Felix Blaser vom Verein KulturLeben Hochtaunus ermöglicht einkommensschwachen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
+
Felix Blaser vom Verein KulturLeben Hochtaunus ermöglicht einkommensschwachen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Feier in der Englischen Kirche

KulturLeben feiert sein fünfjähriges Bestehen

  • Marc Kolbe
    vonMarc Kolbe
    schließen

Menschen mit geringem Einkommen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen – das ist das Ziel von KulturLeben Hochtaunus. Und das wurde in den vergangenen fünf Jahren mit viel Erfolg umgesetzt.

Einfach nur Kartenverteilen, beinahe so wie bei einem Gewinnspiel, das ist nicht die Sache des Vereins KulturLeben Hochtaunus. Das Einsammeln und Verteilen von Karten für Kulturveranstaltungen ist zwar zentraler Bestandteil der Arbeit, doch der persönliche Kontakt zu den Gästen – die Bezeichnung ist mit Bedacht gewählt – des Vereins ist dem Vorsitzenden Dr. Felix Blaser mindestens genauso wichtig. „Das persönliche Gespräch gehört zur Vermittlung der Karten dazu, das ist der besondere, der wichtige Effekt dabei“, so Blaser.

Seit nunmehr fünf Jahren setzt sich der Verein dafür ein, dass auch Menschen mit geringem Einkommen einen Zugang zur Kultur bekommen und damit am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Blaser: „Wir haben damals angefangen, weil wir gesehen haben, wie viele Freiwillige sich an der Tafel beteiligt haben.“ Das ermutigte den Referenten für Armutspolitik bei der Diakonie Hessen sein modernes Robin-Hood-Projekt zu starten – denn wie der Outlaw aus dem Sherwood Forest holt sich auch die Kulturloge, wie sich der Verein anfangs nannte, ihre Karten dort, wo es zu viele gibt, und verteilt sie an die Armen.

Mittlerweile wurden schon rund 10 000 Karten verteilt, für Blaser 10 000 „schöne Momente“. Denn jede verteilte Karte stelle einen Erfolg dar. Allein diese Zahl zeigt, wie stark der Verein gewachsen ist. Mittlerweile verfügt man über einen Pool von 200 Sponsoren und Partnern aus dem Kulturbereich. Zudem zählt KulturLeben 78 Mitglieder – im Jubiläumsjahr sollen es 100 werden. Seit 2014 gibt es auch das Projekt KulturKinder, das enorm schnell gewachsen ist. „Zwei Drittel unser Gäste sind mittlerweile Kinder“, erklärt Jutta Kaiser, die für dieses Projekt zuständig ist. Und es gebe nichts Schöneres, als einem Kind ein Lachen ins Gesicht zu zaubern – und genau das sei das Ziel und das könne die Kultur.

In einem nächsten Schritt will der Verein auch noch eine

Senioren-Gruppe gründen

. Zum Prinzip gehört es auch, n immer zwei Karten zu vergeben. So müssen die Gäste nicht allein ins Theater oder Konzert, sondern können jemanden mitnehmen, dem sie wiederum etwas Gutes tun.

So schön die Erfolge auch seien, stimmen sie Dr. Blaser und seine Mitstreiter auch traurig. „Es ist ja nicht schön, dass wir so viele Gäste haben.“ 1200 Menschen, darunter 750 Kinder, wurden bereits mit Karten bedacht. Denn, so Blaser: Die Beträge, die im Arbeitslosengeld für Kultur und Bildung veranschlagt sind, reichten bei weitem nicht für eine Teilhabe aus. Aber genau darum gehe es dem Verein – um Teilhabe.

Am Mittwoch, 7. März, wird in der Englischen Kirche Geburtstag gefeiert. Und wundert nicht, dass für Blaser auch für diesen Tag Gespräche als Schwerpunktthema setzt. Zudem treten eine Abordnung des Jugend-Sinfonie-Orchesters Hochtaunus und die Saxofon-Besitzer auf und es gibt es eine große Torte. Besonders wichtig ist dem Verein vor allem die Sparschwein-Aktion, die zum Jubiläumsjahr gestartet wird. Über 100 dieser Kulturschweine sollen auf die Reise geschickt werden – „und hoffentlich ordentlich gefüttert werden, denn unserer Schweine sind hungrig“, sagt Blaser lachend. Geschlachtet werden die Keramiktiere am 1. Juni – und die Besitzer des am schönsten gestalteten und des am prallsten gefüllten Schwein dürfen sich über Karten für den Auftritt des Tigerpalast im Kurtheater im September freuen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare