Ein Ort für Genießer

Kronberger Messe lockt mehr als 1000 Besucher

Weit über 1000 Besucher kamen zur zweiten Ausgabe der Kronberger Genussmesse in die Stadthalle, die mit 46 Ausstellern noch besser besetzt war als bei der gelungenen Premiere im Vorjahr. Eine gute Resonanz, die darauf hoffen lässt, dass die Veranstaltung künftig wirklich zur Reihe wird.

Es ist so eine Sache mit einer Messe, die sich dem Genuss verschrieben hat: Welche Aussteller lädt man denn ein? „Generell haben wir darauf geachtet, dass sowohl Aussteller aus der Region als auch zum Beispiel aus dem Allgäu oder Österreich mit dabei sind“, erklärt Andreas Berchem von „Taste-ination“ – gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Kronberg Veranstalter der Genussmesse. „Ungefähr die Hälfte sind ,Wiederholungstäter‘, aber wir wollen den Besuchern ja auch immer Neues bieten – und so hatten wir dieses Mal gar nicht Platz für alle Aussteller. Nächstes Jahr werden wir die Messe daher vermutlich auf zwei Tage ausweiten.“

Klingt super! Dabei ist bereits dieses Mal ein großes Spektrum an kulinarischen Genüssen vertreten. Ob Käse, Wurstwaren, Salze, Olivenöle, Feinkost, Kaffee, Bier, Pralinen und Feingebäck – also das Wasser läuft einem sofort im Mund zusammen.

Die Macher der Manufaktur „Gewürzglück“ aus Unterfranken bieten 14 verschiedene Gewürzmischungen. Natürlich alle ohne Geschmacksverstärker oder Stabilisatoren, und die Variante „Naschkatze“ kann sogar Crêpes oder Waffeln versüßen. Dass die Jungunternehmer von ihrem Praktikanten aus dem Rhein-Main-Gebiet auf die Genussmesse aufmerksam gemacht worden waren und sich daher um eine Teilnahme bemühten, freute besonders Mit-Organisator Berchem: „So bekommt die Veranstaltung eine schöne Eigendynamik.“

Die halbe Ladeneinrichtung mitgebracht hat „ReichsPost Bitter“ aus Bad Homburg – passen doch Regal und Tresen aus dunklem Holz sowie der 35-prozentige Kräuterlikör, den es seit 1843 gibt, perfekt in das historische Ambiente der Stadthalle. Ein Aufwand, der sich lohnt, denn schon die Messepräsenz im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg, wie Standbetreiberin Andrea Roth erzählt.

Immer umlagert sind die zahlreichen Weinstände. Kein Wunder. Vertreten sind unter anderem heimische Weine wie Prinz von Hessen, aber auch argentinische, australische und südafrikanische Tropfen sowie diverse Champagner, Gins und Single Malt Whiskys. Mit Kennerblick und -gaumen nehmen Christoph Stüker und Tobias Schmitt am Stand von „Australian Wine Store“ den einen oder anderen Rebensaft näher unter die geschmackliche Lupe. Beide stammen aus der Gastronomie.

Ein echter Höhepunkt ist eine eigens für die Messe abgefüllte 58-prozentige Whisky-Kreation – ein Single Cask der „finch Whisky Destillerie“ aus den „schwäbischen Highlands“. Vier Jahre und 353 Tage durfte dieser Whisky, produziert aus Gerstenmalz aus eigenem Anbau, in einem Sherry-Fass reifen. „Ein wirklich tolles Beispiel von ,Handcrafted Whisky of Germany‘“, freut sich Lars Bender von „Taste-ination“ über diese exklusive Kooperation.

Um in Ruhe möglichst vieles probieren zu können, nutzen alle Besucher das Glas, das im Eintrittspreis inbegriffen ist. Manch einer hat vorgesorgt und eine spezielle Halterung zum Umhängen mitgebracht – und dadurch die Hände frei, um sich weiter durch die Angebote zu probieren. Neben Ahler Wurscht und diversen Käsesorten und Brotaufstrichen kann man auch verschiedene Senfe oder Produkte aus der Zitrone kosten: Likör, Sirup und eine Marmelade, die frisch und herb schmeckt, perfekt auch aufs Käsebrot. Ein „ZitronenTraum“ eben.

Überhaupt werden die Geschmacksnerven gekitzelt. Beispielsweise beim handgemachten Fudge. Dem süßen Karamell hatten die „Aromakünstler“ aus Obertshausen orientalische Gewürze, Salz, Chili, Espresso, Apfelwein, Whisky, Gin oder weiße Schokolade beigemischt. Apropos Schokolade: Viele glückliche Gesichter gibt es am Stand von „Heller Pralinen“ aus Oberursel, die ihre Produkte großzügig unter den Besuchern verteilen. Unter ihnen ist Petra Nickel aus Bad Homburg, die zu einer dunklen Variante greift. „Ich bin ein absoluter Schokoladenfan und dachte bisher, dass es gute Produkte nur in der Schweiz gibt. Aber diese hier mag ich.“ Da ist sie nicht die einzige, denn für das gemeinsame Verkostungsseminar „Champagner & Trüffel“ von Heller und dem Frankfurter Händler „2drieux“ hatten sich vor der Messe bereits über 30 Interessenten angemeldet.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Genuss, den „Dr. Höhl’s BioEss“ verspricht. Der naturreine Apfelessig, verfeinert mit 40 Prozent Imkerhonig, diene als täglicher Gesundheitstrunk, sagt Gaby Wehle: „Schon unsere Großmütter haben ihn als Stärkungsmittel und zur Förderung des Stoffwechsels angewendet. Jeden Morgen ein Esslöffel voll in einem Glas Wasser zu sich genommen, ist das wie eine kleine Kur.“ Wem das zu sauer ist, kann das patentierte Produkt auch als Marinade für den Salat verwenden.

Fast zu schade zum Kochen sind die Sojasoßen bei „Ueno Gourmet“. „Das ist eine Würze, ein Geschmack, eine Reinheit – so gut, dass man diese Soßen probieren kann wie einen Sherry oder Likör“, schwärmt Gudrun Heinemann, die mit Freunden aus Neu-Anspach gekommen ist. „Wir sind alle begeisterte Hobbyköche und immer auf der Suche nach frischen, aromatischen Gewürzen.“ In Kronberg lassen sie sich inspirieren.

Was junge Menschen auch schon mal aus der Not heraus kreieren – was aber durchaus das Zeug zum Kultobjekt hat – sieht man am Stand von „Loch mit Brett“. Die beiden Königsteiner Kai Sommer und Johannes Pfaff präsentieren ein kleines Buchenbrett, das sich sowohl als Teller als auch als Glashalter eignet: „Nachdem wir bei einer Party feststellten, dass man mit Essen und Getränk immer beide Hände voll hat, haben wir so lange gebohrt und gesägt, bis wir einen Prototypen hatten.“ Inzwischen wird das Brett von den Praunheimer Werkstätten gefertigt.

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