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Will die Politik eine Stadt hinter Mauern? Zum Bericht Anwohner bevorzugen Variante A (TZ vom 5.

Zum Bericht Anwohner bevorzugen Variante A (TZ vom 5. März) schreibt ein Leser, der auch beim „Runden Tisch“ zur künftigen Verkehrsführung am Bahnhof mitgearbeitet hat:

Die Überschrift des TZ-Beitrages lautete: „Anwohner bevorzugen Variante A“! In dem Bereich gibt es deutlich mehr als 20 Anwohner. Denen wurde die Planung bisher nicht vorgestellt und natürlich wurden auch mögliche Auswirkungen nicht aufgezeigt und auch nicht gefragt! Sie wurden zu dem geschlossenen Vereinstreffen nicht eingeladen! Der als Feststellung formulierten Überschrift muss widersprochen werden, weil sie einen falschen Eindruck suggeriert!

Die Abstimmung in der geschlossenen Veranstaltung erinnert mich fatal an die Abstimmung in Verbindung mit dem Hallensportbad. Auch dort wurde bekanntölich die Überrumpelungsstrategie angewandt.

Und dann wieder in Verbindung mit der Bürgerversammlung zur Ost-West-Trasse! Hier waren es erstens die in sich nicht logischen Verkehrsprognosen, zweitens die nicht saubere Darstellung der Vorstellungen des Bürgerforums und drittens die sachlich nicht haltbare Kostenschätzung bezüglich der neuen Ost-West-Trasse. Wer glaubt da noch an Zufälle? Zu bedenken ist, dass die „Mauervariante“ – bessere Bezeichnung als

Einbahnstraßen

variante – als Billiglösung ebenso wie jede andere Lösung das Ambiente der Stadt auf Jahrzehnte prägen und gegebenenfalls andere Lösungen im wahrsten Sinne des Worts verbauen beziehungsweise beeinträchtigen. Für die Politik steht jetzt eine Nagelprobe bevor: Will sie

eine Stadt hinter Mauern?

Hier mal eine Detailbetrachtung:

Da ist eine weitere Ampel an der Adenauerallee vorgesehen. Damit kommen dort kein Bus und kein Lkw mehr um die Kurve. Im oberen Teil ist dann auch noch mit Stau um die neue Hauptpost zu rechnen!

Und da bleibt auch noch die Frage, wer mit welchem Ziel von der Nassauer Straße abbiegt? Denn an der Bärenkreuzung gibt es nur einen Linksabbieger. Frage: Welche Trasse steht den Bussen und Lkws dann zur Verfügung?

Übrigens: Warum setzt die Stadt die in dem Artikel aufgezeigte Geschwindigkeitsbegrenzung nicht sofort um? Diese wurde schon vom Regierungspräsidium in Verbindung mit dem „Lärmaktionsplan Hessen“ vom Fly-Over über die Adenauerallee bis zur Oberhöchstadter Straße vorgeschlagen und seitens der Stadt abgelehnt. Und jetzt wird sie für ein Teilstück ins Gespräch gebracht. Dies ist ein klassischer Widerspruch!

Heinz Renner

Oberursel

Zum gleichen Thema schreibt ein Leser:

Bei der Planung zur Verkehrsführung am Bahnhof werden wieder einmal

Einbahnstraßen

als Allheilmittel gegen Lärm und zu schnelles Fahren gepriesen. Der gesunde Menschenverstand sagt einem jedoch: Das genaue Gegenteil ist der Fall! Erstens: Wenn kein Gegenverkehr droht, auf den man achten muss, fährt man tendenziell schneller. Zweitens:

Einbahnstraßen

zwingen per System dazu, mindestens einmal „um den Block“ zu fahren (entweder auf dem Hinweg oder auf dem Rückweg),

Einbahnstraßen

produzieren also Verkehr in drei benachbarten Straßen, die ansonsten keinen Verkehr hätten.

All das kann man in der Frankfurter Innenstadt zuhauf besichtigen. Deshalb fordere ich alle mit der Planung von Straßenführungen befassten Personen und Instanzen zur Ehrlichkeit auf: Wer

Einbahnstraßen

befürwortet, sollte zugeben, dass dadurch mehr Verkehr und größeres Gefahrenpotenzial geschaffen wird.

Frank Stoffregen

Oberursel

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