Für Jens und Franziska Hirsch ist der Start als Wirtsleute im "Grünen Wald" in Kronberg zugleich die Rückkehr zu den eigenen Wurzeln. 
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Für Jens und Franziska Hirsch ist der Start als Wirtsleute im "Grünen Wald" in Kronberg zugleich die Rückkehr zu den eigenen Wurzeln. 

Kronberg

Restaurant in Kronberg "Zum grünen Wald" mit neuen alten Besitzern

  • vonAlexander Schneider
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Jens Hirsch will mit seiner Frau Franziska in Kronberg die Familientradition im Restaurant "Zum grünen Wald" fortsetzen.

  • DasRestaurant "Zum grünen Wald" in Kronberg hat neue Besitzer
  • Es gibt klassische Gerichte und saisonale Besonderheiten
  • Jens Hirsch und seine Frau Franziska wollen eine Familientradition fortsetzen
  • Kronberg – Nur Fremde gingen in Kronberg früher zum Essen in den "Grünen Wald", die Kronberger nicht, die gingen "zum Philipp" und "zur Irma". Unter den Namen der Betreiber war das Restaurant bei den Einheimischen hinterlegt und eine Institution in der Burgstadt.

    Seit 1811 und über vier Generationen betrieb Familie Henrichs das Traditionslokal, bevor sie vor 36 Jahren den letzten Schoppen ausschenkte und den letzten "Handkäs mit Musik" servierte. Im Anschluss wurde das Gasthaus mehrfach verpachtet - bis jetzt.

    Restaurant "Zum grünen Wald" in Kronberg hat neue Besitzer

    Denn nun, da der jüngste Pachtvertrag ausgelaufen ist, kehrt das Restaurant "Zum grünen Wald" in Kronberg wieder in den Schoß der Familie zurück: Jens und Franziska Hirsch sind die neuen Betreiber, irgendwie aber auch ganz die alten. Denn Jens Hirsch ist der Enkel von Philipp und Irma Henrich.

    Ihm und seiner Frau Franziska ist es wichtig, Familientradition mit in die Zukunft zu nehmen und Kronberg etwas von seiner alten Gasthaustradition zurückzugeben. Die Platte des alten Stammtisches ist zwar neu, er steht aber da, wo er immer gestanden hat und auch die alten Wandvertäfelungen und Tischnischen sehen, wenn auch aufpoliert, aus, als sei die Zeit stehen geblieben.

    Alles wie früher. Bis auf die Speisekarte, die ist von heute, modern, aber mit Zitaten aus der alten Zeit. Hirsch nennt seinen Kochstil "sehr gut bürgerlich", regional, modern, produktbezogen, "etwas gehoben" aber nicht abgehoben.

    Große Portionen im Restaurant "Zum grünen Wald" in Kronberg

    Wenn es bei ihm "Geschmorte Querrippe mit einer schönen Jus und im Ofen geschmortem Wurzelgemüse" gibt, ist er der erste, der sich reinsetzen könnte. Erste Kritik von Gästen gab's auch schon. Sie sollen sich geärgert haben, dass die Portionen nicht zu schaffen seien.

    Auch beim "Handkäs mit Musik" ist Hirsch nicht kleinlich, gut zwei Stück gibt es davon, aber nicht am Stück, sondern "anders". Und auch die Musik im Restaurant ist eine andere als damals bei Opa Philipp: Keine weißen Zwiebeln, sondern rote, und auch nicht nur mit Essig und Öl, sondern auch noch mit einem Schluck Apfelwein angemacht. Das Ganze für schlanke 6,50 Euro, dazu gibt es Brot und Butter. Passt.

    Kronberg: Klassiker im Restaurant "Zum grünen Wald"

    Noch sind die Hirschs in Kronberg am Ausprobieren. Was geht, bleibt erst mal auf der Karte, ein paar Gerichte sollen im Turnus von vier Wochen "durchgewechselt" werden. Dazu kommt Saisonales: Spargel, Wild, Pilze und, ganz wichtig in Kronberg: Erdbeeren.

    Hauptgerichte gibt es im Restaurant zwischen 16,10 Euro das Szegediner Gulasch mit Semmelknödeln und 24,90 Euro für das Ribeye-Steak, bei dem man, so Jens Hirsch, kein Messer braucht, "Löffel reicht..."

    Hirsch versteht sein Metier. Kochen ist für ihn im besten Wortsinn Handwerk. Dosen aufmachen und Tüten aufreißen kann er nicht, lieber stellt er sich zwei Stunden länger in die Küche und macht alles selbst. Schon freut er sich auf das erste Wildschwein, das ihm von einem befreundeten Jäger hoffentlich bald gebracht und das von ihm komplett verwertet werden wird. "Nose to tail" nennt sich diese ganzheitliche Verwertung von Tieren, wobei am Ende auch eine Wildbratwurst stehen kann.

    Daran hat Hirsch ebenso Spaß wie am Beizen einer Lachforelle: "Kann man alles fertig kaufen, macht aber keinen Spaß."

    Kronberg: Familientradition im Restaurant "Zum grünen Wald"

    Hirsch ist frisch gebackener Küchenmeister, kann also auch im Restaurant ausbilden, wenn er will. Und er will. Mit 15 Jahren hat er seine Lehre im Grünen Wald begonnen, "mit 18 war ich fertig", sagt er stolz. Es folgten zahlreiche renommierte Stationen, unter anderem das mit 14 Gault-Millau-Punkten geadelte "Emma Metzler" in Frankfurt.

    Und dann trat Franziska in sein Leben. Die sympathische Sächsin hat zwar gleichzeitig mit Jens Hirsch im Restaurant "Zum grünen Wald" eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau begonnen. So richtig gefunden haben sich die beiden aber erst viel später, letztes Jahr war Hochzeit. Inzwischen kann die Chefin auch selbst auf eine abgeschlossene Kochausbildung verweisen und auf dem Weg zur Sommelière ist sie auch. Die etwa 20 Positionen umfassende Weinkarte ist bei ihr also in den besten Händen.

    Das Restaurant in Kronberg hat 45 Plätze, der Saal im Obergeschoss 60, weitere 50 Gäste können im Sommer draußen auf dem Schirnpflaster sitzen. Ein Kolleg "nach hinten raus" hat weitere 25 Plätze, dazu einen kleinen Freisitz, das "Gärtchen".

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