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Lösungen eines Usinger Problems?

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Neu-Anspach (as). Wie bereits der Umweltausschuss hat nun auch der Bauausschuss grünes Licht dafür gegeben, dass der Metallverwerter und Schrotthändler Röhrig von der Saalburgstraße auf ein Areal unterhalb der Deponie im Anschluss an die Bogenschießanlage umziehen kann. Vorbehalte, letztlich aber doch Zustimmung bei vier Enthaltungen gab es dagegen bezüglich der Anschlussfläche unterhalb des künftigen Röhrig-Betriebs.

Dort soll nach einer Vorlage des Magistrats der noch am Usinger Bahnhof ansässige Abbruch- und Bauschutt-Verwerter Moses einen neuen Betriebshof errichten. Moses muss weichen, weil im Zuge der Elektrifizierung der Taunusbahn das Gelände für einen Parkplatz benötigt wird.

Cornelius Linden (CDU) sagte, man sehe die Umsiedlung kritisch. Nach der Erwartung der Fraktion stoße der Emissionsschutz an seine Grenzen, wenn neben Röhrig noch ein zweiter Recycler angesiedelt wird. Dass Moses seinen derzeitigen Platz räumen muss, sei ein »Usinger Problem«, unter dem die Westerfelder an dem beim Schreddern von Bauschutt zwangsläufig entstehenden Lärm nicht leiden dürften. Guntram Löffler (CDU) riet dazu, den Ball nach Usingen zu spielen, damit von dort aus die Brandholztrasse zur B 275 hin ausgebaut und Moses dort im Anschluss an die Deponie ohne Lärmproblematik siedeln kann. Er glaubt aber, dass sich die Sache nach Vorliegen des Lärmgutachtens ohnehin erledige.

Nicht nur laut, auch hässlich

Für Kevin Kulp (SPD) ergibt es dagegen Sinn, Deponie, Schrott- und Bauschuttverwertung zu konzentrieren. Die Zustimmung sei aber unter dem Vorbehalt des Ergebnisses eines strengen Lärmgutachtens zu verstehen. Weitere Fragen gebe es bei der SPD im Zusammenhang mit dem notwendigen Ausbau der Brandholztrasse von der Neu-Anspacher Seite aus. Zu klären sei hier, ob und in welchem Umfang die beiden Unternehmen an den Kosten beteiligt werden.

Klaus-Peter Fleischer (FWG-UBN) sah ebenfalls den Westerfeld treffenden, nach seiner Erwartung »ohrenbetäubenden« Lärm als Pferdefuß. Wenn die Anlage mit Schallschutzwänden umgeben werde, werde es zu allem Übel auch noch hässlich. Cornelia Scheer (Grüne) sieht zwar ebenfalls das Problem Lärm und Staub, ist aber sicher, dass das Emissionsschutzgutachten Antworten geben wird.

Gutachten falle »sehr streng« aus

Für Thomas Jäger (NBL) lohnt es sich für Neu-Anspach, komme doch ein neuer Steuerzahler. Ohne Einhausung gehe es aber bestimmt nicht ab. Er habe sich aber bereits im Usinger Bahnhofsquartier umgehört und festgestellt, dass der Lärm gar nicht so schlimm sei. Ähnlich auch Bernd Töpperwien (b-now): Unzumutbare Lärm- und Staubbelästigungen, die auch die Bogenschützen stören könnten, erwarte er nicht. Gearbeitet werde wochentags, geschossen wochenends. Auch er habe in Usingen gelauscht, es sei längst nicht so laut wie befürchtet.

Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) warb für das Projekt, auch wenn damit ein Usinger Problem gelöst werde, schließlich bringe die Elektrifizierung der S-Bahn auch Vorteile für Neu-Anspach. Dass das Projekt vom Regierungspräsidium genehmigt werden müsse, zeige die Bedeutung des Emissionsschutzes. Das Gutachten werde »sehr streng«, das sei den beiden Firmen bewusst.

Auch über den Ausbau der Straße sei man im Gespräch. Dem Vorschlag, die Brandholzspange zur B 275 hin aufzuweiten, erteilte Pauli eine klare Absage. Der Ausbau der Straße bedeute einen Lückenschluss zwischen den Bundesstraßen B 275 und B 456, der mit ihm als Bürgermeister nicht zu machen sei. Er lade nicht Tausende Berufspendler ein, täglich durch Neu-Anspach zu fahren und er werde mit seiner Zustimmung auch nicht die Planungen der Usinger Nordostumgehung ad absurdum führen.

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