Ludwig Ickert, 70 Jahre alt

„Eric Clapton“ von Dillingen – so kennen und nennen ihn heute noch viele aus seiner Generation. Ludwig Ickert als Leadgitarrist und seine Freunde in der Band „Royal Teens“ waren mit die Ersten,

„Eric Clapton“ von Dillingen – so kennen und nennen ihn heute noch viele aus seiner Generation. Ludwig Ickert als Leadgitarrist und seine Freunde in der Band „Royal Teens“ waren mit die Ersten, die in unserer Region Blues-Rock- und Beatmusik gespielt haben.

Und das 1962 – in einer Zeit, in der Freddy Quinn und Caterina Valente die deutsche Unterhaltungsmusik beherrscht haben. Ähnlich wie der Starclub in Hamburg wurde die Heimstätte der Friedrichsdorfer Band, der Saal im Gasthaus Spöhrer ganz oben im Ortsteil Dillingen, zum Mekka aller Beatmusik-Anhänger zwischen Friedrichsdorf, Bad Homburg und Oberursel. Ickert erinnert sich: „Ich hatte nie speziellen Unterricht genommen. Die Griffe auf der Gitarre habe ich mir alle selbst beigebracht und abgeschaut von den bekannten Musikern und Bands.“

Zu diesen Bands gehörten natürlich auch die Beatles, die Ickert unbedingt live sehen und hören wollte. Zu dieser Zeit 1966 war er bereits selbst fast schon ein „alter Hase“ im Beat-Geschäft, aber er wollte sehen, „was da abgeht“.

Zwanzig D-Mark kostete das Ticket, ein Freund nahm ihn im Auto mit zur Grugahalle in Essen. Und es lief so, wie es vorher in Nachrichten und im Kino zu sehen war. Er erzählt: „Es war ein ohrenbetäubender Lärm, die Fans, überwiegend die weiblichen, schrien fürchterlich. Von der Musik war kaum etwas zu hören. Die Technik, Mikrofone und Verstärker haben das damals einfach nicht schaffen können. Aber es hat sich trotzdem gelohnt, diese Atmosphäre muss man einfach mal erlebt haben.“

Ickert machte weiter selbst Musik, wechselte von den „Royal Teens“ zur einer anderen lokalen Top-Band aus der Region, den „Rangers“. Mit denen war er sogar in Studios zu Schallplattenaufnahmen.

Auch als Veranstalter betätigte er sich, bis dann die Discos die Live-Auftritte von Bands mehr und mehr verdrängten. Ein „Revival“ erlebten später die „Royal Teens“, die sich nun sinnigerweise „Royal Oldies“ nannten, mit Ludwig Ickert und seinen Freunden beim alljährlichen Hugenottenmarkt in Friedrichsdorf in den 1990er Jahren. Der Hof, in dem sie spielten, war bei ihren Auftritten immer proppenvoll, und es waren nicht nur „Oldies“, die zuhörten, sondern auch Teens, die sich an der Musik der „königlichen Alten“ erfreuten.

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