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Mit dem Brummi von Wehrheim nach Moldawien

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Sarah und Uwe Neumann fahren mit ihrem Lkw innerhalb eines vom Verein Camion Pro organisierten Konvois an die moldawisch-ukrainische Grenze. © Red

Sarah und Uwe Neumann aus Wehrheim liefern im Rahmen einer Aktion des Vereins Camion Pro Hilfsgüter an Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Drei aufregende Tage liegen vor ihnen.

Wehrheim (kop). Sarah und Uwe Neumann aus Wehrheim wollen den ukrainischen Flüchtlingen nicht nur durch eine Geld- oder Sachspende helfen. Sie werden dabei auch ihre Arbeitskraft einsetzen. Ein Hilfskonvoi startet am morgigen Donnerstag von München aus an die moldawisch-ukrainische Grenze. Mit dabei: die Neumanns und ihr Lkw.

Uwe Neumann betreibt ein Unternehmen für Baustahllogistik. »Normalerweise sind unsere zwei Lkw in einem Radius von 50 bis 70 Kilometern unterwegs, sagt der Unternehmensberater für Logistik. Diesmal werden es pro Strecke etwa 1700 Kilometer sein.

Initiiert hat die Hilfsaktion der Verein Camion Pro. Denn der erkannte die Lücke in der Welle herausragender Hilfsbereitschaft für die Kriegsflüchtlinge: Es fehlt an Lastwagen und Fahrern. Damit sich der Betrieb einer Spedition lohnt, sind die Laster so oft wie es geht auf der Straße. »Bei uns hat es gut gepasst, dass einer unserer Fahrer nun Urlaub hat. Also fahren wir beide nach Moldawien, um vor Ort helfen zu können«, sagt Tochter Sarah Neumann.

Was genau sie laden werden, ist noch nicht ganz klar. In München werden die gesammelten Hilfsgüter auf die Lastwagen verteilt, dann geht es über zwei bis drei Tage bis zum Ziel. »In Rumänien können wir durch den Kontakt zu einer dortigen Spedition den Lkw sicher unterstellen, Ansonsten müssen wir schauen«, sagt Uwe Neumann. Dass die Fahrt überhaupt möglich wird, ist ebenfalls den guten Kontakten der Neumanns in die Branche zu verdanken. Denn für Beton und Baustahl benötigt man keinen geschlossenen Anhänger, für Hilfsgüter schon. Der wird nun von der Anhängervermietung Tip aus Rosbach in der Wetterau kostenlos zur Verfügung gestellt.

Bis zu 1000 Liter Diesel

Trotzdem bleibt die Aktion für die Neumanns beileibe nicht kostenfrei. Denn neben dem schwer zu kalkulierenden Verschleiß der Zugmaschine müssen sie mit bis zu 1000 Litern Diesel für den Transport rechnen. Angesichts des rasanten Anstiegs der Spritpreise alles andere als ein Pappenstiel. Um vielleicht einen Teil dieser Kosten auffangen zu können, hoffen die Neumanns auf Unterstützung durch den Verband Camion Pro, aber auch durch ihre Twitter- und Instagram-Beiträge, die unter @ncgontheroad erreichbar sind.

Trotz der zu erwartenden Kosten hoffen die Neumanns, dass auch andere Spediteure aus der Region ihrem Beispiel folgen und selbst Fahrer und/oder Lastwagen oder Zugmaschinen zur Verfügung stellen. »Es wäre toll, wenn auch andere mitmachen«, sagt Uwe Neumann. Das muss auch gar nicht mehr beim morgen startenden Konvoi sein.

Viele familiäre Kontakte

»Geplant ist, einmal pro Woche so einen Konvoi mit fünf bis 20 Lastwagen loszuschicken«, erläutert Sarah Neumann. Auch in der vergangenen Woche hatte sich bereits ein solcher Zug in Bewegung gesetzt. »Es gibt viele Arten zu helfen, aber wir bevorzugen selbst mit anzupacken, damit Geld nicht im Verwaltungsapparat in Deutschland untergeht«, ergänzt sie. Auch die Speditionsbranche habe aus der ersten Flüchtlingswelle 2015 gelernt und beteilige sich intensiver durch Hilfe. Viele der Arbeitnehmer in der Logistikbranche stünden im familiären Kontakt zu den beteiligten Staaten des Krieges sowie deren Nachbarstaaten, die den Großteil der Flüchtlinge aufnimmt.

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