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Eine hohe Fichte in Niederreifenberg hat dem Wind von etwa 80 Kilometer pro Stunde nicht standgehalten und ist umgekippt.

Windböe

Niederreifenberg: 20 Meter hohe Fichte kippt auf Haus - Familie hat Glück gehabt

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Dass eine einzige Windböe eine große Fichte umfallen lässt, kommt nicht jeden Tag vor. Dass sie ausgerechnet vor dem Haus der Familie Usinger landete und das Dach weitgehend unversehrt blieb, war Glück im Unglück. Dann rutschte die Hausherrin aber in einer dadurch verursachten Wasserlache in der Küche aus, brach sich das Handgelenk und das Ehepaar musste seinen Urlaub stornieren.

Niederreifenberg - Jutta Usinger ist noch sehr blass und etwas wackelig auf den Beinen, aber immerhin wieder zu Hause. Die Niederreifenbergerin hatte sich das Handgelenk gebrochen, musste operiert werden und ist jetzt wieder mit Gips aus dem Krankenhaus zurück. „Ich kann noch gar nicht realisieren, was alles passiert ist“, erzählt sie. Denn dass sie morgens in der Küche auf einer Wasserlache ausgerutscht war, war die Folge eines am Vorabend vom Nachbargrundstück umgestürzten Baumes.

„Wir saßen gemütlich im Wohnzimmer, hörten plötzlich eine Windböe und gleichdarauf einen fürchterlichen Schlag“, erinnert sich ihr Mann Michael Usinger. Der ist dann schnell aufgesprungen, hat aber auf den ersten Blick aus dem Fenster im Garten nichts gesehen, weil es um 21.30 Uhr stockdunkel war. „Als ich das Fenster aufgemacht habe, kamen mir die Äste entgegen“, so der Hausherr. Quer vor dem Hauseingang lag die Spitze eines großen Baumes, der vom Nachbargrundstück umgestürzt war.

In der Küche ausgerutscht

Soweit das für Usinger im Dunkeln erkennbar war, war das Dach noch heil und es bestand kein Grund noch in der Nacht die Feuerwehr zu alarmieren. Erst am nächsten Morgen bei Licht wurde das ganze Ausmaß deutlich. Was Jutta Usinger nicht gleich sah, war die Wasserlache, die ihr in der Küche zum Verhängnis wurde. „Man erwartet ja nicht, dass da plötzlich eine glatte Stelle ist“, sagt sie. Sie rutschte aus, versuchte sich im Fallen abzustützen und dann war da plötzlich nur noch ein fürchterlicher Schmerz und die Stellung des Handgelenks war nicht mehr die normale.

Während Jutta Usinger im Krankenhaus untersucht, operiert und versorgt wurde, kümmerte sich ihr Mann um den Schaden zu Hause. Mitglieder der Feuerwehr Niederreifenberg schnitten erst einmal den Hauseingang frei, ein Gartenbauunternehmen kümmerte sich um den Rest.

Die Dachrinne ist zum Teil abgerissen. Und inzwischen ist klar, dass das Wasser vom Dach aus in die Küche gelaufen war, weil der Baum den Ablaufstutzen für die Dunstabzugshaube umgeknickt hat. Dadurch ist eine undichte Stelle entstanden. Weil es die ganze Nacht geregnet hatte, ist ständig Wasser am Rohr der Abzugshaube entlang in die Küche getropft.

„Glück gehabt“

Was die Reparatur kostet, weiß Usinger noch nicht. Er hat das ganze seiner Versicherung gemeldet und die wird sich dann mit seinem Nachbarn, auf dessen Grundstück der umgestürzte Baum stand, in Verbindung setzen. „Insgesamt hatten wir einfach wahnsinniges Glück gehabt“, sagt Usinger und meint: „Es ist unvorstellbar, was alles hätte passieren können, wenn die zirka 20 Meter hohe Fichte mit voller Wucht auf unser Dach gefallen wäre oder eine Person gerade draußen gestanden hätte.“

Jutta Usinger ist mit einem gebrochenen Handgelenk davongekommen. Ihr Mann Michael Usinger weiß: Der umgestürzte Baum hätte noch viel mehr anrichten können.

Usinger hofft, dass der Nachbar nach diesem Vorfall weitere Fichten in dieser Größe, die direkt an der Grundstücksgrenze stehen, fällt. Selbst wenn die Bäume gesund seien, stellen sie als Flachwurzler aus Sicht von Usinger in dieser Hanglage eine echte Gefahr dar. Usinger hatte im Internet die Stärke der Windböen an besagtem Abend recherchiert und meint: „Windstärken mit 80 Stundenkilometern haben wir in unserer Lage öfter.“

Aus dem geplanten Urlaub des Ehepaares aus Niederreifenberg wird übrigens erst einmal auch nichts. „Den mussten wir stornieren, denn erst müssen die Fäden gezogen werden und da will ich kein Risiko eingehen“, stellt Jutta Usinger fest.

Nach dem ersten Schock ist Michael Usinger heilfroh, dass nicht mehr passiert ist. Er kann die Verkettung unglücklicher Umstände mittlerweile mit Humor nehmen und sie mit den Augen von Loriot sehen. Der hat in seinem Sketch „Das Bild hängt schief“ eine ähnliche Situation dargestellt.

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