Frankfurter Zoo bislang nicht gefolgt ist.

„Wir sind der einzige Zoo in Deutschland, der keine Drittmittel erhält“, erklärt Opel-Zoo-Direktor Dr. Thomas Kauffels dieser Zeitung. Träger des Zoos ist die gemeinnützige, private von Opel Hessische Zoostiftung. „Wir generieren unsere Einnahmen fast ausschließlich über die Eintrittsgelder an der Kasse“, so Kauffels. Aufgrund steigender Betriebskosten sowie steigender Gehälter müsse der Opel-Zoo regelmäßig die Eintrittspreise erhöhen. Darüber habe man den Frankfurter Zoo frühzeitig in Kenntnis gesetzt.

Im Gegensatz zum Opel-Zoo ist der Frankfurter Zoo in städtischer Trägerschaft und wird jährlich in Millionenhöhe subventioniert. „Auf jeder Eintrittskarte des Frankfurter Zoos liegen Subventionen in Höhe von 15 Prozent für den laufenden Betrieb“, so Kauffels weiter. Jegliche Aufforderung an den Magistrat, der für die Frankfurter Einrichtung zuständig sei, die Preise für die Kombi-Jahreskarte endlich auch in Frankfurt anzupassen, seien gescheitert. Durch ein für das Kombi-Ticket erarbeitetes Verrechnungssystem erhalten beide Zoos einen festgesetzten Anteil aus sämtlichen, in Frankfurt oder in Kronberg, verkauften Jahreskarten. Dadurch hat der Opel-Zoo keine finanziellen Nachteile, wenn das Kombi-Ticket zum niedrigeren Preis in Frankfurt verkauft wird. „Doch besonders für die Zoobesucher ist es ärgerlich, dass es für dieselbe Leistung zwei verschiedene Preise gibt“, so der Opel-Zoo-Direktor.

Diese Erfahrung hat auch Gabriele Abraham aus Sulzbach gemacht. „Ich habe mir eine ermäßigte Kombi-Jahreskarte für 44 Euro an der Kasse im Opel-Zoo gekauft. Später habe ich dann festgestellt, dass dieselbe Karte im Frankfurter Zoo nur 36 Euro kostet“, erklärt sie. „Diesen Zustand finde ich unhaltbar.“ Und zwar nicht nur für die vielen Kunden, die beim Kauf der Karte in Kronberg draufzahlen – sondern auch für den Opel-Zoo selbst. „Das wirft ja ein schlechtes Licht auf den Zoo, wenn die Karte dort teurer als in Frankfurt ist. Denn die Hintergründe kennen die meisten ja nicht.“

Den Unmut der Opel-Zoo-Betreiber und der Besucher kann auch Christine Kurrle, Sprecherin des Frankfurter Zoos, gut verstehen. Vor allem aus Sicht der Besucher sei es eine „missliche Situation“. „Doch wir können nicht einfach unsere Eintrittspreise erhöhen“, so Kurrle. So werde die Preisgestaltung im Frankfurter Zoo von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Zuletzt wurden die Preise 2013 erhöht.

„Die Stadt Frankfurt legt großen Wert darauf, möglichst vielen Zoo-Besuchern ein bezahlbares Tier- und Naturerlebnis zu bieten“, heißt es weiter. Aus diesem Grund seien die Eintrittspreise in Frankfurt entsprechend moderat gestaltet.

Seit der Preiserhöhung im Opel-Zoo habe in Frankfurt hingegen keine Erhöhung stattgefunden, und deshalb sei auch der Preis für die sogenannte „ZooZooJahreskarte“ gleich geblieben. „Wir sind da also anderen Regularien unterworfen als die Kollegen in Kronberg“, so Kurrle. Trotz der unterschiedlichen Preise hält die Stadt Frankfurt an der Kombi-Jahreskarte fest. „Eine Abschaffung der Kombikarte steht erst einmal nicht zur Debatte“, so Kurrle.

Doch spätestens dann, wenn der Opel-Zoo erneut die Eintrittspreise erhöhen muss – und dadurch die Preise für das Kombi-Ticket in Frankfurt und Kronberg noch weiter auseinandergehen – müssten sich die Betreiber die Frage nach dem Sinn eines solchen Tickets stellen. „Es ist aber sicher angestrebt, das Problem schon vorher zu lösen“, erklärt Kurrle. Das wäre dann nicht nur im Sinn der Opel-Zoo-Betreiber – sondern ganz bestimmt auch der Besucher.

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