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Mehrgenerationenhaus benötigt Spenden

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MGH-Koordinatorin Doris Landvoigt (rechts) zeigt dem Sozialausschuss, hier Vorsitzende Heidrun Mony (von links), Sebastian Sommer und Nora Schumann die Räume im Wehrheimer Mehrgenerationenhaus. © Ingrid Schmah-Albert

Wehrheim. Sie habe manchmal den Eindruck, dass es in Wehrheim viele Menschen gebe, denen gar nicht bewusst sei, was für wertvolle Perlen die Gemeinde mit dem Mehrgenerationenhaus (MGH), dem Familienzentrum sowie dem Seniorenberatungsdienst »NOVASmobil« habe, begann Doris Landvoigt die Vorstellung des MGH beim Sozial-, Jugend-, Sport- und Kulturausschuss am Dienstagabend.

Als Koordinatorin des MGH belegte sie anhand von durchaus beeindruckenden Zahlen, welche Arbeit hier geleistet wird und mit welcher Vielfalt an Angeboten die Begegnungsstätte für alle Generationen mit Leben gefüllt wird. Das MGH gehört zwar der Gemeinde Wehrheim, wird aber vom Diakonischen Werk Hochtaunus geführt und finanziert sich unter anderem durch Förderungen vom Bund, Zuschüssen der Gemeinde und durch Spenden der Nutzer. Aber gerade dieser letzte Punkt macht der Koordinatorin etwas Sorge, denn es klaffe ein riesiges Loch zwischen Spendenbedarf und tatsächlichem Spendenaufkommen. Dabei wolle man keine Gewinne erwirtschaften und unbedingt so günstig sein, dass alle Menschen, insbesondere auch die finanziell schwachen, das Angebot nutzen können.

Spenden seien daher freiwillig und der Appell, etwa Getränke mit 50 Cent oder das Mittagessen, das einmal wöchentlich angeboten wird, mit 5,50 Euro zu begleichen, sei bewusst niedrig gehalten, damit sich das jeder leisten könne - egal wie viele Portionen man esse. Auch der Appell zum Beispiel an Kursleiter, die mit ihrem Angebot letztlich auch Geld verdienen, fünf Euro »Miete« für die genutzten Räumlichkeiten zu spenden, werde nicht immer umgesetzt.

Um das Defizit sichtbar zu machen, hatte sie zwei Zylindergläser aufgestellt und mit bunten Steinchen befüllt. In dem einen Glas ist in Rot sehr deutlich sichtbar, wie viel Spenden benötigt werden (es ist bis oben voll), in dem anderen Glas werden je nach Spendenstand gelbe Steinchen gegeben. Die Ausschussmitglieder zeigten sich erschrocken über den eklatanten Unterschied, denn die gelben Steinchen bedecken gerade einmal den Glasboden - und dabei ist der Spendenstand seit Beginn des Jahres berücksichtigt.

810 Stunden ehrenamtliche Zeit

Dass sie den vielen Ehrenamtlichen, die ohnehin schon ihre Zeit, ihr Wissen und ihr Herzblut investierten und für ein großes Angebot an unterschiedlichsten Aktivitäten sorgten, nicht auch noch Geld abverlangen wolle, sei klar, zeigte sich Landvoigt dankbar für die insgesamt 28 ehrenamtlichen Kräfte, die trotz Pandemie im vergangenen Jahr das MGH am Laufen und zumindest einen Teil des Angebots aufrechterhalten hatten. Selbst im Pandemie-Jahr 2021 waren nämlich insgesamt 365 Veranstaltungen durch Ehrenamtliche gestemmt worden, der Zeitaufwand betrug dafür rund 810 Stunden.

Wichtige Handlungsfelder sei neben den generationenübergreifenden Freizeitangeboten, die gerade in der Pandemiezeit als besonders wertvoll empfunden worden seien, weil sie die Möglichkeit zu sozialen Kontakten und einer Durchbrechung der Isolation geboten hätten, auch Beratungsleistungen und Unterstützung von Familien sowie ein breites Bildungsangebot - ebenfalls generationenübergreifend. Zwar hatten Gruppen sich nur sehr begrenzt treffen können, aber dank der vielen Räume konnten beispielsweise die IT-Kurse für Senioren doch durchgeführt werden, weil jeder mit dem Laptop in einem separaten Raum saß und so quasi einzeln betreut wurde. Insgesamt 63 verschiedene Angebote hatte es auf diese Art im letzten Jahr gegeben, zeigte sich Landvoigt stolz über die Vielfalt.

Mehr Nachwuchs wird gebraucht

Das beeindruckte auch die Ausschussmitglieder um Ausschussvorsitzende Heidrun Mony (SPD). Die erkundigte sich, wo noch welche Unterstützung benötigt werde. »Wir brauchen noch weitere Ehrenamtliche«, kam es wie aus der Pistole geschossen. Zumal die Altersstruktur eher Richtung Rentenalter gehe. Aktuell gibt es insgesamt 19 Honorar- oder sonstig bezahlte Kräfte und 28 Ehrenamtliche (davon zwölf Männer, 16 Frauen). Zehn davon seien im Alter von 45 bis 64 Jahren, wobei die meisten über 60 Jahre alt seien, 17 Ehrenamtliche seien zwischen 65 bis 80 Jahren, wobei die meisten davon über 70 seien und eine Person sei sogar über 80 Jahre alt. Da sei es absehbar, dass es langfristig Unterstützung durch Jüngere brauche. Außerdem wäre mehr Lagerkapazität für die Utensilien nötig. Das dürfte baulich aber kaum mehr machbar sein.

Wer mit Ideen und Tatkraft sich im MGH einbringen will, meldet sich bei Doris Landvoigt oder Christine Stark (Tel. 0 60 81/9 58 99 30 oder per Mail an mgh@diakonie-htk.de).

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