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»Mehr Schaden als Nutzen«

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Zum Leserbrief von Kurt Kolodziejczyk (Weilrod) in Sachen Windkraft:

Die vielfältigen Schäden durch die Windkraft stehen vor allem in keinem vernünftigen Verhältnis zur geringen Effizienz und mangelhaften Verfügbarkeit. Die massive Flaute bei den Neubauten von Windrädern der letzten Jahre ist wesentlich auch den Aktivitäten von Hunderten von Bürgerinitiativen geschuldet, die sich gegen die Technologie erfolgreich gewehrt haben. Die »Mehrheit der Befürworter« dürfte in den Städten wohnen und vom Wunsch beseelt sein, ihre Aufzüge, E-Autos und die schnellen ICE-Verbindungen mit vermeintlich »grünem Strom« zu füttern.

Auch wenn man kritische Analytiker der aktuellen Technologien als Ewiggestrige und Klimaleugner beschimpft, kommt man an den Fakten der Windenergie nicht vorbei: Windräder im Wald kommen auf max. 1800 Vollaststunden (also etwas über 20%. Verfügbarkeit - Quelle AGORA) - offshore etwa das Doppelte. Wind und Wetter sind in Mitteleuropa meist ziemlich einheitlich - man schaue sich die aktuelle Wetterkarte an. Dass der Winterstein irgendwann mal den Weilrodern die Versorgungslücken füllt, ist Träumerei. Speichertechnologien sind großtechnisch und für längere Dunkelflauten absehbar nicht verfügbar. Zusätzliche Windräder produzieren bei Starkwind kaum sinnvoll verwendbare Spitzen im Angebot und bei Flaute eben auch eher nichts - bekanntlich ist 2 x 0 eben 0. Die Jubelmeldungen zu »grünen Anteilen« an der Stromversorgung ignorieren dieses Problem völlig und gaukeln eine heile Welt vor, die einer detaillierten Betrachtung nicht standhalten.

In Fachkreisen ist evident, dass es die Herstellkapazitäten für die geforderten Neubauten an Windrädern über die nächsten Jahre nicht zur Verfügung stehen - insbesondere nicht bei hochkomplexen Gusskomponenten für die Antriebe. Wie und wann die neue »Wasserstoffwelt« in Gang kommt ist völlig offen - es sind noch vielfältige technische und logistische Probleme zu lösen. Zudem haben einige der Prozesse grottenschlechte Wirkungsgrade und führen bei den Endprodukten zu massiven Kostensteigerungen.

Als Fazit bleibt, dass Windkraft eher eine Nischentechnologie ist, die nicht zur Grundversorgung taugt. Ihre überzogene Förderung richtet mehr Schaden an, als sie nutzt - die Investitionen wären z.B. besser in der Photovoltaik aufgehoben. Da selbst die aktuellen grünen Minister/innen erkennen, dass man Gas noch viele Jahre benötigt, um die größer werdenden Lücken in der Grundlast zuverlässig zu füllen, kann man leicht ableiten, dass die schlimme Abhängigkeit von Gasimporten mit mehr Windkraft eher steigen wird als zurückgehen.

Artur Otto, Neu-Anspach, Stadtverordneter der b-now

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