Obgleich derzeit viel gebaut wird, wie hier in der Bahnhofstraße in Neu-Anspach, steigen die Mietpreise weiterhin an. Foto. Seibt

Markt ist wie leer gefegt

Mieten im Hochtaunuskreis explodieren - Mietspiegel kommt kaum nach

Der Zuzug aus dem Umland wächst, die Mietpreisbremse von Bund und Land wirkt sich zumindest im Usinger Land nicht aus. Im Gegenteil. Der Markt scheint geradezu leer gefegt und die Preise klettern in die Höhe. Schneller offenbar, als es der Mietspiegel überhaupt ausweisen kann.

Usinger Land - Wer derzeit im Usinger Land eine Wohnung sucht, muss schnell sein. Und bereit, auch einiges an Geld auf den Tisch zu legen. Denn die vom Bundestag 2015 eingeführte Mietpreisbremse greift nicht in allen Städten und Gemeinden, obgleich auch das Land Hessen diese umsetzt. Betroffen waren davon insgesamt 16 Städte, 28 sollen es werden. Aus dem Usinger Land ist indes keine dabei, obgleich auch hier die Mieten "in den vergangenen fünf Jahren um zwölf Prozent gestiegen sind", wie Heino Stocks, Immobilenmakler von Immo Plus GmbH aus Usingen sagt. Und auch andere Immobilienmakler kommen zu einem ähnlichen Ergebnis, was die Mietpreise in den sechs Usinger-Land-Kommunen angeht.

Keine von ihnen ist von der Mietpreisbremse betroffen ist, die Mieten sind in den vergangenen Jahren spürbar angestiegen. "Allein ab Herbst 2018 bis zu diesem Frühjahr waren es zwei Euro bei Neubauten", weiß eine Immobilienmaklerin, die allerdings nicht genannt werden möchte. Grundsätzlich unterscheiden Makler zwischen einem Neu-, Bestands- und Altbau bei der Vermietung.

Wohnen im Usinger Land: Lage spielt eine Rolle

Und auch die Ausstattung spielt eine Rolle", sagt Stocks. Und neben dem Gebäudezustand spielt auch die Lage durchaus ein entscheidendes Kriterium bei der Frage nach der Vermietung und dem Preis. In einer guten Lage liege der Preis bei etwa 10 bis 12,50 Euro pro Quadratmeter, sind sich die Immobilienmakler weitgehend einig.

Für eine durchschnittliche Wohnfläche, die nicht gerade binnen der letzten Jahre gebaut wurde, aber in einem guten Zustand ist, zahlen Mieter häufig noch zwischen 9,50 und 10 Euro pro Quadratmeter. Und auch für Gebäude die vor 1950 errichtet wurden, werden noch Nettomietpreise zwischen 6,50 und 7,50 Euro aufgerufen. Günstiger werde es lediglich gen Grävenwiesbach und Weilrod, wo Wohnraum schon für 5,50 Euro pro Quadratmeter zu haben sein könnte.

Könnte in der Tat, denn wer die gängigen Immobilienportale besucht wird schnell feststellen, dass die gängigen Zwei- oder Dreizimmerwohnungen unter 600 Euro Kaltmiete kaum bis überhaupt nicht zu haben sind. Ein Blick in den Mietspiegel bestätigt die Aussagen der Immobilienmakler. Eine 100-Quadratmeter-Wohnung kostete im Jahr 2011 noch 5,81 Euro pro Quadratmeter, 2018 sind es durchschnittlich bereits 8,53 Euro. Für eine 60-Quadratmeter-Wohnung waren es 2011 noch 6,65 Euro, inzwischen zahlen Mieter durchschnittlich 8,86 Euro.

Begehrte Wohnorte: Wehrheim, Usinger Land und Neu-Anspach

Zum Vergleich: In Wehrheim kosteten die Wohnungen im selben Zeitraum zunächst zwischen 6,90 und 7,15 Euro, inzwischen zahlen Mieter zwischen 7,62 und 7,92 Euro pro Quadratmeter, "wenn sie denn überhaupt eine Wohnung finden", schildert eine Maklerin. Wehrheim gilt im Usinger Land nicht nur als teuerster, sondern auch sehr begehrter Wohnort, gefolgt von Neu-Anspach und Usingen. Begehrt sei auch Grävenwiesbach, vor Schmitten und Weilrod, "einfach weil es da einen Bahnanschluss gibt."

Günstiger Wohnraum schaffe es schon gar nicht mehr in die einschlägigen Portale, sondern werde von den Maklern häufig direkt an die bereits wartenden Kunden auf den Listen vermittelt. In einem waren sich die Makler indes alle einig: Das Ende der Mietpreiserhöhungen ist sicher noch lange nicht erreicht. Vor allem, weil mit dem angekündigten Bau der S-Bahn bis Usingen der Siedlungsdruck zunehmen wird.

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