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Märchenreise ins Unbekannte

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Dorit Lohrmann geht nach den Osterferien wieder mit Grundschülern auf eine Märchenreise - wohin, verrät sie aber noch nicht. © Red

Usingen. Die internationale Märchenreise des Usinger Ausländerbeirates geht nach den Osterferien am 26. April weiter. Ein schöner Zufall ist es, dass der 1995 ins Leben gerufene UNESCO-Welttag des Buches am 23. April zusammenfällt mit dem Feiertag, den der Gründer der türkischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, 1920 allen Kindern der Welt widmete. Für ihn standen die ersten Schritte der jungen Demokratie in direktem Zusammenhang mit seinem Wahlspruch »Unsere Kinder sind unsere Zukunft«.

Zum 100. Jahrestag dieses Feiertages wollte der Ausländerbeirat, angeregt von der gebürtigen Türkin Kibar Mescheder, schon vor zwei Jahren eine internationale Märchenlesung für die Usinger Kinder anbieten. Die wurde durch Corona vereitelt und dann erst im vergangenen Sommer angegangen. Dieser erste Teil der Märchenreise führte nach Afrika, der zweite im November nach Nordamerika.

Erste und zweite Klassen eingeladen

Nach dem Erfolg wollen Vorsitzende Kate Wagner und ihre Vorstandskollegen die Märchenreise nun fortführen - und zwar am 26. April, da der eigentliche Feiertag und der Welttag des Buches noch in den Osterferien liegt.

Die aus Österreich stammende Schriftführerin des Ausländerbeirates, Dorit Lohrmann, hat dafür die Hugenottenkirche gebucht. Und sie hat vor den Ferien Flyer in den acht ersten und zweiten Klassen der Usinger Astrid-Lindgren-Schule und der Eschbacher Buchfinkenschule verteilt. Die 69-Jährige wird die Märchen vorlesen und erzählen und hat in der Usinger Stadtbücherei längst schon geeignete Literatur ausgesucht.

Natürlich dürfen nicht nur Erst- und Zweitklässler an der Märchenreise teilnehmen. Aber Lohrmann weiß aus Erfahrung: »Ältere Kinder fliegen nicht mehr so auf Märchen, und jüngere verstehen es meistens noch nicht.« Und sie weiß nicht nur von ihren eigenen Kindern und inzwischen Enkeln, wie man Kinder begeistert.

Die Moral herausarbeiten

Die Ruheständlerin ist im Usinger Land als Unterhaltungskünstlerin »Clownine Friedoline« längst keine Unbekannte mehr. Wie man Mädchen und Jungen, aber auch Senioren bei Laune hält, aber auch zum Nachdenken bringt, hat sie in der Theaterschule gelernt.

Der Ausländerbeirat ist froh, dass jemand aus den eigenen Reihen als Märchenvorleserin und -erzählerin fungiert. Aber eigentlich ist es noch viel mehr als das: Lohrmann arbeitet mit ihren jungen Zuhörern auch jeweils die Moral hinter der Geschichte heraus. »Denn das ist ja das Wesen eines jeden Märchens«, betont sie. Wie beim Improvisationstheater gehe sie auch bei der Märchenreise auf die Reaktionen der Kinder ein.

Bei den afrikanischen Märchen stand das Thema Wasser im Vordergrund. »Ohne das kostbare Nass wächst nichts, gibt es kein Leben«, sagt sie. Es ging darum, den Mädchen und Jungen zu vermitteln, dass es in Afrika in den meisten Ländern in der Regel heiß und trocken ist und die Europäer erst in den vergangenen Jahren lernen mussten, dass Wasser für alle da ist. In den nordamerikanischen Indigenenmärchen der zweiten Etappe der Reise war dann Freundschaft das ganz große Thema. »Das beschäftigt die Mädchen und Jungen dieser Altersklasse, die ja eine wichtige Findungsphase darstellt, ja besonders«, sagen die Mitglieder des Ausländerbeirates.

Austausch und Toleranz

Damit kommt sie auch wieder auf den auf den Begründer der türkischen Republik zurück und seine Idee des Kinderfestes. Demnach sollen junge Menschen in einem von Freiheit und Toleranz geprägten Umfeld aufwachsen, das richtungsweisend für ihre Zukunft ist.

Wenngleich in manchen Ländern ein anderer Kalendertag im Jahr den Kindern gewidmet sei, so bleibe das Motiv dennoch stets das gleiche: In der Begegnung mit Kindern aus anderen Ländern soll ein kultureller Austausch und eine tolerante Haltung angeregt werden. Dieser Austausch soll bei der Veranstaltung über Märchen erfolgen.

Wohin die Märchenreise diesmal geht, will Lohrmann aber noch nicht verraten. »Ein bisschen Spannung muss sein«, meint sie lachend. Aber sie deutet an: »Auf jeden Fall in einen anderen Kontinent, vielleicht auch nur in ein einzelnes Land.«

Eins ist sicher: Die Märchenreise startet am Dienstag, 26. April, um 15 Uhr in der Usinger Hugenottenkirche.

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