Ein Bild aus dem schneereichen Frühjahr 2021: Langläufer Heiner Bolle bahnt sich seine Spur selbst.
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Ein Bild aus dem schneereichen Frühjahr 2021: Langläufer Heiner Bolle bahnt sich seine Spur selbst.

Winterwunderland im Hochtaunus

Langläufer stehen in den Startlöchern

  • VonMatthias Pieren
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Boden ist zu warm: Naturpark Taunus kann die Loipen noch nicht spuren

Hochtaunus -"Ganz in Weiß", sang einst Schlagerstar Roy Black in den 1960er Jahren und verkaufte die Single insgesamt 2,5 Millionen Mal. Und weiter heißt es an anderer Stelle: "So siehst du in meinen schönsten Träumen aus."

Wir wissen freilich alle, dass damit keinesfalls ein Winterwunderland gemeint war, wie es sich derzeit der Naturpark Taunus präsentiert. Tausende Ausflügler pilgerten zuletzt in die weiße Winterwonne der schneebedeckten Höhenlagen des Taunus.

"Entlang des Taunushauptkamms beträgt die Schneehöhe bis zu 25 Zentimeter", teilt aktuell der Taunus Touristik Service mit. "Somit herrschen vielerorts gute Rodelbedingungen und traumhafte Bedingungen für ausgedehnte Winterwanderungen."

Freunde des Langlauf-Skisports müssen sich jedoch noch eine Weile gedulden, bis die Loipen vom Naturpark Taunus gespurt werden. Das mag angesichts der dicken Schneeauflage verwundern, hat aber seinen Grund. "Seit Tagen prüfen wir, ob ein Spuren der Loipen möglich ist", teilt dazu der Naturpark Taunus mit. "Leider sind der Untergrund und das Wegebett noch zu nass, und das Wasser drückt von unten in die Loipe."

Mal liegt in den Höhenlagen des Taunus viel zu viel Schnee - wie im vergangenen Winter, als das Spuren der Langlauf-Loipen wegen Schneebruchgefahr lange Zeit nicht möglich und das Betreten der Waldwege sogar verboten war. Und derzeit ist der Boden nicht hart genug gefroren.

Parkplätze müssen geräumt werden

Sobald sich die Lage aber stabilisiert und deutlich gebessert habe, sollen die fünf Außendienstmitarbeiter des Naturpark Taunus unterwegs sein, um auf den acht Langlauf-Loipen im Hochtaunuskreis eine gespurte Grundlage für den Langlaufspaß zu schaffen.

Doch arbeitslos sind die Naturpark-Mitarbeiter derzeit keinesfalls. Während die Räumfahrzeuge der Straßenmeistereien für die Scharen der Ausflügler derzeit rund um die Uhr die Landstraßen räumen, hat das Naturpark-Team eine andere, nicht minder wichtige Aufgabe zu erledigen.

"Unsere Aufgabe ist es, die 100 Naturpark-Wanderparkplätze nach Schneefällen zu räumen", erklärt Carolin Pfaff, stellvertretende Naturpark-Geschäftsführerin. "Dazu gehören gerade auch die Parkplätze rund um den Feldberg direkt an den Straßen, die nicht von den Kommunen oder von Hessen Mobil geräumt werden. Ab 6 Uhr sind unsere Mitarbeiter unterwegs, um die oberste Schneeschicht zu räumen. Auch an den Wochenenden sind stets drei Mann in Bereitschaft."

Vor fünf Jahren hat der Naturpark Taunus ein neues Loipen-Spurgerät gekauft. Ans Heck eines Traktors gehängt, plätten schwere Gewichte zuerst die auf Wegen liegende Schneeauflage. Das eigentliche Spurgerät zieht direkt im Anschluss eine Loipenspur in den aufbereiteten Schnee.

Eine Doppelloipe kann ebenso gespurt werden wie eine Langlaufspur parallel zu einer Skating-Bahn. Bei optimalen Bedingungen stehen Langläufern acht gespurte Loipen mit einer Länge von insgesamt 31 Kilometer zur Verfügung. Aktuelle Informationen zum Zustand und dem Verlauf aller Loipen können auf der Website des Naturpark Taunus unter https://naturpark-taunus.de/services-infos/wintersport/ abgerufen werden.

Hier fühlt sich der Taunus an wie eine Wintersportregion: Fünf super Loipen

Wozu nach Oberstdorf reisen, wenn man die Taunus-Berge vor der Haustür hat? Wenn denn die Bodenbeschaffenheit so ist, dass gespurt werden kann, haben Langläufer hier gut lachen.

Im Folgenden ein Überblick über die fünf höchstgelegenen Loipen im Hochtaunus:

"Weißer Berg" (leicht):

1,6 Kilometer Rundkurs, 75 Meter Höhendifferenz. Ausgehend vom Parkplatz "Sandplacken" führt die kurze Loipe fast ohne Steigungen um die Erhebung Weißer Berg (660 Meter) zurück zum Ausgangspunkt.

"Sandplacken" (leicht) :

4,3 km Rundkurs, 160 m Höhendifferenz. Ebenfalls ausgehend vom Parkplatz "Sandplacken", der den höchsten Punkt bildet, führt die Loipe mit mäßigen Steigungen am Klingenkopf (682 m) und Weißer Berg (660 m) vorbei zum Ausgangspunkt zurück.

"Sängelberg" (familienfreundlich):

4,5 km Rundkurs, 140 m Höhendifferenz. Am Parkplatz "Pfarrheckenfeld" (Rodelwiese oberhalb Oberreifenbergs) beginnt die Spur oberhalb des Ski- und Rodelhanges. Sie umrundet den Sängelberg und führt mit einem schwachem, langgezogenen Anstieg zum Ausgangspunkt zurück.

"Kittelhütte" (Gute Anfängerstrecke):

2,6 km Rundkurs, 124 m Höhendifferenz. Am Parkplatz "Kittelhütte" startet die Loipe rechts herum hinter der Hütte, links am Geländer vorbei. Weiter führt die Spur flach am oberen Hang an Seelenberg vorbei. Bald biegt man links ab und etwas ansteigend geht es bis zur kleinen Abfahrt. Nach dieser wird es weniger steil, Spur verläuft mit schwachem Gefälle bis zum Ausgangspunkt.

"Kittelhütte Weilsberg" (anspruchsvoll) : 8,3 km Rundkurs, 316 m Höhendifferenz. Vom Parkplatz "Weilsberg" oder "Rotes Kreuz" führt die mittelschwere Loipe mit einigen Steigungen bis kurz vor die Kittelhütte. Von dort geht es in einer großen Runde zurück zum Parkplatz. Neben der Langlaufspur befindet sich ebenfalls eine Skatingloipe. Von matthias pieren

Das Loipen-Spurgerät vom Naturpark ist noch nicht im Einsatz.

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