Grundschule

AWO „macht“ wieder Hausaufgaben

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Viele Jahre hat die Arbeiterwohlfahrt all jene Kinder der Grundschule im Eschbachtal, die keinen Betreuungsplatz am Nachmittag hatten, unter ihre Fittiche genommen und beim Hausaufgabenmachen unterstützt. In den vergangenen Jahren war plötzlich keine Nachfrage mehr da, und das Projekt wurde beendet. Jetzt ist der Bedarf wieder da – und die AWO hat prompt reagiert.

Elke Barth, die stellvertretende Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ober-Eschbach, ist ganz aufgeregt. Am Montag nach den Osterferien hat sie, die hauptberuflich Landtagsabgeordnete der SPD ist, nachmittags nämlich ehrenamtlich „Dienst geschoben“. Aber nicht irgendeinen. Barth hat Steppkes im Alter von sechs bis zehn Jahren beim Hausaufgabenmachen geholfen – und zwar im Rahmen der Hausaufgabenhilfe der Arbeiterwohlfahrt in der Grundschule im Eschbachtal.

Barths persönlicher Einsatz kommt nicht von ungefähr: Ihr – und natürlich ihrem gesamten AWO-Team – ist es in der Hauptsache nämlich zu verdanken, dass die Grundschule im Eschbachtal überhaupt wieder eine Hausaufgabenhilfe hat, nachdem die lange Jahre nicht vonnöten war.

Zur Erklärung: Jene Eschbachtal-Grundschüler, die in der Vergangenheit keinen Hort- oder Betreuungsplatz für den Nachmittag bekommen hatten, aber dringend Hilfe brauchten, wurden jahrelang von Ehrenamtlern der AWO bei der von ihr initiierten und finanzierten Hausaufgabenhilfe betreut. Als der Bedarf zuletzt immer weniger wurde – Stadt und Kreis bieten zahlreiche Betreuungsmöglichkeiten für Kinder berufstätiger Eltern an –, schlief das Projekt ein.

Ende vergangenen Jahres aber signalisierte Schulleiterin Katrin Dechert, dass durchaus wieder Bedarf vorhanden sei, weil es auch zahlreiche Kinder gebe, deren Mütter eben keinen Anspruch auf eine Nachmittagsbetreuung hätten, weil sie daheim seien, die aber ihre Kinder trotzdem schlecht beim Hausaufgabenmachen unterstützen könnten; zum Beispiel, weil sie selbst der deutschen Sprache nicht mächtig seien. Dechert sprach die AWO an – und Elke Barth kniete sich gleich in die Sache und sammelte erst mal Geld. „Wir waren zunächst von einem jährlichen Bedarf von 6000 bis 8000 Euro ausgegangen, haben die Sache dann aber auf 5000 Euro runter kalkulieren können“, sagt sie. Den Großteil habe sie bereits zusammen – „Dank einer großen Stiftungsspende“. Den Rest, ist Barth überzeugt, wird sie auch noch zusammenbekommen, zumal sich einige Institutionen bei ihr gemeldet hätten, die das Projekt „interessant und unterstützenswert“ finden.

So konnte die AWO-Hausaufgabenhilfe direkt nach den Osterferien wieder ihre Arbeit aufnehmen. Am Montag konnten 14 Mädchen und Jungen nach der Schule dort ihre Hausaufgaben erledigen – begleitet von Ehrenamtlern wie Elke Barth selbst. Sie sagt: „Es war wirklich super süß und sehr erfüllend, mit den Kleinen zu arbeiten. Ich meine, wann denkt man schon drüber nach, wie ein bestimmtes Wort geschrieben wird oder wie man den Zirkel richtig einstellt, um den Radius eines Kreises zu zeichnen?“

Sieben Hausaufgabenbetreuer hat Barth rekrutiert – „und eine Springerin, falls mal jemand kurzfristig ausfällt“, womit man für den Anfang schon mal gut aufgestellt sei, sagt Barth. Übrigens nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ – was vor allem Schulleiterin Dechert freut. „Die Hausaufgabenbetreuer haben sich in der Schulkonferenz vorgestellt und ich war begeistert, dass sich so ein engagiertes und vor allem qualifiziertes Team gefunden hat. Es sind auch Berufsschullehrer und Sozialpädagogen dabei – da sind ,meine‘ Kinder richtig gut aufgehoben.“

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