Hans-Willi Schmidt, Klaus Temmen, Ann Kathrin Linsenhoff und Hans Robert Philippi bei der Scheckübergabe in der Villa Winter.
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Hans-Willi Schmidt, Klaus Temmen, Ann Kathrin Linsenhoff und Hans Robert Philippi bei der Scheckübergabe in der Villa Winter.

Unterstützung für Asylsuchende

Wenn jeder was tut, könnten wir es schaffen

  • vonBoris Schöppner
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Prominenter Besuch im Café international: Dressurreiterin und Olympiasiegerin Ann Kathrin Linsenhoff überreicht der Flüchtlingshilfe Scheck über 30 000 Euro.

Wer wissen möchte, wie Integration in Kronberg funktioniert und welche Probleme im Alltag entstehen und gelöst werden können, der sollte zwischen 15 und 17 Uhr die Villa Winter in der Stadtmitte ansteuern.

Das Café international ist ein beliebter Treffpunkt, bei dem sich Flüchtlinge und Kronberger begegnen. Deshalb hätte der Ort für den Termin gestern Nachmittag gar nicht besser gewählt werden können. Ann Kathrin Linsenhoff brachte im Namen ihrer Stiftung einen Scheck über 30 000 Euro vorbei.

Das Geld soll – entsprechend der Ziele der Linsenhoff-Stiftung – für die Sprachförderung und für eine neu einzustellende Fachkraft für psychosoziale Betreuung verwendet werden. Nichts sei schlimmer als Kinder, die aufgrund traumatischer Erlebnisse nicht sprechen würden, sagte die ehemalige Dressurreiterin und Goldmedaillengewinnerin.

„Als Kronbergerin ist es mir ein persönliches Anliegen, dass Flüchtlinge sich von Anfang an gut in unserer Gemeinde einleben können. Gute Sprachkenntnisse sind dabei unerlässlich. Mit meiner Spende möchte ich ihnen den Neuanfang erleichtern und ein Zeichen setzen, dass sie willkommen sind“, erklärte Linsenhoff. Sie unterstützt die Arbeit der Flüchtlingshilfe seit der Ankunft der ersten Asylbewerber in Kronberg und stellt zudem – gemeinsam mit ihrem Mann – der Stadt ein Teilgrundstück für eine temporäre Flüchtlingsunterkunft Im Tries zur Verfügung. Bis zu hundert Menschen sollen dort untergebracht werden.

„Wenn jeder etwas tut, glaube ich, dass wir es schaffen können“, wandelte Lisenhoff das „Wir-Schaffen-Das“ der Kanzlerin ab.

Bürgermeister Klaus Temmen, Erster Stadtrat Jürgen Odszuck (beide parteilos) und der ehrenamtliche Stadtrat und Integrationsdezernent Hans Robert Philippi bedankten sich bei der Scheckübergabe für die finanzielle Unterstützung.

„Die Spende der Linsenhoff-Stiftung leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge in unsere Gesellschaft, denn das Erlernen der deutschen Sprache ist von ganz elementarer Bedeutung“, sagte Philippi. So sieht es auch Hans-Willi Schmidt, Sprecher der Kronberger Flüchtlingshilfe

Philippi und Schmidt wiesen bei dem Termin auch auf die Schwierigkeiten hin, die es bei der täglichen Arbeit gebe. Zwei Beispiele: Schon die Nachbarkreise Hochtaunus und Main-Taunus würden unterschiedlich mit dem Thema Familiennachzug umgehen.

Und: Für Flüchtlinge sei es auch bei einem (anerkannten) Bachelor-Abschluss und Deutschkenntnissen faktisch nahezu unmöglich, einen Master zu machen, weil es für sie schlicht kein Bafög gebe.

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