Kein Aushängeschild für den Victoriapark - den Sozialdemokraten schwebt eine Lösung vor, die die Funktionen aus dem Bauwagen und die des Toilettenhäuschen in einem Neubau integriert. Foto: Boris Schöppner

Kronberg

Victoriapark: SPD fordert Neubau statt Sanierung für Toilettenhäuschen

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Die Sozialdemokraten halten an ihrer Idee fest, die Toilettenanlage im Victoriapark zu erneuern. Das käme günstiger als eine Sanierung. 

Die SPD fühlt sich durch die Zahlen aus der Stadtverwaltung zu den Sanierungskosten in ihrer Position bestätigt, die Toiletten im Victoriapark durch einen Neubau zu ersetzten. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte die SPD-Fraktion den Antrag für einen Neubau des Toilettenhauses gestellt. Der Antrag beinhaltete die Integration eines separaten Behinderten WCs, die Einrichtung eines speziellen Wickelplatzes sowie die Schaffung von Lager- und Umkleideflächen für Veranstaltungen auf der Bühne im Park.

"Der bauliche Zustand dieser städtischen Immobilie samt Bauwagen, der als temporärer Behelf für die Umkleide von Künstlern und das Lagern der Bestuhlung der Bühne im Victoriapark gedacht war, ist deutlich sichtbar in einem für die Bürger und die Stadt Kronberg unwürdigen Zustand", so die Position der Sozialdemokraten.

Verwunderung

Dem habe auch die CDU in der Novembersitzung des Haupt- und Finanzausschusses zugestimmt. "Sie lehnte jedoch einen Neubau ab und sprach sich zur Verwunderung der SPD aus Kostengründen für eine Sanierung des Toilettenhauses aus. Ein Ersatz des Bauwagens mit seinen beiden wichtigen Funktionen wurde von der CDU nicht berücksichtigt", hält die SPD-Fraktion in einer Pressemitteilung fest.

Die SPD-Anfrage zu den Kosten einer Sanierung wurde von der Verwaltung nun wie folgt beantwortet: "Das Gebäude aus dem Jahr 1974 wird mit einem Erinnerungswert von 1 Euro im städtischen Immobilienbestand geführt." Das bedeute, das Gebäude sei betriebswirtschaftlich abgeschrieben.

Die städtische WC Anlage befinde sich in einem funktionstüchtigen, aber sanierungsbedürftigen Zustand - innen wie außen. Die Fliesen seien abgenutzt, es gebe eine dauerhafte Geruchsbelästigung, ein Behinderten-WC sei "nicht wirklich vorhanden". So sei die Damentoilette zwar barrierefrei, aber nicht rollstuhltauglich. Dies wäre auch bei einer Sanierung nicht lösbar. Zudem sei die Dachdeckung defekt. Die Schlussfolgerung der SPD: "Ein Neubau ist nicht nur kostengünstiger als eine Sanierung, sondern auch perspektivisch sinnvoller!"

Containerbauweise

Die Kosten einer Kernsanierung betragen circa 27 000 Euro. Die Kosten für einen "Neubau" in verkleideter Containerbauweise mit neuem Damen- und Herren-WC sowie einem zusätzlichem Behinderten-WC belaufen sich dagegen auf circa 23 000 Euro brutto. Für Gesamtkosten von circa 38 000 Euro, ließen sich die Funktionalitäten des jetzigen Bauwagens in verbesserter Form in den Neubau integrieren.

"Es war scheinbar eher eine oberflächliche Befassung der CDU Fraktion zur Wirtschaftlichkeit einer Sanierung eines solchen Gebäudes", wirft die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, Andrea Poerschke, den Christdemokraten vor.

"Die SPD wird bei den Haushaltsberatungen den Antrag stellen, die Mittel für einen Neubau mit zwei Modulen in verkleideter Containerbauweise in den Haushalt einzustellen" kündigt Fraktions-Vize Wolfgang Haas. "Es kann nicht sein, dass wir den Bürgern dieser Stadt, den Besuchern dieser einmaligen und historisch bedeutsamen Parkanlage ein derartiges Bild bieten. Welchen Eindruck nimmt der Besucher von dieser städtischen Anlage mit? Und: "Die Bühne im Kronberger Stadtpark gehört zu den wenigen niedrigschwelligen Angeboten für Kulturtreibende im Außenbereich, die auch gerne Kleinkünstler und junge Gruppen nutzen." Dies gelte es zu fördern.

Rege Nachfrage für Bühne

Wird die Bühne denn überhaupt benutzt?, wollte unsere Zeitung von Hans-Willi Schmidt wissen, der mittlerweile zum Team gehört, das die Bühne verwaltet. "Dort finden Yoga-Kurse, Workshops, Kindergeburtstage und kleinere Musikveranstaltungen statt", sagt der ehemalige Vorsitzende des Altstadtkreises und Chef des Vereinsrings. Das Kinderhaus KEK und die Viktoria-Schule Kronberg gehörten zu den eifrigsten Nutzern. "Ich habe schon Buchungen für 2020 vorliegen", sagt Schmidt. Wer die Bühne nutzen möchte, kann sein Interesse bekunden, indem er eine E-Mail an buehneimpark@my-kronberg.de schickt.

Die Stadt, so weiß Schmidt zu berichten, prüfe derzeit, welche Lösung für eine Überdachung der Bühne "sinnvoll, machbar und wartungsarm" zu bewerkstelligen ist. Der Altstadtkreis hat der Stadt 12 000 Euro aus seinen Jubiläumsetat sowie ein Angebot für ein separates Dach, das der Verein bereits eingeholt hat, zur Verfügung gestellt. 

Von Boris Schöppner

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