Im Elefantenhaus angekommen: die 14 Jahre alte Lilak (links) und ihre Ziehmutter Kariba.
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Im Elefantenhaus angekommen: die 14 Jahre alte Lilak (links) und ihre Ziehmutter Kariba.

Neue Attraktion in Kronberg

Zwei neue Elefanten im Opel-Zoo

  • vonBoris Schöppner
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Die Elefantendamen Kariba und Lilak kommen aus dem Tierpark Berlin. Damit steigt im Opel-Zoo die Chance auf Nachwuchs bei den Dickhäutern.

Kronberg -Das Erste, was von Kariba zu sehen ist, ist die Rüsselspitze, die sich neugierig durch eine der runden Öffnungen schiebt. Bislang waren die Elefantenkühe Kariba und Lilak Berliner Luft gewöhnt, gestern kamen sie am frühen Morgen im Luftkurort Kronberg an.

Ihrer Reise waren monatelange Planungen vorausgegangen. Der erste Transport war für März geplant, doch der musste kurzfristig abgesagt werden, weil Kronbergs älteste Elefantendame Aruba wenige Tage zuvor gestorben war. Nicht nur der Zeitplan musste überarbeitet werden, auch die Zusammensetzung der Gruppe wurde geändert. Und natürlich war während des Lockdowns kein Tiertransport möglich.

Hintergrund des Umzugs ist der nahende Baustart einer neuen Anlage im Tierpark Berlin. "Zukünftig werden die Afrikanischen Elefanten mehr als zehnmal so viel Fläche bei uns bekommen", sagt Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem. Nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren sollen Afrikanische Elefanten durch die große Savannenlandschaft streifen und sich mit Zebras, Antilopen und Giraffen am Wasserloch einfinden. Im Zentrum der Savannenlandschaft wird das neue Elefantenhaus stehen. Der Start der Bauarbeiten in Berlin ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

Die Reise für die beiden Neuzugänge hatte bereits am Dienstag um 7 Uhr in Berlin begonnen. Bis 11 Uhr wurden die beide Elefanten in jeweils einen der beiden klimatisierten Spezialcontainern mit eingebautem Wassertank und Kameraüberwachung verladen. Um 13 Uhr setzte sich der Schwertransporter in Bewegung. Gegen 0.30 Uhr traf er dann am Parkplatz vor dem Haupteingang des Opel-Zoos ein. Die Fahrt über seien die Tiere ruhig geblieben, sagte Marco Roller, der Transport als Tierarzt begleitet hatte. Auch die Verkehrslage war nach Auskunft des Fahrers völlig unproblematisch - auf der gesamten Strecke habe es nur 8 bis 9 Minuten Stau gegeben.

Wesentlich länger dauert da schon die Fahrt vom Parkplatz bis zum Elefantenhaus, denn die legte der Schwertransport rückwärts und maximal in halber Schrittgeschwindigkeit zurück. Am Elefantenhaus stand bereits seit dem Vortrag ein Kranwagen bereit, der nun die Container nach einander vor dem Tor des Elefantenhaus absetzt. Die Container werden mit Rollen versehen und dann mit Hilfe eines Gabelstaplers bis vor die Schleuse im Gebäude geschoben.

Monatelanges Training

Das monatelangem Training mit den Elefanten im Tierpark Berlin, um sie auf den Transport vorzubereiten, zahlt sich aus. Die beiden Elefantenkühe verlassen jeweils recht zügig ihre Container. Als erstes ist Lilak, Jahrgang circa 1971 an der Reihe, die 1974 als Wildfang nach Berlin kam.

"Sie hat schon Kontakt zu Zimba aufgenommen", berichtete die Tierärztin des Opel-Zoos Dr. Ute Westerhüs. Zimba steht im selben Gebäude im Stall neben an. Allerdings geht die Veterinärin davon aus, dass die Kronberger Elefanten schon viel früher über die Ankunft der Neuen informiert waren, kommunizieren Elefanten doch über Infraschall.

Erst als der erste Container wieder mit dem Kran auf den Transporter geladen ist, kommt Kariba an die Reihe, die vor 14 Jahren im Tierpark Berlin zur Welt kam und nach dem Tod der Mutter vor zehn Jahren von Lilak adoptiert wurde.

Im Idealfall könnten Kariba und der zwölfjährige Bulle Tamo, der 2013 vom Zoo Wuppertal in die neue Elefantenanlage in Kronberg gekommen war, Nachwuchs zeugen. "Wie in jeder Ehe, die Chance ist da", merkt Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels lakonisch an. Doch vorher steht die Eingewöhnung der Tiere an. Die findet hinter den Kulissen statt und dauert solange, wie sie dauert. Wann die Besucher die neuen Tiere zu Gesicht bekommen, lässt sich also noch nicht absehen. Wenn die vier Elefanten miteinander auskommen, sollen die Tiere aus Berlin dauerhaft im Taunus bleiben. von Boris Schöppner

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