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Die Stierstadter Gardetänzerinnen zeigen eine Polka.

Karnevalsprinz

Marcel I. erhält närrische Insignien

Mit einem bunten Programm ist Orschels Karnevalsprinz Marcel I. am Sonntagabend inthronisiert worden. Getreu dem Prinzenmotto stand bei der Veranstaltung des Oberurseler Narrenrates die Jugend im Fokus.

Sieben Ex-Prinzen stehen auf der Bühne der Stadthalle aufgereiht nebeneinander. Zur Linken hat sich das Kinderprinzenpaar postiert, im Hintergrund stehen zehn Gardetänzerinnen der fünf Oberurseler Karnevalsvereine. Auch die Noch-Tollität, Prinz Karsten I., samt Hofstaat ist dabei. Mit etwa 200 Narren „im Fußvolk“ warten sie auf den neuen Regenten der Orscheler Fassenacht.

Plötzlich ertönen mehrere Donnerschläge. Zu Fanfarenklängen marschiert ein kleiner Trupp durch die Sitzreihen. Eingerahmt von der mit Degen bewaffneten Prinzengarde, zwei Pagen und Hofmarschallen, betritt die Hauptperson des Abends die Bühne: Marcel Walther vom Carnevalverein (CV) Stierstadt, der als Prinz Marcel I. inthronisiert wird. Orschel klatscht für seinen neuen Prinzen ordentlich in die Hände, so wird seine Tollität schon vor der eigentlichen Inthronisation bestätigt.

Marcel Walther kniet jetzt auf einem kleinen roten Schemel. Ex-Prinz und zweiter Hofmarschall Jürgen I. – Jürgen Sommer – setzt der Tollität die Prinzenkappe aufs nun gekrönte Haupt. Karsten I. überreicht den Prinzenstab und wünscht viel Spaß für die Kampagne: „Genieß es“, sagt er. „Ich rufe aus: Unser neuer Prinz, Marcel I.“, verkündet Sommer.

Der Prinz hat sichtbar Spaß am Zeremoniell und blickt glücklich in den Saal. Nachdem Ex-Prinz Ludwig I. – Ludwig Reuscher – in seiner Funktion als erster Hofmarschall die Proklamation seiner Tollität verlesen hat, schnappt sich Marcel I. das Mikrofon. „Meins, das geb ich so schnell nicht mehr aus der Hand“, sagt er.

Der flapsige Einstieg steht sinnbildlich für den frischen Wind, den der 20-Jährige als jüngster Prinz in den Orscheler Karneval bringen will. Locker-lässig steht er auf der Bühne und erklärt: „Ich möchte die Jugend in den Karneval bringen.“ Wie das gelingen soll? „Das seh’n wir noch, aber wir schaffen das gemeinsam.“ Das Rahmenprogramm der Inthronisation trifft bereits auf Zustimmung beim Prinzen. „Allesamt jugendliche Leute, die auftreten“, freut er sich.

Monster und Affen

Los geht’s mit der Frohsinn-Jugendbrassband, danach gibt es Tanzeinlagen. Während die CV-Garde die Polka steppt, wedeln die Mädels von der Ravens-Showtanzgruppe unter dem Motto „Dancing in the Rain“ mit Regenmantel und Schirm über die Bühne. Als „Monster“ im bunten Tutu und mit Fledermausohren auf dem Kopf rockt die CluGeHu-Midi-Garde zu „Culcha Candela“. „Da haben die kleinen Monster aber gezeigt, dass sie nicht nur gruselig sind, sondern auch gut tanzen können“, sagt CV-Sitzungspräsident Rainer Schneider, der als Moderator durch den Abend führt.

Eine Power-Performance liefert die CV- Showtanzgruppe. Im Plüschaffen-Outfit springen, hüpfen und stampfen die Mädels übers Parkett. Weniger filigran, dafür umso kraftvoller ist der Auftritt des CV-Männerballetts. Als „Tolle Trolle“ sind sie aus dem Norden für ihren Prinzen angereist und bekommen kräftigen Applaus.

„Macht richtig Lärm!“

„Steht auf! Wacht auf! Macht richtig Lärm!“, singen die Frohsinn-Sänger. Musik gibt’s auch in Form des neuen Prinzensongs, den CV-Elferrat Oliver Knobl zur Melodie von „Mama Laudaaa“ performt.

Lachen dürfen die Narren auch. Die Ex-Kinderprinzen Leonard und Simon liefern sich als Eintracht- beziehungsweise Bayern-Fan ein Streitgespräch: „Was ist der Unterschied zwischen den Bayern und einem Marienkäfer? Der Käfer hat mehr Punkte.“.

Etwas aus dem jugendlichen Rahmen fällt der 78 Jahre alte CV-Büttenredner Helmut Flor. Im Fitness-Outfit turnt er über die Bühne und nimmt sich auf die Schippe: „Wenn ihr ’ne Wildsau seht, die geht durchs Gebüsch, das is kei Wildsau, das bin ich.“ Von seiner Tollität gibt’s für so viel Einsatz den Prinzenorden.

Florian Neuroth

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