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Laternenkönigin Louisa I mit Braumeister Christian Ochs setzen das Laternenfestbier an.

Hier braut sich was zusammen

Laternenfestbier reift in den Kesseln im Kronenhof - In fünf Wochen wird es ausgeschenkt

Der 2019-er Jahrgang des Laternenfestbiers des Lions Clubs reift seit Mittwoch seinem Verzehr entgegen. Beim Einbrauen outete sich die designierte Regentin als bierliebende Lichtgestalt des größten Bad Homburger Volksfestes.

Bad Homburg - Dass Louisa I. als Laternenkönigin die Insignien der Macht nach der Regentschaft ihrer Mutter, Christina I. 1989, bereits in zweiter Generation trägt, ist ebenso erstmalig wie inzwischen auch bekannt. Neu ist aber auch, dass die Lichtgestalt des größten Bad Homburger Volksfestes, die am 24. August offiziell gekrönt wird, bierliebend ist. Ja, sie mag Bier, wenngleich ihr, hätte sie die Wahl, in der Regel ein Schoppen Wein doch noch etwas lieber wäre. Ihre Vorgängerinnen auf dem Laternenthron hatten sich als dem Hopfentrunk eher abgeneigt geoutet. Nicht so Louisa I., die sogar dabei sein möchte, wenn Christian Ochs, Braumeister auf dem Kronenhof, erstmals am neuen Jahrgang des im Auftrag des Bad Homburger Lions Clubs gebrauten Laternenfestbiers nippt.

Zehn Hektoliter

Hoheit möchten das noch unfertige Bier, das aber schon Schlüsse auf den künftigen Geschmack zulässt, sogar selbst verkosten. Seit fünf Jahren schon wird auf dem Kronenhof von Lions-Mitglied Hans-Georg Wagner ein spezielles Laternenfestbier gebraut, das einen klar formulierten Auftrag hat: Es soll Festbesuchern die Aktivitäten des Lions Clubs im wahrsten Sinne schmackhaft machen.

Das gelingt in aller Regel in vollen Zügen aus gut gefüllten Krügen. "Es ist Laternen-, nicht Oktoberfest - wir zapfen natürlich voll, das ist doch Ehrensache", sagt Activity-Manager Roberto Adler. Verknappung ist zwar bis jetzt noch nicht eingetreten, viel übrig geblieben aber auch nicht. Der Club macht aus dem Einbrauen mitten im Restaurant des Kronenhofs stets ein kleines Event, an dem neben Braumeister Christian Ochs, Hans-Georg Wagner und führende Vertreter des Lions Clubs und des Laternenfestvereins sowie die designierte Hoheit teilnehmen.

Lions-Präsident Matthias Schmidt war verhindert, dafür stand Vize-Präsident Markus Dahmen, zugleich "President elect" - er wird 2020 an die Spitze des Vorstandes aufrücken - , in freudiger Erwartung auf ein wohlschmeckendes Ergebnis auf der Brücke der kupfernen Brauapparatur.

Die für die geplanten 1000 Liter Bier nötigen 175 Kilo Braugerste wurden bereits letztes Jahr auf den Feldern des Kronenhofs geerntet. Ochs fertigt daraus unter Beigabe besten, leicht nach Zitrone und Grapefruit schmeckenden Aromahopfens ein süffiges Export mit 5,3 Prozent Alkohol und leichtem Trub, das kurz vor dem Fest fertig sein soll. Bisher hat das immer geklappt.

Stand zieht um

In diesem Jahr wird in der Erwartung besseren Umsatzes etwas mehr als in den Vorjahren gebraut: "Bisher war unser Stand am Untertor immer etwas versteckt, jetzt ist es gelungen, umzuziehen. Wir stehen mit dem Kronenhof-Bierwagen an der Schlossgarage, direkt an der Bühne, beste Lage also", freut sich Dahmen und hofft, dass der Gewinn dadurch steigt. In den Vorjahren waren nach Abzug der Kosten stets um die 6000 Euro übrig.

Das Geld wurde auf die Aktivitäten des Clubs verteilt, das Kinderförderzentrum Therapeutisches Reiten, die Aktion "Basketball macht Schule" mit den Frankfurt Skyliners, die Fleersheim-Stiftung sowie ein Opernprojekt an der Hölderlinschule. In diesem Jahr neu ist das Neuroneum, ein ambulantes neurologisches Rehabilitationszentrum in Bad Homburg, das sich auf die Nachsorge von Schädel-Hirn-Verletzungen spezialisiert hat.

1000 Liter Bier, das sind rund 3000 Portionen, die in neuen Lions-Gläsern und auf Bierdeckeln mit dem Konterfei der Hoheit serviert werden sollen. "Das Fest dauert vier Tage, das ist zu schaffen", lachte Vize-Präsident Dahmen, nachdem sich Gerhard Scheuer und Josef Schalmeyer vom Laternenfestverein schon erboten hatten, zum "Reste-Trinken" vorbeizukommen . . .

von Alexander Schneider

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