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Künstliche Intelligenz und selbstfahrende Autos

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Erwin Zwick © Red

Wehrheim (mai). In 20 Jahren wird sich in Sachen Wirtschaft, Gesundheit, Mobilität, Arbeit und Freizeit in dieser Gesellschaft einiges verändert haben. Der Wehrheimer Dr. Erwin Zwick blickt positiv in diese Zukunft und ist auch mit 83 Jahren noch neugierig auf das, was sie bringen könnte.

Bereits 1998 hat er unter dem Titel »So leben wir in 20 Jahren« die Weiterentwicklung in vielen Bereichen aufgezeigt, und er ist stolz darauf, dass viele seiner Vorhersagen eingetroffen sind. Er mutmaßte damals schon, dass die Gesellschaft immer polarisierender werde, dass Menschen in der westlichen Welt einen Großteil ihrer Freizeit der Gesundheit und dem Konsum widmeten, aber er sprach auch die bedrohlicher werdende Klimakrise an.

Etwas, das 2018 noch zutraf, hat sich allerdings in den vergangenen Wochen als Fehleinschätzung erwiesen: Zwick, der sich in seinen Schriften gerne nach seinem Heimatort in der Pfalz »Erwin von Dahn« nennt, schrieb, dass die Mehrzahl der Europäer den dank wegfallender Grenzen großen Arbeitsmarkt und den Frieden genießen würden.

Beängstigende Nachrichten

Jetzt hat der wissbegierige Senior, der seine Gedanken gerne zu Papier bringt, erneut einen Blick in die Zukunft geworfen, und fragt: »Leben wir in den Jahren 2040 bis 2045 in einer künstlichen intelligenten Welt?«

Ursächlich für dieses Schriftwerk sind die Unsicherheiten, unter denen immer mehr Menschen angesichts beängstigender Nachrichten, mit denen sie Tag für Tag konfrontiert werden, leiden würden. Viele fragten sich, wie schlecht es noch werden könnte oder was noch auf sie zukomme. Zwicks Antwort ist vielschichtig, aber nicht nur negativ.

Zum Beispiel, wenn es um die Gesundheit geht: Nach seiner Meinung bekommt in nicht allzu ferner Zukunft jeder Mensch schon bei der Geburt einen Chip implantiert, über den ein Arzt sein ganzes Leben lang seinen gesundheitlichen Zustand ermitteln könne. Künstliche Intelligenz vergleiche vorhandene Studien und Erfahrungen mit individuellen Krankheitsbildern, sodass der Patient die für ihn passende Behandlung erhalte. Möglicherweise durch Ärzte-Roboter, die zukünftig eine immer größere Rolle spielen könnten.

Der promovierte Betriebswirt, der in seinem Arbeitsleben viel in der Welt herumgekommen ist, informiert sich über viele Quellen, liest und vergleicht Studien und Veröffentlichungen bekannter Fachleute zu den ihn interessierenden Themen. So hat er festgestellt, dass in der Aqua-Klinik Leipzig die Zukunft bereits eingezogen ist. »Vor jeder Operation geht der Computer eine Checkliste durch, sucht nach nicht entdeckten Krankheiten.

Und für ihn ist auch klar, dass selbstfahrende Autos schon bald die Stadtbilder prägen werden. Das eigene Auto würde der Vergangenheit angehören, auch weil ein »Robot-Taxi« per Knopfdruck bereitstehe - Faktoren, die die Zahl der Verkehrstoten gegen null sinken lassen würden.

Dienstleistung statt Produktion

Der Roboter werde zudem weitere Bereiche im häuslichen Umfeld übernehmen, um die Hausarbeit zu erleichtern, etwa damit Senioren dort länger autark leben könnten. Der klassische Schulunterricht werde nicht ganz verschwinden, meint der Autor. »Es werden aber immer mehr Inhalte digital vermittelt.«

Die Arbeitswelt wird sich nach Meinung des Wehrheimers enorm verändern, etwa von der Produktion in Richtung Dienstleistung. Zwick sieht nicht, dass der Mensch ganz durch Maschinen ersetzt wird, vermutet aber, dass er sich auf Aufgaben mit einer höheren Wertschöpfung konzentriere. Anstatt wie ein Ingenieur heute Entwürfe zu zeichnen, probiere Software Millionen Lösungen aus und taste sich an das Optimum heran. Künstliche Intelligenz könne langfristig das gesamte Wirtschaftssystem auf den Kopf stellen, wodurch eine komplett neue Form der Wohlstandsbildung entstehe.

Es brauche daher neue Absicherungen für die Bevölkerung, und dabei setzt Zwick auf eine bedingungslose Grundsicherung durch den Staat. Eine Katastrophe sieht er zwar nicht auf die hiesige Bevölkerung zukommen, aber dass weniger qualifizierte Arbeitnehmer sowie Rentner es schwerer haben werden, mit ihrem Einkommen auszukommen, sei ebenfalls klar.

Bis es so weit sei, müssten indes noch viele Gesetze verändert oder neu geschaffen werden. Dass es in absehbarer Zeit Maschinen gibt, die intelligenter sind als Menschen, kann sich Erwin Zwick allerdings nicht vorstellen.

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