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Lebensraum und Rohstoff-Lieferant

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"Wer weiß das?" Revierförster Felix Meyer hat zum Schulwaldtag einige Holzprodukte zur Anschauung mitgebracht. © Neugebauer

Fünftklässler der Max-Ernst-Schule verbringen einen lehrreichen Tag im Wald

So eine Motorsäge ist ganz schön schwer. Und die Forstarbeiter müssen damit den ganzen Tag arbeiten. Dies berichtete Felix Meyer, Revierförster im Revier Rod an der Weil, beim Schulwaldtag der Max-Ernst-Schule in Riedelbach am Donnerstagvormittag. Die Fünftklässler durften nacheinander das Gerät einmal in die Hand nehmen und das Gewicht spüren. Meyer hatte, da er auch die Ausbildung als Forstwirtschaftsmeister hat, als eine von vieren die Station Waldarbeit und Waldnutzung bei diesem Waldtag übernommen.

Die Mädchen und Jungs staunten nicht schlecht über die große Handsäge, die er ebenfalls mitgebracht hatte und mit der zwei Waldarbeiter früher nur zwei Bäume am Tag fällen konnten. Mit der Motorsäge seien es durchschnittlich schon 20, so Meyer. Und mit einer großen, Harvester genannten Maschine könne ein Mann bis zu 100 Bäume am Tag fällen. Und dazu noch entasten, vermessen und bei Bedarf zerteilen. Der Förster hatte auch ein Modell eines Harvesters mitgebracht. Solch eine Maschine koste in echt so viel wie ein Einfamilienhaus. Trotz der vielen, breiten Räder, die das Gewicht verteilen, um den Boden zu schonen, dürfe ein Harvester nur auf den im Wald ausgewiesenen Wegen, den Rückegassen, arbeiten, so Meyer weiter. Dafür erreicht er mit seinem langen Arm auch Bäume, die einige Meter entfernt stehen. Aber da ein Harvester nicht überall eingesetzt werden könne, gebe es weiterhin auch die Forstarbeiter. Und die müssten selbst an solch warmem Tag, wie an diesem, ihre Schutzkleidung tragen.

Schutz beim gefährlichen Beruf

Der Helm schütze vor herabfallenden Ästen, das Visier vor herumfliegenden Sägespänen und der Gehörschutz vor dem Lärm der Motorsägen. Die Jacke der Forstarbeiter, die Meyer dabei hatte, war grell rot. Das sei wichtig, damit die Waldarbeiter-Kollegen, die immer zu zweit im Wald arbeiteten, sich gegenseitig gut im Blick behalten könnten. Denn Waldarbeit sei gefährlich. Darum tragen die Waldarbeiter auch immer Schnittschutzhosen.

Dass Holz ein wichtiger Rohstoff ist, zeigte der Förster an dem Tisch, den er aufgebaut hatte. Hier gab es Brennholz, Holzpellets, Gerätschaften aus Holz wie Schalen oder Kochlöffel, Balken für den Hausbau, Papier und natürlich den Tisch als Beispiel für ein Möbelstück.

Aber Wald ist nicht nur eine Produktionsstätte für einen Rohstoff sondern es leben auch ganz viele Tiere hier. Fotos dieser Tiere hatte Försterin Bhavana Kaiser mitgebracht. Und ein paar dazugemischt, die es nicht hier im Wald gibt. Welche das sind, sollten die Mädchen und Jungs herausfinden. Beim Elch hatten die Kinder recht, den gibt es hier nicht. Aber auch der Wolf landete zunächst bei den Tieren, die sie hier nicht vermuteten. Aber da konnte Kaiser berichten, dass seit kurzem ein Wolf im Gebiet des Forstamtes Weilrod mehrfach nachgewiesen wurde. Beim Bild vom Roten Milan rätselten die Kinder länger, was dies für ein Vogel ist. "Das ist eine hübsche Mogelpackung", schmunzelte Kaiser, "der wiegt nur so viel wie ein halbes Hähnchen". Auch bei Revierförster Michael Knebel ging es um Tiere, aber mehr aus Sicht der Hege und der Jagd. Und bei der letzten Station erfuhren die Schüler der drei fünften Klassen vieles rund um Borkenkäfer, Klimawandel und wie der Forst damit umgeht.

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