LESERMEINUNG

Bankrotterklärung für die Grünen Zu unserem Bericht Grüne unterstützen keinen Kandidaten (TZ vom 22.

Zu unserem Bericht Grüne unterstützen keinen Kandidaten (TZ vom 22. April) erhielten wir folgende Zuschrift eines ehemaligen Oberurseler Grünen-Politikers:

Meine Meinung hierzu: Die Nicht-Positionierung der Grünen im Wettbewerb der Bürgermeisterkandidaten ist eine

Bankrotterklärung

für diese Partei auf kommunalpolitischer Ebene. Beide Kandidaten (die ich persönlich sehr schätze, keine Frage) seien „nicht grün genug“, dann lese ich eine Reihe von Argumenten, die für den Kandidaten der SPD sprechen, und plötzlich steht die Kommunalwahl im Frühjahr 2016 im Raum! Ihr Taktik-Füchse: Es geht aber jetzt um die Bürgermeisterwahl; wenn dann seitens der Grünen heute bereits Nervosität beim „Schmieden von Koalitionen“ in der Zukunft entsteht, tut’s mir um diese Truppe leid, denn es gab mal auch Positionen, Inhalte, die für eine Meinungsbildung ausschlaggebend waren und nicht ein solches Rumeiern. Was soll das?

Es gibt, liebe Grüne, so ganz nebenbei bemerkt, einen Stadtrat der Grünen, der – so ist mein Eindruck – sehr solidarisch vom jetzigen Bürgermeister Brum gestützt wird, ich fände es sehr fein, wenn diese Zusammenarbeit auch über den Wahltermin mit den aktuellen Zuständigkeiten weitergeführt wird.

Uwe Becker

Oberursel

Zu Grünpflegearbeiten:

Ich wurde Zeuge, wie Mitarbeiter des BSO im unteren Teil der Berliner Straße einen Grünstreifen zwischen Anliegerstraße und Bahn mit Roundup besprühten. Was wächst dort? Eine Hainbuchenhecke und verschiedene Wildkräuter. Dass man auf besonderen Flächen wie Blumenrabatten gegen „Unkraut“ vorgeht (aber durch Jäten), ist sicher vertretbar, denn jede Stadt ist auf solche optischen Highlights stolz, und Oberursel gibt sich erfolgreich Mühe, sehr schöne, gepflegte Beete anzulegen. Muss aber so ein unbedeutender Grünstreifen an der Bahn entlang mit solch einer umstrittenen Chemiekeule „verseucht“ werden?

Als die BSO-Arbeiter weg waren, habe ich noch Fotos von dem gelben Blütenmeer des Löwenzahns gemacht, als mein Blick auf Bienen fiel, die sich auf den mit Roundup besprühten Blüten niederließen. Aber wir haben unser Schicksal selbst in der Hand, indem wir den Verantwortlichen im Rathaus zeigen, dass wir statt Spritzmitteln mit Glyphosat lieber mehr Wildkräuter tolerieren. Das täte dem Stadtsäckel gut – und der Gesundheit von Tier und Mensch!

Gisela Grützmacher

Oberursel

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